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Piper Sandler bewertet erstmals drei große kommerzielle Raumfahrtaktien: Einziges „Übergewichten“-Rating für AST SpaceMobile, kurzfristige Gegenwinde für SpaceX und Rocket Lab bleiben bestehen

Piper Sandler bewertet erstmals drei große kommerzielle Raumfahrtaktien: Einziges „Übergewichten“-Rating für AST SpaceMobile, kurzfristige Gegenwinde für SpaceX und Rocket Lab bleiben bestehen

智通财经智通财经2026/07/17 04:01
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Von:智通财经

Piper Sandler nimmt erstmals drei Raumfahrtaktien in die Bewertung auf: AST SpaceMobile erhält eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 US-Dollar, während SpaceX und Rocket Lab lediglich mit “Neutral” eingestuft werden.

Laut der Finanzen-App Smart Finance erhielt Piper Sandler am 16. Juli erstmals die Coverage von drei viel beachteten Raumfahrtunternehmen und vergab dabei stark unterschiedliche Bewertungen: AST SpaceMobile (ASTS.US) wurde mit „Übergewichten“ bewertet und einem Kursziel von 100 US-Dollar versehen; gleichzeitig erhielten Rocket Lab (RKLB.US) und SpaceX (SPCX.US) eine „neutrale“ Bewertung, mit Kurszielen von jeweils 83 US-Dollar und 156 US-Dollar.

Im Zentrum steht bei Piper Sandler die Einschätzung: Obwohl wiederverwendbare Raketentechnologien das wertvollste langfristige Wettbewerbsmerkmal der Weltraumwirtschaft sind und SpaceX sowie Rocket Lab auf lange Sicht „wohl die am besten positionierten Unternehmen“ darstellen, bietet AST SpaceMobile kurzfristig, also innerhalb der nächsten zwölf Monate, eine „vertretbarere Bewertung und klarere EBITDA-Wachstumsperspektive“.

AST SpaceMobile: Optimales Risiko-Ertrags-Verhältnis – der „Satelliten-Breitband-Einhorn“ setzt auf Kooperation statt Wettbewerb

Alexander Potter, Piper Sandlers Fünf-Sterne-Analyst, betonte zum Start der Coverage, dass AST SpaceMobile gerade unter den drei Raumfahrt-Aktien das beste Risiko-Ertrags-Verhältnis biete – dank attraktiver Bewertung und klarer EBITDA-Wachstumsperspektive.

Das Kerngeschäftsmodell von AST SpaceMobile basiert auf einer Zusammenarbeit mit führenden Mobilfunknetzbetreibern wie AT&T, Verizon, Vodafone und Rakuten anstatt auf Konkurrenz. Piper ist überzeugt, dass diese Strategie eine Reichweite von weltweit über drei Milliarden drahtlosen Nutzern erlaubt. Die Analysten prognostizieren einen Umsatzanstieg von ca. 166 Mio. US-Dollar im Jahr 2026 auf über 5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2031; im selben Zeitraum könnte das EBITDA etwa 4,2 Mrd. US-Dollar erreichen. Das Kursziel von 100 US-Dollar basiert auf dem 20-fachen 2031 EV/EBITDA und wird mit 15 % abgezinst.

Piper weist aber auch auf erhebliche Risiken für AST hin: Der Wettbewerb mit SpaceXs Starlink-Direktverbindung zum Handy ist die größte Bedrohung; das Unternehmen benötigt immense Investitionen; die Planung für Satellitenbereitstellung, behördliche Genehmigungen und Kundenakzeptanz bleibt unsicher.

Am selben Tag, an dem Piper seine Bewertung veröffentlichte, kündigte AST SpaceMobile die Privatplatzierung von 1 Mrd. US-Dollar in wandelbaren Vorzugsanleihen an – dies löste Sorgen über eine Verwässerung der Anteilseigner aus und führte zu einem Kurssturz von über 17 %. Es ist die zweite Finanzierung dieser Größenordnung in diesem Jahr (die erste war im Februar). Die Gesellschaft betont, dass die Mittel für die Erschließung zusätzlicher Orbitalrechte und zur Untersuchung von Partnerschaften oder Übernahmen eingesetzt werden, um die Abhängigkeit von Drittanbieter-Startdiensten zu verringern. Seit dem Kursanstieg Ende Mai über 130 US-Dollar ist ASTS vom Allzeithoch um die Hälfte gefallen, das Kursziel von Piper entspricht einem potentiellen Zuwachs von etwa 50 %. Laut S&P Global und den Daten von zehn Analysten liegt die Konsens-Einschätzung der Wall Street bei „halten“ und einem durchschnittlichen Kursziel von 79,78 US-Dollar.

Rocket Lab: Das „stärkste SpaceX-Alternativunternehmen“ – Optimismus bereits eingepreist

Piper vergibt für Rocket Lab eine „neutrale“ Bewertung und ein Kursziel von 83 US-Dollar – das Unternehmen gilt als der stärkste börsennotierte Alternativanbieter im Bereich Launch Services nach SpaceX. Besonders hervorgehoben werden das vertikal integrierte Geschäftsmodell und die erfolgreiche Electron-Rakete mit rund 90 Starts.

Die Entwicklung des Archimedes-Vakuumtriebwerks wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Wachstum von Rocket Lab hängt künftig stark vom Erfolg der größeren, wiederverwendbaren Neutron-Rakete ab, deren Erststart für das vierte Quartal 2026 vorgesehen ist. Zudem gab Rocket Lab kürzlich den 8-Mrd.-US-Dollar Erwerb von Iridium Communications bekannt und erweitert so seinen Geschäftsbereich.

Analysten von Morgan Stanley merken an, dass Rocket Lab durch diese Transaktion „immer mehr wie eine ‘Mini-Version von SpaceX’ wirkt“ und erhöhten das Bullenszenario-Kursziel von 185 US-Dollar auf 293 US-Dollar – Piper erwartet allerdings, dass sich der Aktienkurs im kommenden Jahr weitgehend im Gleichklang mit SpaceX bewegen wird.

Obwohl Piper Rocket Lab zutraut, SpaceX herauszufordern, so sieht der Analyst den Optimismus im Kurs schon weitgehend abgebildet – das Verhältnis von Unternehmenswert/Umsatz liegt sogar über dem von SpaceX. Stand 16. Juli lag der Rocket Lab-Kurs bei ca. 67,30 US-Dollar – und damit bereits 55 % unter dem 52-Wochen-Hoch im Mai von 150,23 US-Dollar.

SpaceX: Langfristige Perspektive solide – Kurzfristige Gegenwinde begrenzen das Potenzial

Piper ist generell „zuversichtlich“ für die langfristigen Aussichten von SpaceX, das als Schlüsselfigur für die Entwicklung moderner Raumfahrtdienstleistungen gilt und künftig von neuen Möglichkeiten wie orbitalen KI-Infrastrukturen profitieren könnte. Das Kursziel von 156 US-Dollar basiert ebenfalls auf dem 20-fachen 2031 EV/EBITDA und wird mit 15 % abgezinst.

Die Analysten sehen allerdings mehrere kurzfristige Risiken, die den Kursspielraum begrenzen: Das Auslaufen von Sperrfristen bringt eine große Menge handelbarer Aktien auf den Markt; Unsicherheit über eine mögliche Tesla-Übernahme; und der massive Investitionsbedarf für zukünftige Wachstumspläne – Piper erwartet, dass jährlich „mühelos dutzende oder hunderte Milliarden US-Dollar“ verbraucht werden. Anleger benötigen voraussichtlich zunächst mehr Beweise, um die ambitioniertesten Projekte einzupreisen.

Marktdaten bestätigen die vorsichtige Einschätzung von Piper. Zum 16. Juli notierte SpaceX deutlich unter dem IPO-Ausgabepreis von 135 US-Dollar, im Juli sank der Kurs um etwa 20 %. Die Short-Positionen stiegen auf ca. 29 % der frei handelbaren Aktien. Außerdem wurde der 13. Starship-Testflug, ursprünglich für den 16. Juli geplant, wegen nicht gestarteter Triebwerke während der Zündung automatisch abgebrochen – der erste Start seit dem IPO im Juni. CEO Elon Musk erklärte, der nächste Versuch könne „in wenigen Tagen“ erfolgen.

Branchenrahmen: Wertverlagerung von „Launch“ zu „Infrastruktur“

Pipers Ratings spiegeln die tiefer gehende Entwicklung der Raumfahrt-Investitionslogik wider. Wiederverwendbare Raketen werden zum langlebigsten Wettbewerbsmerkmal in der Weltraumwirtschaft. Morgan Stanley betont: „Die größte Wertschöpfung im Weltraum entsteht nicht nur durch den Start, sondern durch innovative Infrastruktur.“

Die drei Unternehmen repräsentieren verschiedene Wege der Weltraumökonomie: AST SpaceMobile setzt auf den Telekommarkt mit „Handy-Direktverbindung zum Satelliten“; SpaceX baut ein vertikales Imperium vom Launch über Starlink bis hin zu orbitaler KI; Rocket Lab entwickelt sich vom Anbieter von Startdiensten hin zum „kompletten Raumfahrt-Ökosystem“.

Piper wählt klar aus: Während die Bewertungen bei SpaceX und Rocket Lab das langfristige Narrativ bereits einpreisen, ist AST SpaceMobile kurzfristig der attraktivste Value-Play. Doch das langfristige Wettbewerbsszenario der Weltraumwirtschaft ist noch lange nicht entschieden – wie Rocket Lab CEO Peter Beck anmerkt: Trotz Investitionen von über zehn Milliarden und dem Versuch von mehr als 100 Unternehmen „haben tatsächlich nur zwei Unternehmen“ zuverlässige, regelmäßige Launch-Dienste etabliert.

Die Logik hinter Pipers differenzierter Coverage ist eindeutig: AST SpaceMobile erhält aufgrund der niedrigeren Bewertung und klareren Gewinnperspektive das „Übergewichten“; SpaceX und Rocket Lab besitzen zwar langfristig Vorteile durch wiederverwendbare Raketen und vertikale Integration, doch kurzfristig sind die Bewertungen hoch, der Investitionsbedarf massiv und es gibt spezifische Unsicherheiten (Auslaufen von Sperrfristen / Übernahmerumors / Starship-Testflüge), weshalb Piper „neutral“ bleibt. Erwähnenswert: Die Wall Street beurteilt die drei Aktien anders – Analysten sehen bei SpaceX das größte Upside, das durchschnittliche Kursziel von 243,81 US-Dollar entspricht etwa 80 % potenzialem Kurszuwachs.

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