Shell senkt Prognose für Erdgasproduktion im zweiten Quartal – Konflikt im Nahen Osten beeinträchtigt Lieferkette
Quelle: Globaler Marktbericht
Shell hat am 7. Juli eine Vorabinformation zum Ergebnis des zweiten Quartals dieses Jahres veröffentlicht. Dem Bericht zufolge wird die integrierte Erdgas-Produktion von Shell im zweiten Quartal voraussichtlich im Vergleich zum ersten Quartal aufgrund von Angriffen infolge der Konflikte im Nahen Osten um etwa 30 % deutlich zurückgehen.
Laut der neuesten Prognose hat Shell die erwartete Spanne der integrierten durchschnittlichen Tagesproduktion von Erdgas für April bis Juni dieses Jahres geringfügig auf 610.000 bis 650.000 Barrel Öläquivalent angehoben; zuvor lag die Erwartungsspanne bei 580.000 bis 640.000 Barrel Öläquivalent. Obwohl die Untergrenze der Prognose verbessert wurde, liegt diese Zahl immer noch deutlich unter der tatsächlichen durchschnittlichen Tagesproduktion von 909.000 Barrel Öläquivalent im ersten Quartal.
Als Hauptgrund für den deutlichen Produktionsrückgang wird der geopolitische Konflikt im Nahen Osten genannt. Der Bericht bestätigt, dass im März dieses Jahres das “Pearl” Gas-to-Liquids (GTL)-Werk im Industriegebiet Ras Laffan in Katar angegriffen und beschädigt wurde, was zu einem vollständigen Produktionsstopp der Anlage führte. Es ist bekannt, dass die „Pearl“-Anlage über zwei Produktionslinien verfügt, die täglich bis zu 1,6 Milliarden Kubikfuß Fördergas verarbeiten und in 140.000 Barrel Leichtölprodukte umwandeln können. Shell hatte zuvor mitgeteilt, dass eine der Produktionslinien durch den Angriff schwer beschädigt wurde und die Reparaturarbeiten voraussichtlich etwa ein Jahr in Anspruch nehmen werden.
Bezogen auf die Vermögensverteilung ist der Energiesektor von Shell stark vom Nahen Osten abhängig. Daten zeigen, dass etwa 20 % der Öl- und Erdgasproduktion der Gruppe weltweit (entspricht rund 550.000 Barrel Öläquivalent pro Tag) aus dem Nahen Osten stammen, wobei etwa 10 % der Produktion direkt mit Katar verbunden sind.
Im Bereich Raffinerie und Chemie gab Shell an, dass das Chemikalien- und Produktsegment, zu dem auch die große Ölhandelsabteilung gehört, im zweiten Quartal eine stabile Handelsperformance gezeigt habe und voraussichtlich das starke Ergebnis aus dem ersten Quartal beibehalten werde.
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