Große Veränderungen in der US-Kryptoregulierung: CFTC könnte vollständige Kontrolle über den Spotmarkt übernehmen
Das US-Kryptoregulierungssystem erlebt derzeit eine Neugestaltung der Zuständigkeiten. Die Aufgabenbereiche von CFTC und SEC sind klar definiert: Die SEC konzentriert sich auf Wertpapiere, während die CFTC für den Kassamarkt digitaler Güter zuständig ist. Der Fortschritt neuer Gesetzentwürfe und die Ansetzung von Anhörungen zeigen, dass die regulatorischen Grenzen erstmals in offiziellen Dokumenten eindeutig festgelegt wurden.
Redaktioneller Hinweis: Die lange Zeit unscharfen Regulierungsgrenzen für Kryptowährungen in den USA werden neu gezogen. Mit der Nominierung von Mike Selig als Vorsitzender der CFTC und dem Vorantreiben neuer Gesetzesentwürfe im Kongress zeichnen sich erstmals auf politischer Ebene die Umrisse einer Aufgabenteilung zwischen SEC und CFTC ab. Die Regulierungsstruktur zeigt einen seltenen Trend zur Klarheit: Die SEC konzentriert sich auf Wertpapiere; die CFTC legt den Fokus auf den Spotmarkt für digitale Waren.
Dieser Artikel fasst die Inhalte des Gesetzesentwurfs, die Anhörungsmodalitäten sowie die potenziellen Veränderungen in der Aufgabenteilung der beiden Behörden zusammen und bietet damit einen klaren Ausgangspunkt zum Verständnis der US-Krypto-Regulierung. Nachfolgend die Übersetzung des Originaltextes.
Aufteilung der Krypto-Regulierung zwischen CFTC und SEC
Mit der Ernennung eines neuen Finanzregulierungsteams durch die Trump-Regierung erlebt das US-Krypto-Regulierungssystem die deutlichste Machtverschiebung der letzten Jahre.
Mike Selig, der von Trump nominierte Kandidat für den Vorsitz der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), wird am 19. November an einer Bestätigungsanhörung des Landwirtschaftsausschusses des Senats teilnehmen. Gleichzeitig prüft der Kongress einen neuen Gesetzesentwurf, der der CFTC offiziell die Hauptaufsicht über den Spotmarkt für digitale Vermögenswerte übertragen soll.
Diese Entwicklung zeigt, dass die US-Regulierungsbehörden nach Jahren der Überschneidungen und Streitigkeiten bei der Durchsetzung nun versuchen, die Krypto-Regulierung durch Gesetzgebung klar aufzuteilen.

Vom Gesetzesentwurf zur Nominierung: Der Regulierungsweg nimmt Gestalt an
Der Gesetzesentwurf wird von den Senatoren John Boozman und Cory Booker vorangetrieben. Im Kern sieht er eine Ausweitung der Befugnisse der CFTC im Bereich digitaler Waren vor und verlangt die Einrichtung eines formellen Kooperationsmechanismus mit der Securities and Exchange Commission (SEC). Der Entwurf plant zudem neue Haushaltsmittel für das Spotmarkt-Regulierungssystem, um die Durchsetzung zu unterstützen.
Diese Richtung steht im Einklang mit den jüngsten Äußerungen der SEC. SEC-Vorsitzender Paul Atkins erklärte, die Kommission arbeite auf Grundlage des Howey-Tests an einer „Token-Taxonomie“ und prüfe Ausnahmeregelungen für den Verkauf digitaler Vermögenswerte.
Diese Maßnahmen zeigen, dass das Ziel der SEC darin besteht, klare Regeln dafür aufzustellen, „wann ein Token kein Wertpapier ist“, und sich in anderen Bereichen mit der CFTC abzustimmen.
Oberflächlich handelt es sich um technische Regelanpassungen, doch dahinter steht, dass die SEC ihre eigenen Grenzen neu definiert, sich stärker auf Wertpapiermerkmale konzentriert und andere Bereiche der CFTC überlässt.
In den öffentlichen Äußerungen des Kongresses wurde diese Aufgabenteilung bereits klar formuliert. Senator John Boozman erklärte, die CFTC sei die richtige Behörde zur Regulierung des Spotmarkts für digitale Waren; Senator Cory Booker ergänzte, das Gesetz werde der CFTC neue Befugnisse und die für die Marktaufsicht erforderlichen Ressourcen verleihen.
Mit der zunehmenden Annäherung der beiden Behörden nimmt die Aufgabenteilung der Regulierungsstruktur langsam Gestalt an: Die SEC konzentriert sich auf Wertpapiere; die CFTC ist für den Spotmarkt digitaler Waren zuständig.
Dies war jahrelang eine umstrittene Grenze in der Krypto-Branche, die nun erstmals in Washington in Form offizieller Dokumente festgehalten wird.
Regulatorische Signale vor der Anhörung
Laut Mitteilung des Landwirtschaftsausschusses des Senats ist Selig als Kandidat für den Vorsitz und das Kommissariat nominiert und wird am 19. November im Raum G50 des Dirksen Senate Office Building befragt. Die Anhörung wird zügig vorangetrieben, was darauf hindeutet, dass Washington die Umstrukturierung des Regulierungsteams und -rahmens möglichst schnell abschließen möchte.
Der Gesetzesentwurf enthält zudem Bestimmungen zu Registrierungspflichten für digitale Warenplattformen, Trennung von Kundengeldern, Interessenkonfliktmanagement und Gebührenstrukturen und versucht, einen bislang fehlenden bundesweiten Regulierungsrahmen zu schaffen. Die langjährigen Streitigkeiten um Verwahrungsstandards, Börsenregistrierung und Überschneidungen bei der Durchsetzung werden ebenfalls in die aktuelle Gesetzesdiskussion einbezogen.
Der Markt bleibt zurückhaltend und wartet auf weitere Signale
Nach Bekanntgabe der Nachricht blieben die Marktbewegungen begrenzt. Händler richten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Anhörung selbst sowie auf den nächsten Regelungsentwurf, den die SEC veröffentlichen wird. Auch wenn die Richtung der Krypto-Regulierung noch nicht vollständig klar ist, sind die Diskussionen über „Aufgabenteilung“ und „Grenzen“ näher an einer offiziellen Umsetzung als je zuvor.
Der weitere Verlauf dieses langjährigen Streits wird kurzfristig auf die Anhörung am 19. November zurückgeführt.
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