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Die globale „Schulden-Sturm“ tobt – Risikokapitalanlagen stehen vor einem Stresstest bei der Preisfindung

Die globale „Schulden-Sturm“ tobt – Risikokapitalanlagen stehen vor einem Stresstest bei der Preisfindung

智通财经智通财经2026/08/18 12:21
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Von:智通财经

Globale „Schuldensturm“ zieht auf: Die Renditen für langfristige Staatsanleihen aus den USA, Japan und Deutschland steigen auf mehrdeutige Jahrzehnthochs. Die Welle von AI-Anleiheemissionen und die wieder aufkommende Inflation setzen den „Anker der Vermögenspreisbildung“ unter Druck.

Das APP von Zhihong财经 hat erfahren, dass die globalen Anleihemärkte derzeit einen seltenen synchronisierten Ausverkauf in mehreren Ländern erleben. Von Washington über Tokio bis nach Frankfurt steigen die Renditen langfristiger Staatsanleihen mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf ihre höchsten Werte seit Jahrzehnten – ein Zeichen für eine tiefgreifende Veränderung der Bewertungslogik globalen Kapitals.

Am Montag (17. August) überschritt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen zeitweise die Marke von 5,31% und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni 2007 – also kurz vor Ausbruch der globalen Finanzkrise. Parallel dazu näherte sich die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen 3% und erreichte damit erstmals seit September 1996 diesen Wert; die Rendite der 10-jährigen deutschen Anleihen stieg auf über 3,22% und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2011; die der französischen 10-jährigen Anleihen überschritt 4% – erstmals seit 2009. Auch die britischen 10-jährigen Staatsanleihen liegen mittlerweile nahe bei 6%.

Dieser über drei Kontinente hinweg stattfindende Ausverkauf von Anleihen wird nicht durch einen einzelnen Faktor ausgelöst, sondern ist das Resultat mehrerer struktureller Kräfte, die gemeinsam wirken: Rekordhafte Anleiheemissionen von AI-Unternehmen im Großformat, dauerhaft wachsende staatliche Haushaltsdefizite, durch Nahost-Konflikte steigende Energiepreise sowie die sinkende Nachfrage aus Japan, dem größten Inhaber von US-Staatsanleihen. Diese „Revolution der Laufzeitprämie“ definiert derzeit die globalen Bewertungsmaßstäbe für Vermögenswerte neu.

„Globaler Bewertungsmaßstab für Vermögenswerte“: Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen kehrt zurück zu 2007 – doppelte Belastung durch Haushaltsdefizit und AI-Anleihen

Die USA stehen im Zentrum dieses Anleihe-Ausverkaufs. Am Montag überschritt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen die Marke von 5,31% und erreichte damit den höchsten Wert der letzten 19 Jahre. Auch die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg gleichzeitig auf etwa 4,7%. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen erhöhte sich letzten Monat bereits um fast 40 Basispunkte – das größte monatliche Plus seit Dezember 2024.

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Zwei starke Ströme auf der Angebotsseite treiben den Ausverkauf amerikanischer Staatsanleihen voran. Erstens das enorme Defizit der Bundesregierung – das Haushaltsdefizit der USA für das Geschäftsjahr 2026 wird auf 1,9 Billionen US-Dollar geschätzt, fast 6% des BIP, was die Staatsanleihenversorgung weiter steigen lässt. Zweitens der Rekord-Emissionsboom von AI-Unternehmen. Alphabet, Amazon, Meta und andere großformatige AI-Tech-Giganten haben seit 2026 fast 220 Milliarden US-Dollar über Anleihen aufgenommen; JPMorgan hat die Prognose für das USD-Anleihevolumen von TMT-Unternehmen für 2026 um rund 20% auf 540 Milliarden US-Dollar erhöht. Die AI-Anleihen großer Tech-Unternehmen machen etwa 25% des Nettoemissionsvolumens der mittel- und langfristigen US-Staatsanleihen aus.

Der Schock auf der Angebotsseite treibt die Gesamtkosten für Finanzierung in die Höhe. Die Rendite der 30-jährigen Alphabet-Anleihen erreichte bereits 6,4% – 1,15 Prozentpunkte höher als die US-Staatsanleihen der gleichen Laufzeit. Gleichzeitig zeigen am Montag veröffentlichte Daten des US-Finanzministeriums, dass das von ausländischen Investoren gehaltene Gesamtvolumen der US-Staatsanleihen im Juni von 9,371 Billionen US-Dollar im Mai auf 9,299 Billionen US-Dollar sank. Japan, das größte ausländische „Schuldnerland“ der USA, reduzierte seine Bestände im Juni auf 1,116 Billionen US-Dollar und verkaufte allein im Monat 26,4 Milliarden US-Dollar ab.

„Größter Käufer amerikanischer Staatsanleihen“: Die Rendite japanischer 10-jähriger Staatsanleihen nähert sich 3%, „Zins-Rückkehr“ wie seit 30 Jahren nicht erlebt

Der japanische Anleihemarkt durchläuft gerade eine historische Normalisierung der Zinssätze. Die Rendite der japanischen 10-jährigen Staatsanleihen stieg am Dienstag bereits den siebten Handelstag in Folge, und erreichte mit bis zu 2,945% den höchsten Stand seit September 1996. Die Rendite der 30-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg sogar auf etwa 4,06%.

Der Kern dieses Aufwärtstrends liegt in der starken Erwartung einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan. Die Zusammenfassung der Juli-Sitzung sendete bereits deutliche Signale in Richtung einer „beschleunigten Zinserhöhung“, mehrere Mitglieder warnten vor „Beschleunigung“ und meinten, dass „das Risiko zu warten nicht mehr marginal“ sei. Overnight Swaps zeigen, dass der Markt eine Zinserhöhung der japanischen Zentralbank im September zu etwa zwei Dritteln, im Oktober sogar zu 96% erwartet.

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Der Anstieg der inländischen Renditen in Japan führt zu einer Neuallokation des globalen Kapitals. Da die Rendite der 30-jährigen japanischen Staatsanleihen auf etwa 4% steigt, werden japanische Investoren – traditionell die größten Käufer von US-Staatsanleihen – vom heimischen Markt angezogen. Im Juni sank das von Japan gehaltene Volumen der US-Staatsanleihen von 1,143 Billionen US-Dollar im Mai auf 1,116 Billionen US-Dollar. Charu Chanana, Chief Investment Strategist bei Saxo Bank, betont: „Das bedeutet nicht, dass Japan die US-Staatsanleihen aufgibt, aber Washington kann nicht länger davon ausgehen, dass ausländische Nachfrage neue Emissionen zu den Renditen von gestern absorbieren wird.“

Europa: Deutschland und Frankreich erreichen synchron neue Höchststände, Finanzierungsängste breiten sich aus

Auch die europäischen Anleihemärkte wurden nicht verschont. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen lag am Montag bei 3,223% und näherte sich dem Q2-Hoch von 3,505% aus 2011. Die französische 10-jährige Staatsanleihe überschritt kurzfristig 4,05%, stieg innerhalb eines Tages um ca. 11 Basispunkte und erreichte damit ebenfalls ein neues Hoch seit 2009. Die Rendite der 30-jährigen französischen Staatsanleihen erreichte 4,86% – fast der höchste Wert der letzten zwanzig Jahre.

Der Druck im europäischen Markt breitet sich von Deutschland auf andere Schlüsselwirtschaften wie Frankreich aus. Wachsende Sorgen um Frankreichs hohes Haushaltsdefizit und große Schuldenlast verstärken sich. Hinzu kommt der durch den Nahostkonflikt ausgelöste Anstieg der Energiepreise und die daraus resultierende Inflationsbelastung, die ebenfalls als wichtiger Faktor für den Ausverkauf europäischer Anleihen gilt.

Gemeinsame Triebkräfte: Eine globale „Revolution der Laufzeitprämie“

Obwohl die nationalen Faktoren unterschiedlich sind, ist die treibende Kraft für die steigenden langfristigen Renditen deutlich global geprägt.

Erstens kehrt die Inflationsangst zurück. Die Ölpreise liegen wieder jenseits von 90 US-Dollar pro Barrel, die Hoffnung auf einen Frieden zwischen den USA und Iran schwindet, was die Sorge vor dauerhaft hoher Inflation verstärkt.

Zweitens der Kapitalwettstreit zwischen AI-Anleihen und Haushaltsdefiziten. Wie 金十数据 betont, stehen langfristige Anleihen im Zentrum der Investorenängste: „Von Inflation bis zur schuldengetriebenen künstlichen Intelligenz-Hype spiegeln zahlreiche Bedenken sich konzentriert in diesem Markt wider.“ Der enorme Finanzierungsbedarf von AI-Unternehmen konkurriert mit dem kontinuierlich wachsenden Anleihebedarf der Staaten um das begrenzte Kapital.

Drittens das nachlassende Interesse traditioneller Käufer. Strukturelle Veränderungen am Markt und in der Demographie führen zu einem Rückgang der einst stabilen Nachfrage. Japanische Investoren kehren infolge des Anstiegs inländischer Renditen zurück und schwächen damit die Nachfrage nach US-Staatsanleihen und anderen ausländischen Vermögenswerten.

Viertens: Die Inflation liegt dauerhaft über dem Zielwert. In den vergangenen fünf Jahren lag die Inflationsrate beständig über dem 2%-Ziel der Federal Reserve, sodass Anleger bei langfristigen Staatsanleihen eine höhere Risikoprämie verlangen.

Marktauswirkungen und Ausblick

Der Anstieg der langfristigen Kreditkosten hat eine Kettenreaktion für die breite Wirtschaft ausgelöst. Die Rendite von Staatsanleihen ist der Referenzwert für Unternehmens- und Hypothekendarlehen. Da der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken derzeit bei 6,69% liegt, werden die Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen und Haushalte deutlich eingeschränkt.

Der Markt betrachtet aktuell die Bandbreite von 5,0%-5,3% bei der US-Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen als globale zentrale Warnlinie. Lee Eun-taek, Chief Strategist von KB Securities, warnt: Sollte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe dauerhaft über 5% (2007er-Hoch) oder sogar 5,3% (25-Jahres-Hoch) steigen, wird dies das globale Kapital von „Risikobereitschaft“ zurück zu „Kapitalerhalt“ verschieben und könnte eine vorübergehende Schrumpfung der Kapitalflüsse in den AI- und Tech-Sektor auslösen.

Charu Chanana, Chief Investment Strategist bei Saxo Bank, sagt: „Der Markt verlangt für das Halten von langfristigen Staatsanleihen eine höhere Laufzeitprämie.“ Chris Iggo, Chief Investment Officer von AXA IM Core, französischer Paris Asset Management, weist darauf hin: „Es ist schwer zu sagen, welches Renditeniveau nötig ist, um die Gesamtrenditeperspektive langfristiger festverzinslicher Anlagen zu verbessern. Der einzige Faktor, der dies ändern könnte, sind plötzlich schwache Wirtschaftsdaten oder externe Schocks – letztere scheinen wahrscheinlicher.“

Am 18. August hat sich die globale Ausverkaufswelle der Anleihen bereits von den USA auf die Märkte in Europa und Asien ausgedehnt. Unter dem anhaltenden Einfluss von AI-Anleiheemissionen, riesigen Haushaltsdefiziten und geopolitischen Risiken müssen die langfristigen Kreditkosten – der „Anker“ der globalen Vermögensbewertung – vermutlich noch länger neu kalibriert werden, und die Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind nicht zu unterschätzen.

Übertragungsmechanismus: Drei Wege, wie US-Anleiherenditen den AI-Bullenmarkt beeinflussen

Weg eins: Neubewertung – höhere Diskontierungssätze, geringerer Barwert. Die Rendite der langfristigen US-Staatsanleihen ist der Bewertungsanker für globale Risikoanlagen. Sobald die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen von unter 5% auf über 5,3% steigt, müssen alle Bewertungsmodelle für wachstumsstarke Anlagen, die auf zukünftige Cashflows bauen, neu berechnet werden. AI-Unternehmen – insbesondere solche, die noch keine stabilen Gewinne erzielen (Hardware- und Modellentwickler) – sind für Veränderungen des Diskontierungssatzes deutlich empfindlicher als traditionelle Branchen. Die stärkeren Verluste bei den US-Aktien-Futures (NASDAQ-Futures -1%, S&P -0,4%) spiegeln diesen Druck unmittelbar wider.

Weg zwei: Steigende Finanzierungskosten – die auf Schulden basierende Expansionsstrategie der AI steht unter Druck. Die Ausweitung der AI-Infrastruktur ist stark von Fremdfinanzierung abhängig. In der vergangenen Woche stieg die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen von unter 5% auf über 5,3%, was bedeutet, dass jede auf langfristige Fremdfinanzierung angewiesene AI-Infrastruktur mit höheren Zinskosten konfrontiert wird. KB Securities Chefstratege Lee Eun-taek betont, dass große Tech-Firmen zwar weiter investieren könnten, um im AI-Wettlauf nicht zurückzufallen, doch höhere Zinsen dazu führen könnten, dass Finanzinstitute ihre Finanzierung einschränken.

Weg drei: Umkehr der Kapitalflüsse – Geld fließt aus den Emerging Markets zurück in US-Anleihen. Sobald der risikofreie Zinssatz bei über 5% liegt, sind US-Anleihen an sich bereits eine attraktive Anlageklasse. Der Druck, dass Geld aus den Aktienmärkten der Schwellenländer zurück in den US-Anleihemarkt fließt, nimmt zu. Am 18. August verkauften institutionelle Anleger an der koreanischen KOSPI einen Nettobetrag von 785,4 Milliarden Won an einem einzigen Tag, während ausländische Investoren und Privatanleger Nettokäufe von 86,5 Milliarden Won bzw. 731 Milliarden Won tätigten – die massive Abwanderung der Institutionen ist ein mikroökonomisches Beispiel dieser Logik.

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