Matrixport Research: Bitcoin befindet sich im Bereich extremer Panik, kurzfristig könnte eine Erholung bevorstehen, aber der mittelfristige Druck baut sich weiterhin auf
Ein Stimmungstief führt oft zu einer Erholungsphase, aber die eigentliche Richtung des Marktes wird weiterhin von ETF-Kapitalflüssen und Veränderungen der makroökonomischen Politik bestimmt.
In letzter Zeit ist die Stimmung rund um Bitcoin auf ein extrem seltenes Niveau extremer Angst gefallen, wie es in den letzten zehn Jahren kaum zu beobachten war. Oberflächlich betrachtet wird diese extreme Pessimismusphase oft als Signal für einen zyklischen Boden angesehen, doch tiefere Daten zeigen, dass die aktuelle Abwärtsstruktur noch nicht abgeschlossen ist. Besonders die Veränderungen bei den ETF-Beständen, die restriktive Haltung der Federal Reserve sowie das passive, fast mechanische Rebalancing und die Reduzierung der Bestände durch Institutionen unter Verlustdruck sind derzeit die Hauptfaktoren, die den Markt belasten. Kurzfristig bestehen zwar Bedingungen für eine Erholung, aber mittelfristige Risiken bleiben weiterhin bestehen.
Kurzfristige Erholungsbedingungen entstehen, aber tiefgreifende Risiken bleiben bestehen
On-Chain-Stimmungsmodelle und technische Indikatoren sind bereits auf extreme Niveaus gefallen. Der selbst entwickelte Greed-and-Fear-Index ist auf den unteren Rand des Messbereichs zurückgegangen, der 20-Tage-Durchschnitt nähert sich dem niedrigsten 10%-Bereich; in der Vergangenheit wurden solche Werte meist von einer Erholungsphase von einigen Tagen bis Wochen begleitet.
Im Gegensatz zur letzten Erholung bestehen die auslösenden Faktoren für den aktuellen Rückgang jedoch weiterhin. Die zuvor im Oktober ausgegebenen Warnsignale der Schlüsselindikatoren haben sich nicht wirklich umgekehrt, einige Signale laufen sogar entgegen dem Preis, was darauf hinweist, dass die strukturellen Probleme des Marktes noch nicht gelöst sind. Die Stimmung kann einen Tiefpunkt erreichen, aber eine effektive Trendwende erfordert stärkere makroökonomische Unterstützung, die derzeit nicht zu erkennen ist.
ETF ist der Hauptgrund für den aktuellen Rückgang, restriktive Haltung der Federal Reserve verstärkt mittelfristigen Druck
Im Vergleich zur Stimmung sind die Veränderungen bei den ETF-Beständen der entscheidende Faktor für die jüngste Marktentwicklung. Seit der letzten FOMC-Sitzung sind aus den Bitcoin- und Ethereum-ETFs etwa 4.1 Milliarden US-Dollar bzw. 2.1 Milliarden US-Dollar abgeflossen, und die seit Jahresbeginn aufgebauten großen Positionen haben dazu geführt, dass die meisten Institutionen sich nun im Verlustbereich befinden. Da das Rebalancing dieser Investorenportfolios äußerst „mechanisch“ erfolgt, ist eine weitere Reduzierung der Bestände in Zeiten politischer Unsicherheit ein erwartbares Ergebnis, was den strukturellen Verkaufsdruck am Markt verlängert.
Auch das makroökonomische Umfeld ist eher ungünstig. Die Federal Reserve hat in den jüngsten Protokollen eine noch deutlichere restriktive Tendenz signalisiert, die Zinssenkungserwartungen für Dezember sind von 90% auf 30% gefallen, und die meisten Beamten sehen keinen Grund, die Politik schnell zu lockern und befürchten zudem eine Überhitzung des Marktes durch KI-getriebene Entwicklungen. Zusammen mit einem robusten Arbeitsmarkt fehlt es kurzfristig an einer realistischen Grundlage für eine Lockerung. Selbst wenn es in Zukunft zu einer marginalen Verbesserung auf politischer Ebene kommt, ist dies eher vor Anfang 2026 zu erwarten als zum jetzigen Zeitpunkt.
Insgesamt befindet sich Bitcoin bereits im Bereich extremer Angst, kurzfristig besteht die Möglichkeit einer von Stimmung und Technik getriebenen Erholung, aber der mittelfristige Druck auf den Markt resultiert weiterhin aus tieferliegenden Strukturen: ETF-Abflüsse, Unsicherheit bezüglich der Federal Reserve-Politik und das fortgesetzte Rebalancing der Institutionen unter Verlustbedingungen. Kurzfristige Trader könnten in der Erholungsphase Chancen finden, aber ein nachhaltiger Aufwärtstrend erfordert eine Verbesserung des makroökonomischen Umfelds. Wirklich entscheidende positive Katalysatoren werden sich wahrscheinlich erst Anfang 2026 allmählich zeigen.
Einige der oben genannten Ansichten stammen von Matrix on Target, kontaktieren Sie uns für den vollständigen Bericht von Matrix on Target.
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