Nvidia verbündet sich mit sechs Wall-Street-Giganten und plant eine Wette von 500 Milliarden Dollar auf KI-Infrastruktur; Credit Default Swaps verzeichnen den größten Anstieg seit zwei Wochen.
Nvidia sucht die Zusammenarbeit mit Apollo, Blackstone, GIP von BlackRock, Brookfield, Goldman Sachs und KKR, um als Konsortium bis zu 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastrukturprojekte zu sammeln, einschließlich Beschaffung von KI-Chips, Energieerzeugung und Bau von Rechenzentren. Nach der Bekanntgabe dieser Nachricht fiel der Aktienkurs von Nvidia zeitweise um 3,2 %, und die Preise für Credit Default Swaps verzeichneten den größten Tagesanstieg seit zwei Wochen.
NVIDIA sucht derzeit die Zusammenarbeit mit einer Reihe von führenden US-Finanzinstituten, um bis zu 500 Milliarden US-Dollar für Infrastrukturprojekte im Bereich Künstliche Intelligenz zu beschaffen.
Laut einem am Montag, dem 10. August, von der Financial Times unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen veröffentlichten Bericht verhandeln Wall-Street-Giganten wie Apollo, Blackstone, Global Infrastructure Partners von BlackRock, Brookfield Asset Management, Goldman Sachs und KKR mit NVIDIA über eine Finanzierungsvereinbarung für AI-Infrastruktur in Höhe von insgesamt 500 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss könnte bereits heute offiziell bekannt gegeben werden.
Dem Bericht zufolge werden die beteiligten Institute ein Konsortium bilden, um spezielle Investmentfonds aufzusetzen. Die Mittel sind ausschließlich für Bereiche wie den Erwerb von AI-Chips, Stromerzeugung und den Bau von Rechenzentren vorgesehen.
Kommt der Deal zustande, zählt er zu den größten Finanzierungsaktionen der Wall Street-Geschichte und unterstreicht den Trend, dass Mainstream-Finanzkapital zunehmend im großen Stil in den Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz investiert.
Nach Bekanntgabe der Nachricht fiel der NVIDIA-Aktienkurs zeitweise um 3,2 %. Gleichzeitig stieg der Preis des fünfjährigen Credit Default Swaps (CDS) zur Messung des Kreditrisikos des Unternehmens am Montag zeitweise auf 77,215 Basispunkte, das bedeutet ein Plus von etwa 5,3 Basispunkten gegenüber dem Vortag und war damit der größte Tagesanstieg seit zwei Wochen. 
Konsortialmodell – Details bleiben vertraulich
Nach Angaben der Financial Times besteht die aktuelle Vereinbarung nicht darin, dass NVIDIA selbst Kapital bereitstellt, sondern die sechs großen Finanzinstitute bündeln als Konsortium einen speziellen Finanzierungspool, wobei NVIDIA als federführender Partner, aber nicht als Kapitalgeber fungiert.
Bisher wurden keine konkreten Details zu Struktur und Ausgestaltung des Finanzierungspakets veröffentlicht, etwa ob und in welcher Höhe NVIDIA Anteile an den Fonds hält.
Ob es sich bei den 500 Milliarden US-Dollar um komplett neue Mittel oder bereits bestehende Zusagen handelt, ist ebenso noch offen. Die Financial Times nennt derzeit auch keine Einzelheiten darüber, welche Projekte oder Unternehmen genau finanziert werden sollen.
NVIDIAs Rolle als Kapitalmobilisierer wächst weiter
Die aktuelle Kooperation ist nicht das erste Mal, dass NVIDIA tief in die Finanzierungskette der AI-Industrie eingreift.
Letzten Monat kündigte NVIDIA eine erweiterte Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Industriekonzern SK Group an, das gemeinsame Projektvolumen soll 500 Milliarden US-Dollar übersteigen;
Zuvor wurde berichtet, dass NVIDIA darüber verhandelt, OpenAI für bis zu 25 Milliarden US-Dollar eine Finanzierungsgarantie zur Verfügung zu stellen, um dessen Zugang zu Rechnerkapazitäten in US-Rechenzentren zu unterstützen;
Weitere Berichte deuten darauf hin, dass NVIDIA auch über eine Finanzierung von 350 Milliarden US-Dollar für das Chip-Beschaffungsprogramm von OpenAI diskutiert.
Gleichzeitig gab NVIDIA im vergangenen Monat eine „bedeutende“ Investition in das von dem ehemaligen OpenAI-Chef-Wissenschaftler Ilya Sutskever gegründete AI-Startup Safe Superintelligence Inc. bekannt.
All diese Initiativen zeigen, dass sich NVIDIA sukzessive von einem Chip-Lieferanten zum zentralen Kapitalmobilisierer im AI-Infrastruktur-Ökosystem entwickelt und durch intensive Beteiligung an Finanzierungsstrukturen seine strategische Position in der Branche stärkt.
Kreislaufgeschäfte und steigende Kreditrisiken
Die von NVIDIA vorangetriebenen Finanzierungslösungen stoßen zunehmend auf Skepsis am Markt.
Einige Investoren halten die milliardenschweren Verträge zwischen NVIDIA und Akteuren im AI-Ökosystem für Kreislaufgeschäfte, die zwar Branchenerwartungen anheizen, aber auch überzogene Bewertungen fördern könnten.
Der Anstieg der CDS-Preise von NVIDIA spiegelt das wachsende Augenmerk des Marktes auf die potenziellen Kreditrisiken wider, die sich durch diese großvolumigen Finanzierungsmodelle ergeben.
Analysten betonen, dass die langfristige Tragfähigkeit dieses Modells – in dem Tech-Giganten hohe Schulden aufnehmen oder externe Finanzmittel mobilisieren, um das Wachstum der AI-Infrastruktur zu forcieren – weiterhin eines der zentralen Diskussionsthemen an den Märkten bleibt.
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