Fu Peng: KI-Infrastrukturaktien zeigen bereits Merkmale von "Oldstock-Aktien", während Liquiditätswerte wie Bitcoin möglicherweise vor dem Aktienmarkt eine Neubewertung und Bereinigung erfahren.
Laut ChainCatcher erklärte der Chefökonom der Bitfire Group, Fu Peng, dass sich die KI-Branche derzeit in einer Übergangsphase vom mittleren zum nachgelagerten Bereich befindet. Die Infrastruktur-Ebene, vertreten durch Nvidia, habe bereits ein ausgereiftes Stadium erreicht und zeige Merkmale von „Blue-Chip-Aktien“, doch auf der nachgelagerten Anwendungsebene fehle bislang ein Meilenstein-Durchbruch wie ChatGPT. Die kommenden 10 bis 18 Monate seien daher eine Umbruchphase im Branchenzyklus. Er betonte, dass im zweiten Abschnitt der KI-Entwicklung nicht mehr das wiederholte Investieren in Infrastruktur im Vordergrund stehe, sondern die Frage, ob KI als Effizienzwerkzeug beim Eintritt in reale Branchen stabile Zahlungsströme, Profite und Verbreitung generieren könne.
Er erklärte zudem, dass sich das Kapital am Markt derzeit gemäß einer Strategie der „Kreisverkleinerung“ bewege. Zuerst werden spekulative Werte mit hoher Volatilität und fehlendem Cashflow aus dem Randbereich bereinigt, während sich das Kapital weiter auf die zentralsten und verlässlichsten Anlagen konzentriert. Reine Liquiditätswerte am Nenner-Ende wie Bitcoin bauen dabei den Bewertungsdruck in der Regel schneller ab als klassische Aktienmärkte.
Außerdem merkte er an, dass Speicherprodukte wie DRAM und HBM letztlich Warenprodukte seien und den typischen Warenzyklusschwankungen unterliegen. Wenn das Branchengrundlagenbild extrem klar ist und die Volatilität sehr niedrig ausfällt, werde übermäßiger Aufbau von außerbörslichem Finanzhebel rasch zu einem unsichtbaren Auslöser für einen Kursabsturz. Tritt ein Deleveraging ein, kann trotz solider Fundamentaldaten des Unternehmens der Preis heftig schwanken.
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