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Vorschau auf den IBM Q2-Finanzbericht: Aufschiebung von Nachbestellungen als Schlüssel, kann Red Hat die Software-Story tragen?

Vorschau auf den IBM Q2-Finanzbericht: Aufschiebung von Nachbestellungen als Schlüssel, kann Red Hat die Software-Story tragen?

2026/07/21 03:58
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1. Wichtige Investitionspunkte auf einen Blick

IBM wird am 22. Juli um 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit den offiziellen Q2-Bericht veröffentlichen und eine Telefonkonferenz abhalten. Das Unternehmen hat am 14. Juli bereits vorläufige Zahlen bekannt gegeben: Umsatz 17,2 Mrd. USD (+1% YoY), unter den Erwartungen von Wall Street (~17,86 Mrd. USD); bereinigtes EPS 2,93 USD (+5% YoY), ebenfalls unter dem Konsens (~3,01 USD). Der Markt interessiert sich nicht mehr für die Bestätigung der Quartalszahlen, sondern dafür, ob die Verzögerungen großer Deals in der zweiten Jahreshälfte aufgeholt werden können, die Qualität des Wachstums bei Red Hat sowie die Frage, ob die Jahresprognose nach unten revidiert werden muss.

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2. Vier zentrale Fokuspunkte

Fokus 1: Die wahre Natur der Verzögerungen großer Deals

CEO Arvind Krishna räumt offen ein, dass das Unternehmen nicht schnell genug auf die Neuordnung der Kundenbudgets reagiert hat und mehrere große Deals nicht rechtzeitig abgeschlossen wurden – der Hauptgrund für die Umsatzlücke. Kunden priorisierten Ende Juni ihre Investitionen auf Server, Speicher und Speicherchips, um Engpässe und potenzielle Preiserhöhungen zu begegnen. Gleichzeitig wurden sie von branchenweiten Cybersecurity-Ereignissen abgelenkt. Der offizielle Bericht muss quantifizieren, ob diese verzögerten Bestellungen nur zeitlich verschoben, verkleinert oder storniert wurden, da dies direkt die Sichtbarkeit des Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte beeinflusst.

Fokus 2: Qualität des Red Hat-Wachstums und Abweichung im Softwarebereich

Red Hat erzielte eine Umsatzsteigerung von 11% und ist eine der wenigen Lichtblicke im Softwarebereich, während der gesamte Softwareumsatz nur um 5% gestiegen ist und damit deutlich unter dem Q1-Wert von 11% liegt. Der Unterschied resultiert hauptsächlich aus dem schwachen Geschäft bei Transaction Processing und angeschlossenen Softwarelösungen für Mainframes. Investoren sollten darauf achten, ob das Red Hat-Wachstum durch Vertragsverlängerungen, OpenShift-Workloads und neue Abonnements getrieben wird und nicht durch Wechselkurs- oder Preisfaktoren. Außerdem sollten sie beobachten, ob die Jahresprognose für Transaction Processing angepasst wird.

Fokus 3: Unterschiede innerhalb und außerhalb der Infrastruktur

Die Infrastruktur sank insgesamt um 7%, jedoch mit deutlicher interner Differenzierung: Verteilte Infrastruktur verzeichnete ein Rekordwachstum von 37% (starkes Power- und Speichersegment) und hinterließ etwa 500 Mio. USD an offenen Bestellungen. Das z17-Projekt erreichte kumulativ nahezu 130% Fortschritt (im Vergleich zu z16), aber das Tempo der Abschlüsse im Quartal lag deutlich unter den Erwartungen. Das offizielle Material muss z17 und verteilte Infrastruktur separat ausweisen, um Fehlinterpretationen hinsichtlich eines dauerhaft schwachen Mainframe-Bedarfs zu vermeiden.

Fokus 4: Widerstandsfähigkeit der Gewinnmarge und des freien Cashflows

Im ersten Halbjahr wurden 4,8 Mrd. USD freier Cashflow erwirtschaftet. Trotz Druck auf GAAP-Bruttomarge und Vorsteuergewinnmarge konnte die bereinigte Vorsteuergewinnmarge um 30 Basispunkte steigen. Der Markt wird prüfen, ob IBM in Zeiten kurzfristigen Umsatzdrucks durch Kostendisziplin und ein hochwertiges Softwareportfolio seine defensive Eigenschaften bewahren kann und ob das Ziel für den freien Cashflow für das Gesamtjahr gleich bleibt.

 

3. Risiken und Chancen

Aufwärtskatalysatoren:

  • Verzögerte Bestellungen werden in der zweiten Jahreshälfte konzentriert umgesetzt und führen zu einer deutlichen Verbesserung bei Software und Infrastruktur gegenüber dem Vorquartal.
  • Red Hat wächst weiterhin zweistellig, ergänzt durch Cross-Selling mit HashiCorp und Confluent, wodurch das organische Wachstum im Softwarebereich wieder steigt.
  • Das Management legt einen überprüfbaren Umsetzungsplan für die zweite Jahreshälfte sowie eine beibehaltene oder leicht angehobene Jahresprognose vor.

Abwärtsrisiken:

  • Verzögerte Bestellungen werden verkleinert oder gestrichen, was zu einer Absenkung der Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr führt.
  • Transaction Processing bleibt weiterhin schwach und belastet das hochprofitable Softwareportfolio und die Gesamtrentabilität.
  • Kunden priorisieren über längere Zeit allgemeine Server und Speicher, wodurch die Nachfrage nach Mainframe-Software strukturell nachlässt.

4. Handlungsempfehlungen für den Handel

Bullisches Szenario: Wenn im offiziellen Bericht der Weg zur Umsetzung der verzögerten Bestellungen klar erkennbar ist, Red Hat und verteilte Infrastruktur positive quantitative Signale senden und die Jahresprognose nicht signifikant nach unten revidiert wird, kann sich der Aktienkurs von vorherigen übermäßigen Verlusten erholen.

Bearisches Risiko: Wenn das Management keinen überprüfbaren Zeitplan für die Nachholung liefern kann oder die Umsatz- und Cashflow-Ziele für das Gesamtjahr klar nach unten angepasst werden, könnte das zu einer weiteren Abwertung führen.

Wichtige Daten:

  • Aufschlüsselung der Software-Unterbereiche (insbesondere Transaction Processing und Red Hat ARR/Buchungen)
  • Konkreter Beitrag und Veränderung des Auftragsbestands bei z17 und verteilter Infrastruktur
  • Änderungen der Umsatz- und Cashflow-Prognose für das Gesamtjahr
  • Beratungsabschlüsse und Beitrag der GenAI-Entwicklung

Handelsempfehlung: Die Volatilität rund um den Bericht kann zunehmen. Es wird empfohlen, im Rahmen der Telefonkonferenz besonders auf marginale Veränderungen bei Aussagen zur Bestellumsetzung und Kundenbudgets zu achten, statt nur auf die Zahlen. Beim Positionsmanagement sollte ein Event-Driven-Ansatz gewählt werden, und bei hoher Unsicherheit in der Prognose sollte keine starke Konzentration auf eine Richtung eingegangen werden.

 

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