Silber- und Goldpreise erholen sich vorsichtig, aber Analysten halten eine anhaltende Aufwärtsbewegung für äußerst unwahrscheinlich.
Quelle: Globale Marktberichterstattung
Edelmetalle erlebten nach anhaltendem Verkaufsdruck kürzlich eine Erholung, doch Analysten betonen, dass der Weg zurück zu den historischen Höchstständen von Gold und Silber, die zu Beginn dieses Jahres erreicht wurden, sehr schwierig ist.
Am Mittwochmorgen wurde Silber am Spotmarkt zu einem Preis von 59,47 US-Dollar pro Unze gehandelt, was einem Anstieg von etwa 6,3 % gegenüber dem Wochenende mit 55,9 US-Dollar/Unze entspricht; im gleichen Zeitraum stieg Spot-Gold um etwa 2,4 % auf 4119,04 US-Dollar pro Unze.
Warren Patterson und Eva Manthei, Rohstoff-Strategen der ING, erklärten in einem am Mittwoch veröffentlichten Forschungsbericht, dass der aktuelle Anstieg vor allem durch “Käufe nach jüngster Schwäche” ausgelöst wurde und nicht durch “substantielle Veränderungen im geopolitischen oder makroökonomischen Umfeld”.
Hohe Zinsen und ein starker US-Dollar verringern die Attraktivität von Edelmetallen; zugleich treiben Konflikte mit Iran die Ölpreise in die Höhe, was Kapitalströme in andere Anlageklassen lenkt und die Marktstruktur verändert.
Patterson und Manthei erläuterten: “Die angespannte Lage im Nahen Osten bietet weiterhin Unterstützung für Edelmetalle, aber der Markt wägt zwei Faktoren ab: einerseits schwächere US-Wirtschaftsdaten, andererseits Inflationsrisiken durch steigende Energiepreise.”
Die Analysten der ING ergänzten, dass Goldpreise “höchstwahrscheinlich weiterhin durch die Entwicklungen auf den Energiemärkten und die Erwartungen an die US-Geldpolitik beeinflusst werden”, während Silber “bei starker Performance der Industriemetalle und zusätzlichen Käufen aus Sicherheitsgründen eine vergleichsweise bessere Performance fortsetzen könnte”.
Sie betonten: “Die Stärke von Silber ist zum einen das Ergebnis seiner Funktion als sicherer Hafen, zum anderen wird das Segment der Industriemetalle durch eine Erholung der Marktstimmung unterstützt, wobei die Entwicklung des Kupferpreises besonders entscheidend ist.”
Im Gegensatz dazu vertreten Analysten der amerikanischen Bank die Meinung, dass Gold nach dem schlechtesten Quartal der letzten 13 Jahre im Dreimonatszeitraum bis Ende Juni weiteres Abwärtspotenzial besitzt.
In einem Forschungsbericht vom 16. Juli schrieb die Bank of America: “Das Auftreten des Death Cross, die hohe Netto-Long-Positionen und die Ähnlichkeiten zwischen der aktuellen Marktlage und historischen Hochpunkten erhöhen das Risiko einer langanhaltenden und umfassenden Korrektur bei den Goldpreisen.”
UBS äußert Zweifel an einer Erholung von Silber und warnt Anleger davor, Silberpositionen aufzubauen.
Die Schweizer Investmentbank hat diese Woche den attraktiven Einstiegspreis für Silber von zuvor etwa 55 US-Dollar/Unze auf einen Bereich von 48–50 US-Dollar/Unze herabgesetzt.
Dominik Schneider, UBS-Stratege, erklärte im Forschungsbericht vom 20. Juli: “Wir gehen davon aus, dass kurzfristige Widerstände bei Silber anhalten werden. Die anhaltende Eskalation im Nahen Osten, die gestiegenen Opportunitätskosten sowie der starke US-Dollar drücken weiterhin die Marktstimmung. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen liefern von oben wenig Impulse und erschweren eine Zunahme von Long-Positionen bei Silber. Die Investitionsnachfrage ist volatil, und die Silberpreise haben noch keinen stabilen Boden gefunden.”
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