Der Optionsmarkt deutet darauf hin, dass die „Interventionsgrenze“ auf 165 verschoben wurde, Händler setzen darauf, dass die japanische Regierung nach einer weiteren Abwertung des Yen um 1,6 % eingreift.
Optionsdaten deuten darauf hin, dass der Yen vor einer Intervention Japans auf das Niveau von 165 fallen könnte.
Laut Daten von Zhihui Finance APP zeigt der Optionsmarkt, dass die japanischen Behörden einer weiteren Abwertung des Yen möglicherweise weiterhin tolerant gegenüberstehen, obwohl der Wechselkurs des Yen bereits nahe dem niedrigsten Stand seit fast vierzig Jahren liegt. Händler sind derzeit bereit, den Dollar/Yen-Kurs auf 165 einzupreisen, was bedeutet, dass der Yen gegenüber dem aktuellen Niveau noch etwa 1,6% Abwertungspotenzial hat.
Im asiatischen Handel am Donnerstag fiel der Dollar/Yen-Kurs auf etwa 162,15 zurück. Japans Finanzminister Katayama Satsuki bekräftigte am selben Tag, dass die Behörden bereit sind, bei Bedarf geeignete Maßnahmen auf dem Devisenmarkt zu ergreifen. Die Beamten beobachten die Markttrends und Wirtschaftsdaten genau, um die finanzielle Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Händler warten auf die am Donnerstag später bekanntgegebenen US-Einzelhandelsdaten vom Juni, um neue Impulse zu erhalten.
Signale aus dem Optionsmarkt
Mehrere Optionsindikatoren zeigen, dass die japanische Regierung eine weitere Schwächung des Yen tolerieren könnte – allerdings nur bis zu einem gewissen Grad.
Der einwöchige Risiko-Reversal-Indikator zeigt derzeit eine Prämie von 176 Basispunkten für Yen-Call-Optionen im Vergleich zu Put-Optionen. Dies bedeutet, dass der Markt weiterhin an das Risiko einer plötzlichen Yen-Rally glaubt, solange die Möglichkeit einer Intervention der japanischen Behörden besteht. Allerdings liegt diese Prämie deutlich unter dem Extremwert, der im Mai erreicht wurde.

Die implizite Volatilität sendet ein ähnliches Signal – die Absicherungskosten für Dollar/Yen-Einwochenoptionen liegen derzeit bei weniger als der Hälfte des Levels nach der Intervention im April und fast auf dem Vierjahrestief vom Ende Mai. Dies deutet darauf hin, dass Händler eine unmittelbare Intervention der japanischen Behörden in den nächsten Tagen für unwahrscheinlich halten.

Auch die Optionsverfallsstruktur zeigt, dass der Markt auf eine weitere Yen-Abwertung vorbereitet ist. Im kommenden Monat konzentrieren sich viele Optionskontrakte auf den Bereich zwischen 162 und 164, was darauf hindeutet, dass Händler einen Anstieg des Dollar/Yen-Kurses auf etwa 165 als wichtigsten Auslöser für eine Intervention der japanischen Behörden sehen.

165 als Konsensziel für Interventionen an der Wall Street
Das Niveau von 165 taucht auch in den Prognosen verschiedener Institutionen auf. Goldman Sachs hat kürzlich seine 12-Monats-Prognose für Dollar/Yen von zuvor 155 auf 165 stark angehoben, was zu den pessimistischsten Prognosen für den Yen in der Bloomberg-Umfrage zählt. Goldman Sachs geht davon aus, dass der hohe Zinsunterschied zwischen den USA und Japan, der zunehmende Finanzdruck und das langsame Tempo der Zinserhöhungen der japanischen Zentralbank den Yen weiterhin belasten werden.
Zusätzlich zur Jahresprognose hat Goldman Sachs die Kursprognosen für Dollar/Yen für die kommenden drei und sechs Monate jeweils auf 162 und 163 angehoben, die früheren Prognosen lagen bei 160 und 158. Devisenhändler schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass Dollar/Yen bis Juni nächsten Jahres auf 165 steigt, auf etwa 72%.
Bezüglich einer möglichen Intervention der japanischen Regierung am Devisenmarkt erwartet Goldman Sachs, dass deren Effekt wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein wird – solange sich das makroökonomische Umfeld nicht grundlegend ändert, lässt sich der Abwärtstrend des Yen durch Interventionen kaum nachhaltig stoppen.
US-Japanischer Zinsunterschied: Haupttreiber für einen schwachen Yen
Der Hauptfaktor für den Anstieg von Dollar/Yen bleibt der Zinsunterschied zwischen den USA und Japan. Die höheren US-Zinsen animieren Investoren dazu, zinsniedrige Yen zu leihen und in höher verzinsliche Dollar-Anlagen umzuschichten.
Seit Anfang Mai hat sich der Zinsunterschied bei den Zweijahres-Staatsanleihen der USA und Japan erneut vergrößert, was sich auch im steigenden Dollar/Yen-Kurs widerspiegelt. Dieses Phänomen zeigt sich ebenfalls im langfristigen Optionsmarkt: Der einjährige Risiko-Reversal-Indikator, der kurzfristige Interventionswirkungen ausschließt, ist erstmals seit Ende 2022 wieder moderat bullish für den Dollar.

Die am Donnerstag veröffentlichten US-PPI-Daten für Juni fielen niedriger aus als erwartet – jährlich 5,5%, gegenüber 6,0% im Mai und auch unter der Markterwartung von 6,2% – was den Dollar kurzfristig belastete. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli ist von 45% in der Vorwoche stark auf 9,6% gefallen. Allerdings betonte Fed-Präsident Walsh in einer Anhörung vor dem Kongress, dass er hohe Inflation nicht dulden wird. Der Markt geht weiterhin davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bei etwa 50% liegt.
Die „Zwickmühle“ der japanischen Behörden
Die japanischen Behörden befinden sich in einem heiklen politischen Dilemma. Ende April setzte die japanische Regierung fast 74 Milliarden US-Dollar ein, um den Yen durch Intervention am Devisenmarkt zu stützen. Der Wechselkurs erholte sich kurzfristig, aber der Effekt hielt nicht lange an. Im Anschluss gaben japanische Beamte mehrfach verbale Warnungen ab und betonten, dass sie bei Bedarf erneut handeln würden.
Selbst wenn Japan bald in die Feiertage geht und einige Strategen zuvor glaubten, die Feiertagsperiode sei ein möglicher Interventionszeitpunkt, führte dies am Markt nicht zu einer deutlichen Erhöhung der Wetten auf eine Yen-Rally. Kurzfristige Optionsindikatoren liegen weiterhin weit unter den extremen Niveaus, die mit spekulativen Erwartungen auf eine Intervention verbunden waren.
Analysten weisen darauf hin, dass die japanische Regierung vor einem grundlegenden Konflikt steht: Eine zu schnelle Zinserhöhung würde die bereits auf über 200% des BIP angewachsene Schuldenlast verschärfen und die Wirtschaft belasten, eine zu langsame Zinserhöhung hingegen ließe die Yen-Abwertung und steigende Importkosten zu. Die Äußerung von Finanzminister Katayama Satsuki am Donnerstag – der Fokus auf „finanzielle Nachhaltigkeit“ – widerspiegelt genau dieses Dilemma.
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