Performance wichtiger Aktienindizes weltweit (in US-Dollar) und Bewertung
Datenquelle: Bloomberg
Zentrale Erkenntnisse
In der vergangenen Woche fielen die US-Arbeitsmarktdaten für Juni deutlich schwächer aus als erwartet: Nur 57.000 neue Stellen wurden geschaffen, die Zahlen der beiden vorherigen Monate wurden insgesamt um 74.000 Stellen nach unten korrigiert. Auch die sinkende Erwerbsbeteiligung mindert die Aussagekraft des Rückgangs der Arbeitslosenquote. Die Arbeitsmarktdaten verringerten kurzfristig die Notwendigkeit für Zinserhöhungen und führten zu einer vorübergehenden Umschichtung von Kapital aus dem stark nachgefragten KI-Sektor hin zu zinssensiblen traditionellen Branchen. Der Dow Jones erreichte ein neues Allzeithoch, und die altbewährten Aktien aus dem Großraum China erfuhren ebenfalls eine deutliche Erholung. Im Bereich KI stehen derzeit Preissteigerungen bei Speicher und die Pläne von Meta, ungenutzte Rechenkapazitäten zu vermieten, im Fokus der Märkte und zeigen, dass sich die KI-Investitionen in eine Phase mit stärkerem Fokus auf Effizienz und Rendite bewegen. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende des Investitionszyklus – kurzfristige Kursschwankungen werden vor allem durch Liquidität und Stimmung beeinflusst.
Mittelfristig gilt: Solange die ARR der Modellanbieter nachhaltig wächst und KI-Agenten weiterhin Kostensenkung und Effizienzsteigerung ermöglichen, bleibt die Investitionsstory im Bereich KI-CAPEX intakt. Diese Woche stehen im Fokus: Die Prognose von Samsung für das zweite Quartal und der Börsengang von SK Hynix ADR, die beide als Gradmesser für die Entwicklung der Speicherindustrie und als Stresstest für die Marktkapitalisierung des Sektors dienen. Entscheidend ist jedoch, ob sich der Markttrend fortsetzt. Dies hängt vor allem von den US-CPI-Daten für Juni und den Geschäftsberichten von TSMC und ASML ab, die neue Hinweise auf die Nachfrage nach Rechenleistung und Bestellungen für Geräte liefern werden.
Wichtige Themen dieser Woche
US-Markt & Großraum China-Markt
Vergangene Woche veröffentlichten die USA den Juni-Arbeitsmarktbericht, der insgesamt schwächer ausfiel als die bisherige Narrative einer „Stabilisierung und Aufwärtsbewegung des Arbeitsmarkts“. Es wurden lediglich 57.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, etwa die Hälfte der Markterwartungen, und die Zahlen der beiden vorherigen Monate wurden insgesamt um 74.000 Stellen nach unten korrigiert. Die Erwerbsquote sank von 61,8% auf 61,5%; der Rückgang der Arbeitslosenquote resultierte hauptsächlich aus dem Austritt von Arbeitskräften, nicht aus einer verstärkten Nachfrage nach Neueinstellungen. Branchenbezogen war der IT-Sektor mit einem Minus von 9.000 Stellen und die Freizeit- und Hotelbranche mit einem Minus von 61.000 Stellen maßgeblich für die Schwäche der Beschäftigung verantwortlich. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3,5 %, und in gut bezahlten Branchen wie IT, Finanz und professionelle Dienstleistungen zeigten sich die Löhne weiterhin stabil. Daraus folgt, dass der Arbeitsmarkt nicht flächendeckend schwach ist, sondern sich eher durch eine Kombination aus verlangsamten Neueinstellungen, sinkender Beteiligung und weiterhin stabilen Löhnen auszeichnet.Für die Märkte hat dieser Bericht die Notwendigkeit kurzfristiger Zinserhöhungen verringert, wodurch Kapital in zinssensitive, nicht-KI-Bereiche umgeschichtet wurde.Der Dow Jones erreichte deshalb ein neues Allzeithoch, und die altbewährten China-Aktien verzeichneten ebenfalls eine deutliche Erholung.
Datenquelle: Bloomberg
Aktuell stehenzwei Schwerpunkte bei KI-Trades im Vordergrund: Preisanstieg bei Speicher und Vermietung von ungenutzter Rechenkapazität durch Modellanbieter. Im Kern geht es darum, dass die Effizienz-Einschränkungen bei KI-Investitionen wachsen, was jedoch keine Zyklusspitze bedeutet.Die gestiegenen Speicherpreise verändern Kosten- und Gewinnverteilung, erhöhen kurzfristig den Kostendruck auf Verbraucherelektronik und Cloud-Anbieter und zwingen die Branche dazu, stärker auf die Rendite der Investitionen zu achten. Mit dem Markteintritt zusätzlicher Kapazitäten in den Jahren 2027–2028 wird die Speicherbranche voraussichtlich von einer Phase des Preiswachstums in eine Phase des Volumenwachstums übergehen und die Nachfrage nach fortschrittlicher Speicherung und High-End-Verpackungsanlagen ankurbeln. Auf der anderen Seite ist die Vermietung von ungenutzter Rechenkapazität durch Modellanbieter eher ein Mechanismus zur Monetarisierung von Assets mit niedriger Auslastung als ein Anzeichen für einen Überschuss an Rechenleistung. Kurzfristig könnten sinkende Mietpreise für ältere Chips und der Druck auf kleinere Rechenzentren die Stimmung beeinflussen. Mittelfristig gilt: Solange die ARR der Modellanbieter nachhaltig wächst und KI-Agenten Kostensenkung und Effizienzsteigerung bringen, bleibt die Investitionsstory im Bereich KI-CAPEX intakt, auch wenn sie sich nun in einer Phase befindet, in der Modell-, Hardware-, Applikations- und Cashflow-Aspekte gemeinsam validiert werden.
Mit Blick auf diese Woche bleibt der Fokus auf dem KI-Speicher-Segment: Die Q2-Prognose von Samsung und das ADR-Listing von SK Hynix in den USA werden zu wichtigen Tests für die Stärke des aktuellen Speicher-bzw. Halbleiterbooms. Wir meinen,dass diese Woche weniger die finanziellen Kennzahlen als vielmehr die Dynamik des Handels nach Veröffentlichung positiver Nachrichten im Mittelpunkt stehen sollte.Die Branchentrends im Speicherbereich sind weiterhin stark, aber bei sehr hohen Positionsdichte und einheitlichen Erwartungen können Gewinne aus Geschäftsberichten und Börsengängen weiter zu kurzfristigen Profitmitnahmen führen. Mit etwas längerem Horizont könnten die nächste Katalysatoren bzw. Wendepunkte für KI-Trades kommende Woche kommen: Makroökonomisch über die US-CPI-Daten für Juni, und auf Branchenebene über die Geschäftsberichte von TSMC und ASML. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Nachfrage nach Rechenleistung weiterhin wächst, fortschrittliche Fertigungskapazitäten ausgebaut werden und die Bestellungen für Halbleiteranlagen stabil bleiben – dies dürfte die nächste Phase der KI-Trades bestimmen.