Der internationale Goldpreis fällt weiter, Gold-ETFs sind seit Jahresbeginn um fast 10 % gefallen.
Quelle: Shanghai Securities News · China Securities Web
Laut einem Bericht der Shanghai Securities News (Journalistin Chen Yingqing) hat der Preis für Gold international kürzlich eine deutliche Korrektur erfahren. Am 26. Juni fiel der Preis für Spot-Gold in London unter die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze und ging damit gegenüber dem Höchststand Anfang März um mehr als 20 % zurück. Aufgrund der anhaltenden Schwäche des Goldpreises erlebten auch Gold-ETFs einen synchronen Rückgang. Mehrere Produkte haben seit Jahresbeginn Verluste von nahezu 10 % verzeichnet, und die zuvor heiße Goldhausse kommt zu einer temporären Abkühlung.
Daten von Tonghuashun zeigen, dass zum Handelsschluss am 26. Juni der Kassagoldpreis an der Shanghai Gold Exchange (Au99.99) und der Hauptkontrakt für Shanghai Gold während des Tages auf ein Tief von 870,01 Yuan/Gramm bzw. 872,86 Yuan/Gramm fielen.
Ein Forschungsbericht der CICC erklärt, dass die anhaltende Anpassung des Goldpreises zuletzt vor allem durch zwei Faktoren beeinflusst wird: Erstens sorgt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran für steigende Ölpreise und Inflation, sodass der Markt eine anhaltend robuste Inflation in den USA befürchtet, was zu Erwartungen einer geldpolitischen Straffung führt. Zweitens wurde das Debüt von Waller auf der FOMC-Sitzung im Juni als restriktiv interpretiert, was die Sorgen über eine straffe Geldpolitik verschärfte. Das aktuelle Marktnarrativ geht davon aus, dass die Federal Reserve ihren Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Inflation legt. Im Terminmarkt ist für die Jahre 2026 und 2027 jeweils eine Zinserhöhung der Fed eingepreist, um das Vertrauen in den Dollar zu stärken. Ein stärkerer Dollar belastet wiederum den Goldpreis.
Der oben genannte CICC-Bericht führt weiter aus, dass es im Jahr 2027 – sofern es keine unerwarteten politischen oder geopolitischen Schocks gibt – keine geringe Wahrscheinlichkeit ist, dass die Inflation in den USA wieder auf etwa 2 % sinkt. Eine nachlassende Inflation und ein nachlassendes Wachstum werden die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung dämpfen und der Federal Reserve mehr Spielraum für eine lockerere Politik geben. Diese Gold-Korrektur ist somit noch nicht das Ende; die Wende könnte bereits in Sicht sein.
Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte kommt ein Research-Bericht von GF Futures zu dem Ergebnis, dass die makrofinanziellen Eigenschaften im Moment negativ wirken, was für Edelmetalle eine schwierige Phase bedeutet. Künftig könnten jedoch neue makroökonomische Narrative aufkommen, etwa eine erneute Schwäche des US-Dollar auf Grund steigender US-Staatsdefizite, was die monetäre Eigenschaft von Gold wieder stärkt. Betrachtet man den Monats-Kerzenchart, ist der Bullenmarkt für Gold noch intakt; der Preis dürfte bei etwa 3.800 US-Dollar Unterstützung finden, und die Schwankungsbreite in der zweiten Jahreshälfte dürfte zwischen 3.800 und 4.800 US-Dollar liegen.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Henan
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