Täuschung oder Realität? Vier Hauptfaktoren stützen den andauernden Gold-Bullenmarkt!
Heute ist Sonntag und der Goldmarkt ist geschlossen. Am Freitag (14. August) beendete der Spot-Goldpreis den letzten Handelstag der Woche. Die Preise sind nach einem zwei Monate andauernden Hoch in eine Phase hoher Volatilität und Konsolidierung übergegangen, zeigten im Tagesverlauf eine Bewegung mit Erholung vom Tagestief und schlossen mit leichten Gewinnen. Das Tagestief lag bei etwa 4311 US-Dollar, im Tagesverlauf stieg der Preis bis an die 4397 US-Dollar heran. Bullen und Bären lieferten sich ein hin und her, letztlich schloss der Kurs bei 4375,29 US-Dollar pro Unze, ein Tagesplus von 0,57 %. Auf Wochensicht ergab sich ein Zugewinn von 0,77 %, sodass der Goldpreis die zweite Woche in Folge höher schloss, jedoch blieb der nachhaltige Durchbruch durch die psychologisch wichtige Marke von 4400 US-Dollar weiterhin aus.
[Kurznachrichten]
Der aktuelle Goldpreis nähert sich dem kurzfristigen Zielbereich, die jüngste Schwäche ist lediglich eine technische Gewinnmitnahme im Handel, keinesfalls eine fundamentale Trendwende. Das strukturelle Fundament für weiter steigende Goldpreise ist mittelfristig und langfristig vollkommen intakt, das mittelfristige Ziel von 5000 US-Dollar pro Unze bleibt realistisch erreichbar.
Vier zentrale Unterstützungsfaktoren
Makropolitischer Leitfaden: Die wichtigen US-Makrodaten (Non-Farm Payrolls, Verbraucherpreise, Erzeugerpreise, Einzelhandelsumsätze) sind durchweg schwach ausgefallen. Im Juli sank der Einzelhandel um 0,6 % gegenüber dem Vormonat, der stärkste Rückgang seit 14 Monaten. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September fiel von über 50 % auf nunmehr 33 % bis 40 %. Die zweijährige US-Staatsanleiherendite rutschte unter ihren 55-Tages-Durchschnitt. Die Bereitschaft der Notenbank zur Straffung sinkt deutlich, die Haltekosten für Gold bewegen sich weiter abwärts. Die anstehende Jackson Hole Notenbank-Konferenz Ende August wird zum Schlüsselmoment für die weitere Entwicklung im mittelfristigen Trend.
Geopolitische Dynamik: Im Nahen Osten hat sich eine gegenseitige Konfrontation verfestigt – Störungen in der Straße von Hormus und anhaltende Konflikte zwischen USA und Iran stützen die Gold-Safe-Haven-Nachfrage. Gleichzeitig könnte der Anstieg der Energiepreise die importierte Inflation anheizen und die Fed zu späteren Zinssenkungen zwingen. Das ist der Grund, warum Gold mittelfristig nicht einseitig steigt.
Nachfrage als Untergrenze: Die Zentralbank Chinas hat den Goldbestand 21 Monate in Folge erhöht, der Goldkauf erreichte im Juli den höchsten Stand seit Oktober 2023. Globale Gold-ETFs verzeichnen anhaltende Zuflüsse. Zuvor nicht investierte Gelder kaufen nach, Short-Positionen werden weiter eingedeckt. Bei 3942 US-Dollar wurde eine solide Unterstützungszone geschaffen, sodass eine tiefergehende Korrektur des Goldpreises weitgehend ausgeschlossen ist.
Wirtschaftliche Fundamentaldaten: Die US-Wirtschaft befindet sich in einer Phase „moderater Abkühlung, allmählich zurückgehender Inflation“, dem idealen Umfeld für Gold. Es gibt keine Anzeichen einer tiefen Rezession, gleichzeitig kann die Fed von Zinserhöhungen auf eine lockerere Politik umschwenken, was Raum für eine fortgesetzte Bewertungsanpassung beim Goldpreis bietet.
Citi, ANZ und andere führende Institutionen sind sich einig: Die jüngsten Goldkursgewinne haben viele positive Faktoren frühzeitig eingepreist, ein Einstieg auf hohem Niveau ist mit erhöhtem Risiko verbunden. Die aktuelle Konsolidierung ist eine gesunde Gewinnmitnahme und kein Trendumschwung. Die nächsten Impulse werden sich auf die US-Arbeitsmarktdaten, Inflationszahlen und die Jackson Hole Konferenz Ende August konzentrieren. Nach ausreichender Konsolidierung dürfte der Goldpreis seine Aufwärtsbewegung fortsetzen, der Bullenmarkt bleibt mittel- bis langfristig klar intakt.
[Technische Analyse der Goldpreisentwicklung]
Im Tageschart ist zu erkennen, dass Gold sich zuvor vom Tief bei etwa 3959 rasch erholt hat und zeitweise bis 4449 US-Dollar gestiegen ist. Nach Erreichen dieses Zwei-Monats-Hochs kam es zu einer Korrektur. Die Mittellinie der Bollinger-Bänder liegt derzeit bei etwa 4143, die obere Linie bei etwa 4426 US-Dollar. Der Preis hatte sich zuvor deutlich von der Mittellinie wegbewegt und testete den oberen Bereich, woraufhin die Schwankungsbreite nachließ.
MACD-Analyse: DIFF liegt bei ca. 68,84, DEA bei etwa 34,81, beide Werte befinden sich weiter über der Nulllinie, was bedeutet, dass die mittel- bis langfristige Corrective-Struktur weiterhin Bestand hat. Zugleich lässt die Geschwindigkeit der Histogramm-Ausdehnung nach dem jüngsten Anstieg deutlich nach, was eine Anpassung von kurzfristiger Dynamik und Preisentwicklung signalisiert.
Besonders beachtenswert ist die Form der Bollinger-Bänder: Die Mittellinie hat von einem Abwärtstrend auf eine Aufwärtsbewegung gedreht, die obere Linie öffnet sich gleichzeitig, und der Preis ist aus diesem Bereich zurückgefallen. Diese Struktur weist darauf hin, dass der Markt die Phase geringer Volatilität verlassen hat und nun in eine Umgebung mit deutlich größerer Schwankungsbreite eingetreten ist.
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