Bank of America: Das voraussichtliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nvidia ist auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren gefallen, der Markt zahlt für ein nicht existierendes Risiko.
BlockBeats berichtet, dass laut einem Research-Bericht von BofA Securities am 9. Juli die aktuelle Bewertung von NVIDIA auf das niedrigste Niveau seit Beginn des aktuellen KI-Bullenmarktes gefallen ist – das voraussichtliche KGV beträgt nur etwa das 18-Fache und liegt damit auf einem Siebenjahrestief. Im Vergleich dazu wird das KGV für das Geschäftsjahr 2027 auf etwa 21,5 und für 2028 sogar auf 14,7 geschätzt. Diese Bewertung liegt nicht nur deutlich unterhalb der eigenen historischen Spanne, sondern auch rund 30 % bis 35 % unter dem erwarteten KGV-Durchschnitt für 2027/2028 der fünf großen Tech-Giganten Apple, Microsoft, Google, Amazon und Meta (22-/19-fach).
Kernaussage von BofA ist: Die aktuelle Bewertung des Marktes spiegelt eine eingepreiste Senkung der NVIDIA-EPS für 2027/2028 um stolze 30 % bis 35 % wider – eine Annahme, die laut BofA „absolut unbegründet ist“. Betrachtet man das PEG-Ratio, so beträgt es bei NVIDIA für 2027 nur 0,3, deutlich weniger als bei Apple (2,7), Microsoft (1,0) und Google (1,9). Seit Jahresbeginn ist die NVIDIA-Aktie lediglich um 3 % gestiegen und liegt damit weit hinter dem Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index von 82 %. BofA sieht darin eine enorme Opportunität und bekräftigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 350 US-Dollar – das entspricht einem Potenzial von über 70 % über dem aktuellen Kurs.
BofA hat außerdem die zwei Hauptsorgen des Marktes eingehend analysiert. Bezüglich der Sorge um steigende Speicherkosten meint BofA, der Markt überschätze den Kostendruck und unterschätze gleichzeitig die Preissetzungsmacht von NVIDIA. Beim Wechsel von Blackwell zu Vera Rubin steigen die HBM-Kosten pro Rack zwar um 200–300 Tausend US-Dollar, der Preis pro Rack erhöht sich jedoch auf voraussichtlich 2–3 Millionen US-Dollar und insgesamt auf 6–7 Millionen US-Dollar. Diese Entwicklung wird nicht nur durch den Speicher getrieben, sondern auch durch Komponenten wie den Vera-CPU, NVLink und Quantum-Ethernetnetzwerke, die kein HBM benötigen, sowie diverse Softwarefunktionen zur Kostensenkung bei der Inferenz. NVIDIA hat sich durch Lieferketten-Commitments in Höhe von über 11,9 Milliarden US-Dollar eine massive Schutzmauer aufgebaut. Die Bruttomarge dürfte im mittleren 70 %-Bereich bleiben. Zur ASIC-Konkurrenz liefert BofA Zahlen: Seit der Einführung des Google TPU im Jahr 2015 sind die Umsätze der NVIDIA-GPU-Beschleuniger um das 700-Fache gestiegen; im Geschäft mit Hyperscale-Cloud-Anbietern lag das Wachstum bei 115 % gegenüber dem Vorjahr – etwa doppelt so hoch wie das Wachstum der Investitionen in Cloud-Infrastruktur. Das zeigt, dass sich der Anteil von NVIDIA an den Ausgaben der Großkunden weiter ausbaut.
BofA erwartet, dass NVIDIA langfristig einen Marktanteil von über 65 % bis 70 % bei den KI-Investitionen in Rechenleistung hält. Die bevorstehende Telefonkonferenz zum Quartalsbericht dürfte zum entscheidenden Katalysator werden, um gegenüber dem Markt die Preissetzungsmacht und den Burggraben zu erklären.
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