Guojin Macro: Wie weit ist der Deleveraging-Prozess am südkoreanischen Aktienmarkt fortgeschritten?
Glonghui, 17. Juli – Guojin Securities veröffentlichte gestern den „Makro-Sonderforschungsbericht – Wie weit ist der Deleveraging-Prozess an den südkoreanischen Aktienmärkten fortgeschritten?“ Die wichtigsten Erkenntnisse lauten wie folgt: 1. Das Kernproblem der aktuellen Korrektur am südkoreanischen Aktienmarkt liegt nicht beim Gewinn. Langfristige Branchentrends wie KI-Investitionen, HBM und Speicherchip-Boom zeigten keinen grundlegenden Umschwung. Der eigentliche Grund für den kurzfristigen Einbruch am Markt war die zuvor zu schnelle, zu starke und zu konzentrierte Hebelwirkung. Der koreanische Aktienmarkt ist stark auf Samsung und SK Hynix fokussiert, 54 % der KOSPI-Gewichtung entfallen auf die beiden großen Speicherchiphersteller, zudem ist das Ausmaß an gehebeltem Kapital am Markt hoch. 2. Einerseits wurden zahlreiche 2x-Long-ETFs auf Einzeltitel emittiert; andererseits floss das Kapital der Privatanleger – vielfach über Beleihungen oder Kredite – bereits mit Hebelwirkung in den Markt, und einige Anleger setzten durch Optionen noch mehrfach gehebelte Strategien ein. Dadurch wurde der südkoreanische Markt extrem empfindlich gegenüber Liquidität. Das Risiko liegt darin, ob intern noch weiter Kapital beschafft werden kann, Deleveraging ist der Hauptgrund für die jüngsten starken Kursrückgänge. 4. Wie weit ist der Deleveraging-Druck bereits abgebaut? Laut Daten der Korea Financial Investment Association (KOFIA) lässt sich der Markt aus drei Perspektiven betrachten – Finanzierungshebel, außerbörsliches Geld, das auf einen Einstieg in den Markt wartet, Leerverkäufe und institutionelle Positionstätigkeiten. 5. Finanzierte Long-Positionen: Hauptpositionen wurden nur leicht abgebaut. 1) Der Kreditfinanzierungsbestand, der das Risiko von Zwangsliquidationen bei Privatanlegern bestimmt, erreichte am 24. Juni mit 38,63 Billionen KRW ein Allzeithoch und lag am 10. Juli noch bei 35,57 Billionen KRW, ein Rückgang um lediglich 7,9 % vom Höchststand; 2) Wertpapierbesicherte Kredite sanken von 28,08 Billionen auf 25,24 Billionen KRW, ein Rückgang um 10,1 %; 3) Der Bestand der kreditfinanzierten Wertpapierleihen sank von 583 Mrd. auf 255 Mrd. KRW, ein Rückgang von 56,3 %, allerdings ist das absolute Volumen gering. 6. Außerbörsliche Mittel: Barreserven schrumpfen. Die Kundensicherheiten auf Wertpapierkonten erreichten am 4. Juni zwischenzeitlich 139,69 Billionen KRW, bis 10. Juli sanken sie auf 105,58 Billionen KRW, ein Rückgang um 24,4 %. Die Einlagen der Anleger für börslich gehandelte Derivate gingen von 64,22 Billionen auf 51,60 Billionen KRW zurück, ein Minus von 19,7 %. Der Rückgang erfolgte damit deutlich schneller als bei kreditfinanzierten Long-Positionen – dies bedeutet, dass Privatanleger nicht lediglich den Hebel reduzieren, sondern auch verfügbare Bar-Polster für Nachschüsse und Sicherheiten abbauen. 7. Aktive Short-Positionen: Neue Leerverkäufe stauen sich nicht an. Der Bestand geliehener Aktien verzeichnete am 3. April ein Hoch bei 3,191 Mrd. Stück, am 13. Juli waren es 2,941 Mrd. Stück, ein Rückgang um 7,8 %; das Leihvolumen lag am 15. Juni bei 195,30 Billionen KRW und aktuell bei 152,77 Billionen, ein Minus von 21,8 %. Beide Werte liegen unterhalb der Höchststände, daher ist der Druck durch aktive Short-Positionen aktuell eher gering, die Korrektur ist hauptsächlich auf Margin Call-Liquidationen bei gehebelten Long-Positionen zurückzuführen. 8. Wann ist der Abwärtstrend vorbei? Erstens, ob der technische Verkaufsdruck nachlässt; zweitens, ob die Barreserven sich stabilisieren; drittens, ob ausländische Investoren und das Halbleiter-Segment anknüpfen können; viertens, ob die Aufsicht aktiv negative Rückkopplung unterbindet. Eine echte Bodenbildung am südkoreanischen Aktienmarkt dürfte erst nach einer weiteren Verringerung des Bestands an kreditfinanzierten Long-Positionen, einer Stabilisierung der Kundensicherheiten und einer Erholung der Ergebniserwartungen im Halbleitersegment eintreten – bislang ist noch Geduld gefragt.
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