Howard Marks, Gründer von Oaktree Capital: Wer zu vorsichtig ist, erreicht nichts Großes – Diejenigen, die jetzt abwarten, könnten die größte Investitionsmöglichkeit der Geschichte verpassen.
Golden Ten Data, 18. Juni – Howard Marks, Mitgründer von Oaktree Capital, diskutierte kürzlich in einem Podcast, ob sich der aktuelle Markt in einer Phase des „irrationalen Überschwangs“ befindet und welche Chancen und Risiken der KI-Investmentboom mit sich bringt. Er betonte, dass man den gegenwärtigen Markt mit den Worten von Greenspan vor 30 Jahren beschreiben könne – wir befinden uns in einer „Boom-Phase“, aber niemand kann mit Sicherheit sagen, ob diese irrational ist.
Als Beispiel nannte er den geplanten Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von fast 2 Billionen US-Dollar und sagte offen, ob und zu welchem Preis man bei einem solchen IPO mitmacht, sei „reines Raten“, im Gegensatz zu traditioneller Value-Investition, bei der man die Zahlen auf Papier bringen und einen angemessenen Kurs berechnen kann. Howard zitierte ein Motto, das er besonders schätzt: „Übervorsichtige Menschen gelingt selten Großes.“ Er verwies damit auf das aktuelle Dilemma der Investoren: Wer in solche Technologiegiganten investiert, kann große Fehler machen, hat aber ebenso die Chance auf herausragende Erfolge. Wer hingegen aus Angst vor Risiken abwartet, könnte die größte Investmentchance der Menschheitsgeschichte verpassen. Im Vergleich dazu werden Investoren traditioneller Branchen wie Transport, Einzelhandel/Distribution und Immobilien vermutlich keine katastrophalen Fehler machen, sie werden jedoch auch nicht von dieser historischen Gelegenheit profitieren. Aus Bewertungssicht liefert Howard einen wichtigen Benchmark: Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 beträgt etwa das 23-Fache und liegt damit etwa 50 % über dem 80-Jahres-Durchschnitt von 16, aber deutlich unter den 32 im Dotcom-Bubble-Jahr 2000 und auch unter dem Niveau der „Nifty Fifty“-Ära von 60 bis 90; daher ist das allgemeine Bewertungsniveau „hoch, aber noch nicht außer Kontrolle“. Für KI-Investments schlägt er einen Ansatz in drei Abstufungen vor: Investments in Mega-Tech-Unternehmen gelten als risikoarme Strategie, da diese über etablierte Geschäfte und Cashflows verfügen; Investitionen in vertikale KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI sind risikoreicher, aber mit relativ hoher Überlebenschance; Frühphasen-Investitionen gleichen jedoch einer Lotterie, bei der die meisten Anleger alles verlieren und wenige extrem reich werden. Er empfiehlt Investoren, zu entscheiden, an welchem Punkt dieser Risikoskala sie investieren wollen oder verschiedene Positionen entlang der Skala zu kombinieren und anschließend zu bestimmen, wie hoch das Gewicht der jeweiligen Unternehmen im Gesamtportfolio sein soll.Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
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