Shenwan Macro: Das Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran bedeutet nicht die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Laut Golden Ten Data vom 1. Juni heißt es im makroökonomischen Forschungsbericht von Shenwan Hongyuan, dass die jüngsten US-iranischen Verhandlungen nach öffentlich zugänglichen Informationen darauf abzielen, ein 60-tägiges „Memorandum of Understanding“ zu erreichen. Anschließend sind noch weiterführende, schwierigere Verhandlungsrunden in einer zweiten Phase geplant. Die aktuellen Gespräche konzentrieren sich vor allem auf die Verlängerung des Waffenstillstands und die Wiederherstellung der Schifffahrt im Persischen Golf, um das globale Restrisiko auf den Energiemärkten so schnell wie möglich zu reduzieren. In der Folge stehen jedoch noch weitere Diskussionen, etwa zu „Nuklearfragen“, auf der Agenda der zweiten Verhandlungsrunde. Das bedeutet, dass selbst ein erzieltetes „Memorandum“ keine endgültige Lösung der Differenzen darstellt. Dem bisherigen Verlauf zufolge könnte das „Memorandum“ bereits kurz vor dem „technischen Abschluss“ stehen, kurzfristige Rückschläge bleiben allerdings weiterhin möglich. Die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ ist nicht gleichbedeutend mit einer tatsächlichen „Wiedereröffnung der Meerenge“ – zwischen der erzielten Einigung und der praktischen Umsetzung liegt immer noch ein beträchtlicher Abstand. Ein „Memorandum of Understanding“ wird üblicherweise als nicht rechtlich bindende „informelle Vereinbarung“ betrachtet. Selbst bei einer kurzfristigen Wiedereröffnung der Meerenge bestehen mittelfristig weiterhin Risiken für deren Offenhaltung; sollte die zweite Verhandlungsrunde scheitern, könnte die Öffnung der Meerenge ebenfalls wieder rückgängig gemacht werden.
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