Hynix-ADR mit 51% Aufschlag, weltweites Kapital strömt in koreanische ETFs
Die ADR-Prämie von SK Hynix erreichte mit 51% einen historischen Höchststand, und die Arbitragewege wurden geschlossen, was die Preisdifferenz kurzfristig schwer auszugleichen macht. Aufmerksame Investoren fanden schnell einen Ausweg – der BlackRock Korea ETF (EWY) verzeichnete an einem einzigen Tag Zuflüsse von über 1,1 Milliarden US-Dollar; das verwaltete Vermögen stieg im laufenden Jahr um 180% auf 23 Milliarden US-Dollar. Wenn direkte Arbitragewege blockiert sind, wird der ETF zur effizientesten „Seiteneingangskarte“ für das Fest der AI-Chips.
Der große Preisunterschied zwischen den American Depositary Receipts (ADR) von SK Hynix und den südkoreanischen Lokalaktien löst einen Boom von Proxy-Trades rund um südkoreanische ETFs aus.
Der von BlackRock verwaltete iShares MSCI Korea ETF (Ticker: EWY) mit einem Volumen von 23 Milliarden US-Dollar verzeichnete am Mittwoch einen Tageszufluss von über 1,1 Milliarden US-Dollar, nachdem bereits am Vortag mit einem Nettozufluss von 814 Millionen US-Dollar ein neuer Rekord erreicht wurde. Da dieser Fonds etwa ein Viertel seines Portfolios in die südkoreanische SK Hynix-Aktie investiert, sehen Anleger darin den bequemsten Weg, den hohen ADR-Aufschlag zu umgehen und indirekt auf den Chip-Giganten zu setzen.
Bis Donnerstagnachmittag New Yorker Zeit lag der ADR-Aufschlag von SK Hynix gegenüber lokalen Aktien bei etwa 27%, nachdem er am Vortag mit 51% einen historischen Höchstwert erreicht hatte. Dieser Preisunterschied wird kurzfristig schwer zu schließen sein – die Ausgabe- und Rücknahmekanäle für ADRs werden erst später in diesem Monat wieder geöffnet, wobei das zukünftige Konvertierungsvolumen und die regulatorische Genehmigung weiterhin unklar sind.
Seit Jahresbeginn sind in EWY über 6,3 Milliarden US-Dollar an Mittelzuflüssen zu verzeichnen, das Fondsvermögen hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 180% erhöht.
Hoher ADR-Aufschlag, Arbitrage-Mechanismus blockiert
Die Preislücke zwischen SK Hynix ADR und den lokalen Aktien resultiert daraus, dass der normale Arbitrage-Mechanismus vorübergehend außer Kraft gesetzt ist.
Normalerweise wird der Preisunterschied zwischen ADRs und den jeweiligen Lokalaktien durch die Konvertierung mittels Ausgabe oder Rücknahme von ADRs schnell ausgeglichen. Aktuell sind jedoch die ADR-Bücher für sowohl Ausgabe als auch Rücknahme geschlossen, eine Wiederöffnung wird erst später im Monat erwartet. Selbst wenn die Kanäle dann wieder zugänglich sind, bleibt unklar, wie groß das verfügbare Konvertierungsvolumen sein wird und ob zusätzliche regulatorische Genehmigungen erforderlich sind.
Diese strukturelle Einschränkung sorgt für einen anhaltenden Aufschlag. Laut Bloomberg-Daten lag der durchschnittliche Aufschlag von TSMC ADR in den letzten zwölf Monaten bei etwa 20%, da die Lokalaktie nur teilweise konvertierbar ist – ähnlich wie bei SK Hynix, aber dort in extremerem Ausmaß.
EWY wird zum besten Proxy-Instrument
Angesichts des hohen ADR-Aufschlags nutzen einige Anleger EWY als Zugang zu SK Hynix. EWY investiert rund ein Viertel seiner Vermögenswerte in die lokal gelistete SK Hynix-Aktie und umgeht damit komplexe Probleme wie außerbörslichen Handel und Währungsumtausch beim direkten Besitz koreanischer Aktien.
"Anleger verwenden EWY als Instrument, um Zugang zu koreanischen Aktien zu erhalten", sagt Dave Lutz, Aktienvertriebshändler und Makrostratege bei Jonestrading Institutional Services LLC.
Strategas Securities Chief ETF-Strategist Todd Sohn ergänzt: "ETFs sind im Kern Proxy-Tools und äußerst effizient, um Exposure zu Themen in Schwellen- oder Industriemärkten zu bekommen."
KI-Chip-Boom treibt Kapitalströme an
Im größeren Kontext sind südkoreanische Speicherchip-Aktien eines der heißesten KI-Investmentthemen dieses Jahres. Nach dem US-Listing von SK Hynix flossen trotz markttechnischer Schwankungen weiterhin Mittel in den Markt. Am südkoreanischen Markt sind Retail-Investoren besonders aktiv in Einzeltitel-ETFs wie SK Hynix und Samsung Electronics, was dazu führte, dass die Regulierungsbehörde die Einführung neuer Einzeltitel-ETFs zeitweise stoppte.
"Ein Teil der Kapitalzuflüsse könnte auf Short-Squeeze zurückgehen", sagt Tom Graff, Chief Investment Officer von Facet in Baltimore, "Die Nachfrage bleibt extrem stark, aber ob sie nachhaltig ist, bleibt offen. Die meisten Short-Positionen werden in solchen Marktbedingungen schnell geschlossen, was logisch ist."
Seit Jahresbeginn ist das Vermögen des EWY-Fonds von weniger als 800 Millionen auf 23 Milliarden US-Dollar angewachsen – über 180% Plus, was die starke weltweite Nachfrage nach südkoreanischen Tech-Aktiva widerspiegelt.
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