Bericht: Anthropic plant, CEO Amodei Superwahlrecht zu verleihen
Anthropic plant, dem CEO Dario Amodei und anderen Mitgründern Super-Stimmrechte zu verleihen, um sicherzustellen, dass das Gründerteam auch nach dem Börsengang weiterhin die Richtung des Unternehmens bestimmen kann. Da Amodei nur etwa 2 % der Anteile hält, sollen die Super-Stimmrechte seine Kontrollmacht stärken. Das Unternehmen wird außerdem eine Treuhänderstruktur ohne Anteileigner beibehalten, die es diesen Treuhändern ermöglicht, die Mehrheit der Vorstandsmitglieder zu wählen.
Anthropic plant, dem CEO Dario Amodei und anderen Mitgründern Super-Stimmrechte zu gewähren, um sicherzustellen, dass das Gründerteam nach dem Börsengang weiterhin die Richtung des Unternehmens bestimmt und sich gleichzeitig gegen externen Anteilnehmerdruck behaupten kann.
Laut einem am Dienstag von The Information zitierten Insider plant das KI-Start-up, für Amodei und weitere Mitgründer eine Aktienklasse mit zusätzlichen Stimmrechten einzuführen.
Zugleich plant das Unternehmen, die bestehende Struktur unabhängiger Treuhänder ohne Aktienanteile beizubehalten und dieser Gruppe durch eine spezielle Aktienklasse das Recht einzuräumen, die Mehrheit der Mitglieder des Boards zu wählen.
Anthropic könnte bereits im Herbst dieses Jahres an die Wall Street gehen; der Markt erwartet, dass dieser Börsengang einer der größten in der Geschichte werden könnte.
Eine im Mai dieses Jahres abgeschlossene Finanzierungsrunde bewertete das Unternehmen mit 965 Milliarden Dollar und machte es damit erstmals wertvoller als den Konkurrenten OpenAI sowie zu einem der größten privaten Unternehmen weltweit.
Niedriger Gründeranteil: Super-Stimmrechte sollen Kontrollmacht stärken
Die geplante Einführung von Super-Stimmrechten wäre das erste Mal, dass die Anthropic-Gründer zusätzliche Stimmrechte erhalten.
Diese Konstellation ist besonders bemerkenswert – im Vergleich zu anderen Technologiefirmen halten die Mitgründer von Anthropic relativ geringe Anteile. Einem Bericht zufolge besitzt Amodei selbst nur etwa 2 % der Unternehmensanteile.
Duale Aktienstrukturen sind bei gründergeführten Tech-Unternehmen mittlerweile weit verbreitet. Ihr Zweck ist es, den Gründern mehr Kontrolle zu sichern und sie vor kurzfristigen Interessen der Aktionäre zu schützen.
Meta-CEO Mark Zuckerberg verfügt durch Super-Stimmrechtsaktien über etwa 60 % der Stimmrechte; auch die doppelte Aktienstruktur von SpaceX verschafft Mitgründer Elon Musk erheblichen Einfluss bei Abstimmungen.
Die genauen Details der geplanten Stimmrechtsregelung seien laut Berichten aber noch unklar und könnten sich noch ändern.
Public-Benefit-Unternehmen: Gemeinwohlorientierung und unabhängige Kontrolle
Anthropic weist in seiner Struktur eine Besonderheit auf: Das Unternehmen ist als Public Benefit Corporation organisiert und rechtlich verpflichtet, kommerzielle Interessen mit gesellschaftlichen und öffentlichen Belangen in Einklang zu bringen.
Zusätzlich gibt es den „Long-Term Benefit Trust“ – ein unabhängiges Überwachungsgremium, das speziell dafür zuständig ist, dass das Unternehmen seine Gemeinwohlverpflichtung tatsächlich einhält.
Auch die geplante Beteiligung unabhängiger Treuhänder ohne Aktien ist in diesem Rahmen entstanden; diese Gruppe erhält das Recht, die Mehrheit des Verwaltungsrats zu bestimmen, um die Unabhängigkeit der Unternehmensführung sicherzustellen.
Sowohl Anthropic als auch Konkurrent OpenAI haben bereits vertraulich Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Die Balance zwischen Wachstum, Rendite für Investoren und Gemeinwohl bleibt die zentrale Herausforderung für Anthropic an den Kapitalmärkten.
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