Herman Jin: Microns ADR-Notierung löst Abwärtsspirale aus, der wahre Risikofaktor liegt im Kreditmarkt
BlockBeats News, 14. Juli – Der renommierte US-Aktien-KOL Herman Jin erklärte in seinem neuesten Marktanalyse-Video „Momentum Unwind“, dass eine der am stärksten frequentierten Handelsstrategien der vergangenen Wochen darin bestand, auf physische AI-Assets wie Halbleiter, Speicher, optische Kommunikation, Neocloud, Strom und Rechenzentren zu setzen (Long-Position), während gleichzeitig Software sowie andere alte Tech-Assets als AI-Störfaktoren geshortet wurden. Als die Gelder begannen, ihre Hebelwirkung abzubauen, waren Anleger gezwungen, die hardwarelastigen Long-Positionen mit den größten Gewinnen und der besten Liquidität zu verkaufen und im Gegenzug die Short-Positionen bei Software zu decken, was zu einem umgekehrten Trend mit „Hardware-Rückgang und Software-Aufschwung“ führte.
Herman Jin ist der Ansicht, dass die großangelegte ADR-Notierung von SK Hynix einer der unmittelbaren Auslöser dieser Korrektur war. Das zusätzliche Angebot erforderte Gelder, die bereits stark in AI investiert waren, sodass einige Anleger ihre Positionen verlagerten. Der Speicherbereich führte den Rückgang an – nicht weil die Nachfrage nach HBM oder AI verschwand, sondern weil dieses Segment bereits erhebliche Gewinne erzielt hatte, stark gewichtet war und einen zyklischen Charakter besitzt. So wurde es im Zuge von Mittelrückgängen am anfälligsten für Ausverkäufe.
Laut Herman Jin haben sich die mittelfristigen Fundamentaldaten der AI-Hardware nicht verschlechtert, aber die kurzfristige Handelsstruktur bleibt fragil. Die Auflösung der ersten Long-Halbleiter-/Short-Software-Handelsphase könnte nachlassen, doch Faktoren wie die Reduzierung reiner AI-Long-Fonds, negatives Gamma, potenzieller CTA-Verkaufsdruck und geringe Liquidität im Sommer könnten weiterhin eine zweite Abwärtswelle auslösen. Das eigentliche Risiko liegt nicht in den Aktienkursen selbst, sondern im Kreditmarkt: Sollten große Cloud-Anbieter mehr Schulden aufnehmen müssen, um AI-Investitionen zu finanzieren und dadurch die Finanzierungskosten steigen, könnten die Zweifel am ROI der AI-Investitionen im Markt weiter zunehmen und schließlich auf GPU, HBM, optische Kommunikation, Strom und Rechenzentrumsaufträge übergreifen.
Berichten zufolge war Herman Jin früher als Executive Director/Managing Director im FICC-Bereich (Fixed Income, Currencies & Commodities) bei Goldman Sachs Asia tätig und arbeitete über 18 Jahre (seit etwa 2008) in der Niederlassung von Goldman Sachs Hongkong.
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