SpaceX steht vor einer epischen Aktienfreigabe: Aktien im Wert von 116 Milliarden US-Dollar werden ab dem 6. August handelbar
Am 6. August werden voraussichtlich etwa 911,5 Millionen Insider-Aktien von SpaceX aus der Sperrfrist entlassen, was einem Marktwert von rund 116 Milliarden US-Dollar entspricht. SpaceX setzt ein gestaffeltes Freigabeverfahren ein, wodurch die Gesamtzahl der frei handelbaren Aktien bis Jahresende von aktuell etwa 639 Millionen auf 5,33 Milliarden stark ansteigen wird. Der Kurs der SpaceX-Aktie ist seit dem letzten Schlusskurs-Hoch um 37 % gefallen, stieg heute im Tagesverlauf jedoch um 3,8 %, was eine sieben Tage andauernde Verlustserie beenden könnte.
Nach dem größten IPO der Geschichte steht die erste Freigabe bevor, und der Markt bewertet derzeit die potenziellen Auswirkungen auf den Aktienkurs.
Laut Prospekt von SpaceX werden bis zu etwa 911,5 Millionen Aktien von internen Anteilseignern am 6. August für den Handel freigegeben, was einem Marktwert von etwa 116 Milliarden US-Dollar entspricht. Der Zeitpunkt liegt genau zwei Tage nach der erstmaligen Veröffentlichung der Quartalszahlen des Unternehmens. Bis Ende des Jahres wird die Gesamtanzahl der frei handelbaren Aktien von derzeit etwa 639 Millionen auf 5,33 Milliarden steigen.
Angesichts dieser gewaltigen Entsperrungsmenge steht der Aktienkurs von SpaceX spürbar unter Druck. Seit dem Hoch am 16. Juni ist die Aktie um 37% gefallen und hat mehr als 425 Milliarden US-Dollar an Börsenwert eingebüßt. Am Dienstag, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, stieg sie im Handel um 3,8% und könnte damit eine siebentägige Verlustserie beenden.

Laut Daten von S3 Partners sind derzeit etwa 30% der freihandelbaren Aktien leerverkauft, die Shortseller haben einen Buchgewinn von etwa 7 Milliarden US-Dollar erzielt.
Das Besondere an dieser Entsperrung ist, dass SpaceX nicht das übliche Verfahren der kompletten Freigabe nach 180 Tagen nach dem IPO angewandt hat, sondern einen stufenweisen Freigabeplan entwickelt hat, um bei der Erweiterung des Handelsvolumens größere Verwerfungen im Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu vermeiden.
Stufenweise Freigabe: Ungewöhnliche Struktur
Im Vergleich zu traditionellen IPO-Freigaben ist das von SpaceX gewählte Verfahren der gestaffelten und verteilten Freigabe auf dem Markt selten. Laut Prospekt werden am 6. August zunächst mehr als 900 Millionen Aktien freigegeben; im weiteren Verlauf der nächsten Monate steigt das Freigabevolumen weiter an, bis Anfang Dezember die Gesamtanzahl der frei handelbaren Aktien auf 5,33 Milliarden anwächst – mehr als eine Verachtfachung gegenüber dem aktuellen Stand.
Bemerkenswert ist zudem ein Auslösemechanismus nach dem 6. August: Erreicht der Aktienkurs von SpaceX in den zehn Handelstagen vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen mindestens an fünf Tagen 175,50 US-Dollar, dürfen weitere bis zu 455,8 Millionen Aktien unmittelbar nach Veröffentlichung gehandelt werden.
Gemessen am Schlusskurs vom Montag von 119,85 US-Dollar müsste der Kurs noch über 46% zulegen, um diese Schwelle zu erreichen – der Markt hält dies für eher unwahrscheinlich.
Elon Musk hält etwa 7,8 Milliarden Aktien, das entspricht rund 60% des gesamten Aktienbestands. Laut Prospekt ist die Sperrfrist für seine Anteile bis über ein Jahr nach dem Börsengang im Juni verlängert, sodass kurzfristig kein zusätzlicher Verkaufsdruck durch ihn entsteht.
Frühe Investoren profitieren von attraktiven Exit-Möglichkeiten
Trotz der jüngsten deutlichen Kurskorrekturen verfügen frühe Anteilseigner im Vergleich zur Bewertung vor dem IPO weiterhin über beachtliche Buchgewinne. SpaceX wurde vor einem Jahr in einer privaten Finanzierungsrunde mit etwa 400 Milliarden US-Dollar bewertet.
Anfang dieses Jahres wurde die Übernahme von xAI durch SpaceX abgeschlossen; diese Transaktion erhöhte laut Bloomberg die Gesamtbewertung von SpaceX auf 1 Billion US-Dollar, die Bewertung von xAI lag bei 250 Milliarden US-Dollar. Diese Transaktion brachte vielen Investoren Milliardengewinne, und der Wert ihrer Aktien im börsennotierten Unternehmen hat das ursprüngliche Investment um ein Vielfaches übertroffen.
Durch die stufenweise Freigabe erhalten frühe Private-Equity-Investoren und Insider in den kommenden Monaten sukzessive Ausstiegsmöglichkeiten und können ihre Aktien auf unterschiedlichen Kursniveaus schrittweise verkaufen.
Shortseller auf dem Vormarsch, IPO-Marktstimmung getrübt
Die Aussicht auf Freigaben, gepaart mit Bewertungsdiskussionen, hat nun die Shortseller stark angelockt. Laut S3 Partners sind derzeit etwa 30% der frei handelbaren Aktien leerverkauft, die Shortseller haben auf dem Papier einen Gewinn von etwa 7 Milliarden US-Dollar.
In den letzten zwölf Handelstagen schloss die SpaceX-Aktie zehnmal im Minus; Auslöser waren neben der Erwartung an die Freigaben auch der Abbruch des Starship-Raketenstarts wegen eines Triebwerksausfalls sowie die Sektorrotation des Kapitals weg von AI-Aktien.
Die heftigen Kursschwankungen von SpaceX haben bereits Auswirkungen auf den Markt für neue Aktien insgesamt.
Bloomberg-Daten zufolge ist die gewichtete durchschnittliche Rendite neu gelisteter Unternehmen in diesem Jahr bereits auf minus 4,4% gesunken. Selbst ohne SpaceX und SK Hynix beträgt die Gesamtrendite der neuen Aktien nur 5,3% – deutlich weniger als der Anstieg des S&P 500 Index von 9,4% im selben Zeitraum.
Wie eine Balance zwischen Liquiditätsfreisetzung und Kursstabilität erreicht werden kann, wird für SpaceX und das Konsortium der Underwriter in den nächsten Monaten zur zentralen Herausforderung.
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