Der Lebensmittelpreisindex lag im Mai bei stabilen 130,8 Punkten; Getreide- und Zuckerpreise steigen, Pflanzenölpreise fallen erstmals in diesem Jahr, und die FAO warnt vor einer angespannten Versorgungslage.
- Die durchschnittliche Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) lag im Mai bei 130,8 Punkten, was gegenüber dem revidierten Aprilwert um 0,2 % leicht gesunken ist, jedoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 % gestiegen ist. Damit verbleibt der Index nahe dem höchsten Stand der letzten drei Jahre und liegt 18,4 % unter dem historischen Höchststand vom März 2022. Steigende Preise für Getreide und Zucker wurden durch fallende Preise für Pflanzenöle und Milchprodukte ausgeglichen; die Fleischpreise blieben weitgehend stabil.
- Der Getreidepreisindex lag im Mai durchschnittlich bei 114,3 Punkten, ein Anstieg von 2,6 % gegenüber dem Vormonat und 4,9 % im Jahresvergleich. Weizen stieg den vierten Monat in Folge, unter anderem, weil die Winterweizenernte in den USA eine der schlechtesten der letzten Jahrzehnte verzeichnet und steigende Treibstoff- und Düngemittelkosten die Preise weiter nach oben treiben. Der Maispreis stieg weiter, gestützt durch eine starke Importnachfrage auf wichtigen Märkten, eine angespannte Versorgungslage in Brasilien und den USA sowie die steigende Nachfrage nach Ethanol. Der Index für Reispreise stieg um 2,7 % angesichts von Wetterbedenken in den wichtigsten asiatischen Exportländern und steigenden Preisen für Rohöl-Derivate. Der Zuckerpreisindex schnellte um 7,5 % auf 95,1 Punkte nach oben und erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2025. Treiber sind die erwartete globale Angebotsverknappung, der steigende Anteil der Zuckerrohrproduktion in Brasilien für die Ethanolherstellung sowie Sorgen, dass El Niño die neue Ernte in Indien und Thailand beeinträchtigen könnte.
- Der Preisindex für Pflanzenöle lag im Mai bei 185,0 Punkten, was einem Rückgang von 4,6 % gegenüber dem Vormonat entspricht und den ersten monatlichen Rückgang seit 2026 markiert. Nach fünf monatlichen Anstiegen gaben die Preise für Palmöl nach, was auf die Erwartung einer schwachen globalen Importnachfrage und Unsicherheiten an den Rohölmärkten zurückzuführen ist. Der Milchproduktpreisindex sank um 0,5 %, wobei die Butterpreise weiter fielen. Der Fleischpreisindex stieg leicht um 0,1 %; Rindfleisch verteuerte sich weiter, gestützt durch eine schnelle Erschöpfung der chinesischen Importquoten und ein knappes Inlandsangebot in den USA. In Zukunft richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Energiepreise auf die Biokraftstoffnachfrage, Wetterrisiken in den wichtigsten Produktionsregionen sowie den anhaltenden Einfluss eines angespannten globalen Angebots auf die Lebensmittelinflation.
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