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Goldman Sachs-Händler warnen: KI-Handel ist nicht mehr das einfache „Buy Everything“-Zeitalter

Goldman Sachs-Händler warnen: KI-Handel ist nicht mehr das einfache „Buy Everything“-Zeitalter

华尔街见闻华尔街见闻2026/06/15 15:44
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Von:华尔街见闻

Top-Trader von Goldman Sachs warnten kürzlich, dass die bisher einfachen Handelslogiken rund um das Thema KI schrittweise zerfallen und die Anfälligkeit der Marktstruktur zunimmt.

Der Trader der Bank, Lee Coppersmith, wies in seinem aktuellen Bericht darauf hin, dass Investoren begonnen haben, beim KI-Handel „leicht auf die Bremse zu treten“, und zwar aus drei Hauptgründen: Erstens besteht nach den vorherigen starken Kursanstiegen ein Bedarf an einer Marktanpassung; zweitens nehmen die Sorgen um Leverage-Akkumulation und eine zu hohe Positionskonzentration zu; drittens bewertet der Markt zunehmend den potenziellen Wert zyklischer Chancen außerhalb von KI neu, insbesondere vor dem Hintergrund abnehmender geopolitischer Risiken, sinkender Ölpreise und reduziertem Zinsdruck.

Coppersmith betont zugleich, dass es sich derzeit nicht um eine generelle Baisse bei KI handelt. Halbleiter bleiben im Bau der KI-Infrastruktur der am direktesten profitierende Bereich, die Nachfrage von Cloud-Computing-Giganten bleibt stark, und insgesamt sind die KI-Gewinne nach wie vor resilient. Doch der Markt bewegt sich vom groben „alles mit KI kaufen“-Ansatz hin zu einer selektiveren Strategie – was die Grundgedanken der Asset Allocation substanziell verändert.

Zusammenfassend bleibt das Gesamt-Narrativ rund um KI vorerst bestehen, doch die interne Divergenz nimmt zu, und die Bedeutung der Sektorenselektion steigt signifikant. Goldman Sachs beobachtet genau, ob sich diese Unterschiede weiter verstärken und ob Kapital in andere Segmente abseits von KI rotiert. Für Investoren steigt das Ausführungsrisiko bei breiten Themenschwerpunkten, und künftig werden Überrenditen davon abhängen, wie präzise Glieder in der Wertschöpfungskette, Gewinnrealisierungspotenzial und Bewertungen unterschieden werden können.

Wachsende Renditedifferenzen: KI-Thema erreicht fein abgestimmte Spielphase

Coppersmith verweist darauf, dass das auffälligste Merkmal jüngst die starke Renditedifferenzierung innerhalb des KI-Segments ist. Daten zeigen, dass die Rendite-Standardabweichung des KI-Aktienkorbs im zweiten Quartal auf 53 Prozentpunkte sprang – der höchste Wert seit dem Launch von ChatGPT.

Strukturell betrachtet ist das Muster klar: Titel aus dem Infrastrukturbereich lieferten meist positive Renditen, während Unternehmen im Anwendungsbereich unterschiedlich abschnitten. Das bedeutet, dass die bislang erfolgreiche Strategie des undifferenzierten Kaufs von KI-Aktien nicht mehr aufgeht; stattdessen müssen Investoren jetzt viel gezielter innerhalb der Wertschöpfungskette auswählen.

Gleichzeitig ist die Positions- und Leverage-Konzentration innerhalb des KI-Sektors weiterhin hoch. Daten von Goldman Sachs Prime Brokerage zeigen, dass Hedgefonds die vierte Woche in Folge Netto-Zukäufe bei globalen Aktien verzeichneten, was 0,8 Standardabweichungen über dem Einjahresdurchschnitt liegt; bei US-Aktien fiel das Netto-Kauftempo sogar auf den höchsten Stand seit November 2025, 2,1 Standardabweichungen über dem Schnitt.

Bemerkenswert ist, dass diese Käufe vornehmlich aus Short-Eindeckungen und nicht aus neuen Long-Positionen resultierten. Selbst in der jüngsten Technologie-Korrektur hielt sich der Nettoverkauf im IT-Sektor in Grenzen (-0,7 Standardabweichungen), die Halbleiterpositionen blieben nahezu unverändert. Aktuell liegen das Gesamt- und Nettoexposure der Technologiewerte historisch hoch – sie befinden sich im einjährigen und fünfjährigen Rückblick auf dem 92./98. beziehungsweise 95./99. Perzentil. Insgesamt bleibt die Positionierung also long-lastig, Panikverkäufe sind bislang ausgeblieben.

Hohe KI-Investitionen: Cloud-Provider stehen vor der „Return-on-Investment“-Bewährungsprobe

Coppersmith weist darauf hin, dass sich das Marktnarrativ für hyperskalierende Cloudanbieter grundlegend verändert hat. In den vergangenen zehn Jahren wurden deren hohe Gewinnmargen, das Asset-Light-Modell und konstante Aktienrückkäufe mit hohen Prämien bewertet – doch die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur stellen diese Logik nun infrage.

Der Marktkonsens rechnet damit, dass die entsprechenden Ausgaben der Cloud-Provider dieses Jahr auf rund 770 Milliarden US-Dollar steigen – nahezu das gesamte operative Cashflow-Volumen. Parallel schrumpfen die Aktienrückkäufe deutlich, seit Jahresbeginn 2025 stieg die Nettoverschuldung um rund 170 Milliarden US-Dollar, auch die Aktienanzahl nimmt wieder zu.

Coppersmith sieht in der vergangenen Woche einen Wendepunkt: Investoren sind nicht mehr bereit, für die „Baugeschichte“ der KI-Infrastruktur zu zahlen; echte Kapitalrenditen werden eingefordert. Der Markt bewegt sich vom „Vollgas beim Aufbau“ hin zur Phase des „Beweisens der Renditen“.

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