Rohstoff-Veteran: Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um bei Gold einzusteigen, langfristiges Ziel 10.000 Dollar, Silber bullish auf 150-200 Dollar
Der Goldpreis hat sich um über 25 % vom Höchststand zurückgezogen, doch aus Sicht erfahrener Rohstoffinvestoren bietet diese Korrektur gerade ein seltenes Zeitfenster für strategische Positionierungen.
Kürzlich äußerte sich Trey Reik, Wirtschaftswissenschaftler der Finanzplattform Wealthion und erfahrener Fondsmanager, auf dem Rick Rule Symposium vor Ort. Er erklärte, dass der jüngste Verkaufsdruck bei Gold hauptsächlich auf die Sorgen des Marktes über Zinserhöhungen der Federal Reserve zurückzuführen sei. Allerdings sieht er in diesem Argument einen grundlegenden Fehler – die Verschuldung der USA begrenze den Spielraum der Federal Reserve zur tatsächlichen geldpolitischen Straffung erheblich. Er prognostiziert, dass die Region um 4000 US-Dollar den Boden dieser Korrektur markiert und das langfristige Ziel für Gold bei 10.000 US-Dollar liegt, während Silber auf 150 bis 200 US-Dollar steigen könnte.
Auch die Stimmung unter den Teilnehmern bestätigt die Rückkehr der Marktdynamik. Das diesjährige Rick Rule Symposium zog etwa 800 Teilnehmer an, etwa 60 % mehr als im Vorjahr mit 500 Personen. Trey Reik sieht darin bereits ein starkes Signal: Immer mehr Investoren betrachten Edelmetalle und Rohstoffwerte als zentrale Bestandteile ihrer Vermögensallokation für die nächsten drei bis fünf Jahre.

Fragwürdige Verkaufsdruck-Logik: 4000 US-Dollar als Boden dieser Korrektur
Trey Reik führt die jüngsten Rückgänge beim Goldpreis auf eine „ABC-Schlussfolgerung“ zurück: steigende Ölpreise → steigende Inflation → Federal Reserve strafft die Geldpolitik, wobei die drei Punkte miteinander verknüpft sind. Er betonte jedoch ausdrücklich, dass er das Endergebnis dieser Argumentation nicht teilt.
„Die Zinsausgaben auf die US-Bundesverschuldung liegen derzeit bei 1,2 Billionen US-Dollar und sollen in den nächsten zehn Jahren auf jährlich 2,1 Billionen US-Dollar steigen“, sagte er. „Bei dieser Schuldenstruktur ist der Spielraum für massive Zinserhöhungen durch die Federal Reserve sehr beschränkt.“ Außerdem zeigte er auf, dass das neue Führungsteam der Fed politisch eher auf langfristige wirtschaftliche Entwicklungen achtet, statt kurzfristig auf Inflationsschwankungen zu reagieren.
Gemessen an den Indikatoren für die Marktstimmung gibt es deutliche Überverkauft-Signale. Trey Reik zitierte den DSI-Stimmungsindikator von Jake Bernstein: Vor anderthalb Wochen fiel dieser Wert auf den extremen Tiefstwert von 10 % – in seinen über zwanzig Jahren Erfahrung habe er solch einen Wert nur zweimal gesehen. Mittlerweile ist der Indikator rasch wieder auf 42 % gestiegen. „4000 US-Dollar ist ein sehr plausibler Tiefpunkt für diese Zyklusbewegung“, so seine Einschätzung.
Handel mit „Papiergold“ verstärkt Schwankungen, Minenunternehmen weiterhin profitabel
Während des Symposiums enthüllte Keith, CEO von Majestic Silver Mining, in seiner Lunch-Präsentation, dass bei den hohen Silberpreisen zuvor Banken Händlern zeitweise keine Absicherung mehr boten, wodurch fast ein systemisches Risiko entstand. Er erklärte, das Unternehmen schätze die Kosten für Silber extrem konservativ ein – etwa 38 US-Dollar je Unze – und selbst bei den aktuellen Preisen sei die Gewinnspanne noch erheblich.
Ein weiteres erwähntes Unternehmen war Seabidge Gold: Würden die Reserven mit dem aktuellen Goldpreis von etwa 4000 US-Dollar bewertet, steigt der Nettobarwert von 4,9 Milliarden auf rund 10 Milliarden US-Dollar.
Finanzkommentatorin Nomi Prince ergänzte, dass rohstoffbasierte Produkte wie Kupfer, deren Nachfrage vor allem durch den physischen Markt getrieben wird, deutlich weniger Preisschwankungen zeigen als Gold und Silber. Das verdeutliche, dass die Edelmetallpreise in hohem Maße durch die Stimmung im „Papierhandel“ verzerrt werden und nicht allein von fundamentalen Faktoren abhängen.
Rick Rule betonte in seiner Eröffnungsrede das Thema M&A im Minensektor und stellte die Logik „die besten Unternehmen kaufen die weniger guten auf“ heraus. Große Minenunternehmen wollen ihre Reserven auffüllen und übernehmen mittelgroße Produzenten, diese wiederum greifen zu den Newcomern, während Explorations- und Bohrunternehmen am unteren Ende der Nahrungskette am stärksten von Konsolidierungen betroffen sein werden.
Trey Reik fasste Rick Rules Prognosen zusammen: In den nächsten ein bis zwei Jahren werde es in diesem Sektor eine Vielzahl von Transaktionen geben, wobei der Bewertungsanstieg einzelner Unternehmen teilweise enorm ausfallen könnte.
Langfristiges Halten als Kernstrategie, drei bis fünf Jahre unverzichtbar
Trey Reik betonte immer wieder, dass Edelmetall- und Mineninvestments nicht für kurzfristig orientierte Trading-Strategien geeignet seien. Er verwies auf Rick Rules Track Record: Alle Investments, die im Laufe seiner Karriere eine zehnfache Rendite erzielten, hatten im Durchschnitt eine Haltefrist von fünf Jahren und mindestens einmal eine 50%ige Korrektur durchlaufen.
„Wenn Ihre Investmentperspektive kürzer als drei bis fünf Jahre ist, ist dieser Markt womöglich nicht der richtige für Sie“, sagte er. „Sie müssen bereit sein, größere Rückschläge zu akzeptieren – das ist Teil dieses Spiels.“
Er empfiehlt, dass Investoren mit einer klaren Haltung gegenüber einem schwächelnden Dollar und den Schuldenrisiken der USA die jetzige Korrekturphase für tiefgehende Einzeltitelanalysen und den schrittweisen Aufbau von Positionen nutzen sollten. „Rick meint: Nach einem Jahr werden Sie zufrieden sein, und nach fünf Jahren werden Sie begeistert sein.“
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