BIT Research: Bitcoin steigt um 22 %, Gold um 9,4 % – Wird die Fed die Marktrallye im vierten Quartal entfachen?
Nachdem die US-Staatsverschuldung die Marke von 10 Billionen US-Dollar überschritten hat, begann Bitcoin unmittelbar zu steigen. Gleichzeitig nähert sich die Rendite für US-Staatsanleihen der potenziellen psychologischen Grenze von 5,0%, was ebenfalls zu einer weiteren wichtigen Variable für den Markt wird. Seit dem 24. Juli ist Bitcoin insgesamt um 22% gestiegen, Gold um 9,4%. Hard Assets zeigen in der aktuellen makroökonomischen Umgebung eine zunehmend starke Performance.
Gleichzeitig befindet sich der makroökonomische Zyklus in der ersten Phase einer zyklischen Reflation, die gemeinhin von einem schwächeren US-Dollar und steigenden Rohstoffpreisen begleitet wird. Historische Daten zeigen, dass die annualisierte Rendite von US-Aktien in diesem Umfeld etwa 29% beträgt, Gold liegt bei etwa 47% und Bitcoin erreicht 73%. Die nächste Schlüsselvariable für den Markt wird sein, ob die Federal Reserve auf der Zinssitzung am 16. September eine Zinserhöhung beschließt.
Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung im September weiterhin begrenzt: Fed-Pause könnte Raum für Erholung riskanter Anlagen schaffen
Obwohl Fed-Präsident Walsh weiterhin seine Bereitschaft zur Zinserhöhung signalisiert, treten ein schwächerer US-Dollar sowie Anleiheverkäufe und steigende Renditen gleichzeitig auf, was weiterhin auf ein Reflationsumfeld hinweist. Die aktuelle Marktpreisbildung deutet darauf hin, dass in den nächsten 24 Monaten insgesamt Zinserhöhungen in Höhe von etwa 3,1-mal 25 Basispunkten erwartet werden. Sollte die Federal Reserve im September eine Zinserhöhung einleiten, steigt nach der historischen Regel der kontinuierlichen Zinsanpassungen auch die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Oktober; zu diesem Zeitpunkt wäre es weniger als eine Woche bis zu den US-Midterm-Wahlen.
Innerhalb der Federal Reserve gibt es weiterhin Meinungsverschiedenheiten über den politischen Kurs. Walsh hält die aktuelle Inflation für weiterhin zu hoch, während Fed-Gouverneur Waller dazu tendiert, die Zinsen unverändert zu lassen. Unter dem Einfluss entsprechender Stellungnahmen und Wirtschaftsdaten sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September zeitweise von 58% auf 42% und stieg dann wieder auf rund 50%. Historisch gesehen kommt die Federal Reserve üblicherweise erst dann ins Handeln, wenn die Markt-Erwartung für eine Zinserhöhung auf etwa 85% steigt; daher bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung derzeit relativ begrenzt.
Inflation bleibt allerdings die größte Variable. Inflationsmodelle zeigen, dass die aktuelle Zahl möglicherweise über den von Wall-Street-Ökonomen erwarteten 3,4% liegen könnte, und der ISM-Preiskomponentenindex für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe, der dem CPI meist um etwa sechs Monate vorausläuft, zeigt erneut Anzeichen eines Anstiegs. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, könnte eine einzelne, über den Erwartungen liegende Inflationszahl weiterhin nicht ausreichen, um die Fed sofort zu einer Zinserhöhung zu bewegen. Sollte das FOMC letztlich die Zinsen unverändert lassen, könnten zinssensitive Anlagen wie Gold, Bitcoin und Aktien kurzfristig von einer Entspannung profitieren.
Reflations-Ära: Vermögenswerte werden neu bewertet – Tech-Aktien, Gold und Bitcoin mit starker Performance
Das aktuelle Inflationsumfeld unterscheidet sich klar von den Jahren 2008–2020. Damals lag die durchschnittliche US-Inflationsrate nur bei 1,61%, aktuell beträgt sie 4,11%. Gleichzeitig bewegt sich das Wachstum der Geldmenge stabil bei etwa 6% und der Schuldenanstieg der USA bei rund 8%. In diesem Umfeld wird entscheidend, ob Anlagen sowohl Inflation, Geldmengen- als auch Schuldenwachstum übertreffen können.
Rückblickend lag die annualisierte Rendite von US-Aktien zwischen 1975 und 2008 bei 9,0%, zwischen 2008 und 2020 sank sie auf 5,7% und ist seit 2020 bereits auf 18,3% gestiegen. Dabei konzentrieren sich die Renditen stark auf bestimmte Anlageklassen, insbesondere Tech-Aktien heben sich deutlich hervor, Gold erzielt ebenfalls starke Ergebnisse, und Bitcoin übertrifft alle anderen Anlageklassen. Allein mit der Verfolgung des S&P 500 über SPY lässt sich die strukturelle Diversifizierung dieser Performance-Runde inzwischen kaum abdecken.
Insgesamt wird die Fed-Sitzung im September eine entscheidende Prüfung für die Entwicklung des Marktes im vierten Quartal sein. Die aktuelle vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung beträgt etwa 60% und bleibt unter dem typischen Schwellenwert von über 80%, ab dem die Fed in der Vergangenheit Schritte eingeleitet hat. Sollte die Fed die Zinsen unverändert lassen und die Inflation nicht weiter unerwartet steigen, könnte das politische Fenster mindestens bis zur nächsten Sitzung am 9. Dezember offen bleiben und kurzfristigen Spielraum für riskante Anlagen schaffen. Gleichzeitig bieten saisonale Muster im September und Oktober oft attraktivere Einstiegschancen und riskante Anlagen sammeln im vierten Quartal in der Regel erneut Aufwärtsdynamik.
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