Der CEO der Bank of America schließt sich der Besorgnis an und warnt, dass Mythos die Sicherheit des Finanzsystems bedroht.
Der CEO der Bank of America, Moynihan, warnt, dass das von Anthropic entwickelte KI-Modell Mythos den Arbeitsaufwand und den Druck auf die Schutzsysteme von Finanzinstituten erheblich erhöht. Die Bank of America hat eingeschränkten Zugang für defensive Tests und den Informationsaustausch mit Branchenkollegen erhalten. Zuvor hatte JPMorgan-CEO Dimon bereits vor Mythos gewarnt und die breite öffentliche Freigabe des Systems mit der "Übergabe von ballistischen Raketen an Privatpersonen" verglichen.
Der CEO der Bank of America, Brian Moynihan, reiht sich in die Riege der Wall-Street-Führungskräfte ein und warnt vor den Cyber-Sicherheitsbedrohungen, die das Anthropic-KI-Modell Mythos für das Finanzsystem darstellt.
Am 16. Juli sagte Moynihan in einem Bloomberg TV-Interview: KI-Modelle wie Mythos vergrößern die Arbeitsbelastung und die notwendige Reaktionsgeschwindigkeit, um die Systeme von Finanzinstituten zu schützen, erheblich. Er sagte:
Dies führt zu erheblichen Veränderungen im Arbeitsaufwand und beeinflusst, wie schnell solche Tools System-Schwachstellen hervorbringen, sowie wie schnell man diese Probleme lösen muss — wir arbeiten alle daran, darauf zu reagieren.
Die Bank of America hat derzeit einen begrenzten Zugang zu Mythos erhalten und setzt das Modell ein, um die eigenen Systeme zu testen und Informationen mit Branchenkollegen zu teilen.
Zuvor hatte Wall Street Nachrichten berichtet, dass JPMorgan-CEO Dimon am Mittwoch ebenfalls vor diesem Modell warnte und die breite öffentliche Zugänglichmachung des Systems mit der Übergabe ballistischer Raketen an Einzelpersonen verglich, eine Formulierung, die an der Wall Street für breite Aufmerksamkeit sorgte.
Wall Street erhält Zugangsbeschränkung für defensive Tests
Die Bank of America ist eine der Wall-Street-Institutionen, die Zugang zu Mythos erhalten hat.
Moynihan erklärte, die Bank nutze das Modell, um die eigenen Systeme zu testen, teile dabei die Erkenntnisse innerhalb der Branche und sorge für die Durchführung entsprechender Sicherheitsbewertungen durch Dritte. Er sagte:
Wir stellen sicher, dass Drittpartner die notwendigen Arbeiten abschließen und mit unseren Teams zusammenarbeiten.
Anthropic hat das Mythos-Modell am 7. April dieses Jahres in einer eingeschränkten Version veröffentlicht.
Laut Anthropic ist das Modell besonders gut darin, Software-Schwachstellen zu erkennen und zeigt im Vergleich zu früheren Modellen erhebliche Leistungssteigerungen. Testergebnisse zeigen, dass Mythos während des Testzeitraums selbstständig 181 erfolgreiche Ausnutzungen von Software-Sicherheitslücken durchführte, d.h. ohne menschliche Eingriffe entdeckte und attackierte es 181 separate Sicherheitslücken.
Im Gegensatz zu herkömmlichen, KI-unterstützten Sicherheitstools kann Mythos die gesamte Angriffskette – von der Entdeckung bis zur aktiven Ausnutzung von Schwachstellen – autonom abwickeln. Es agiert wie ein Elite-Hackerteam, das ohne Anleitung operiert. Genau diese Eigenschaft macht das Potenzial der Bedrohung größer, als die Fachwelt bislang für KI-Sicherheitsrisiken prognostiziert hat.
Angesichts dieser Fähigkeiten und der Missbrauchsgefahr hat Anthropic Mythos bislang nicht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Starkes Investmentbanking, Moynihan zeigt sich beim M&A-Ausblick optimistisch
Während Moynihan vor den Risiken von Mythos warnt, zeigen auch die in dieser Woche veröffentlichten Quartalszahlen der Bank of America deutliche Widerstandskraft.
Wall Street Nachrichten berichtete, dass dank eines starken Handelsgeschäfts und Wachstums im Investmentbanking die Investmentbanking-Umsätze im Jahresvergleich um 47 % auf 2,2 Milliarden US-Dollar stiegen.
Moynihan erklärte, M&A-Deals und entsprechende Gespräche seien „weiterhin lebhaft“. Er sagte:
Jeden Tag werden verschiedene Deals angekündigt – von M&A, strategischen Initiativen bis hin zu Finanzierung auf allen Ebenen.
Die starke Performance im Investmentbanking bietet der Bank of America vor dem Hintergrund wachsender Cybersecurity-Belastungen eine gewisse Unterstützung bei den Geschäftszahlen.
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