Ethereum-Institution betritt erstmals den koreanischen Markt und konzentriert sich auf die Expansion in Asien
Ethereum Institutional Mitbegründer Matthew Dawson besuchte diese Woche zum ersten Mal Südkorea. Die Organisation wurde im Juli gegründet, um den institutionellen Einsatz von Ethereum zu fördern und ihre Zusammenarbeit mit den asiatischen Finanzmärkten zu verstärken.
Während seines Besuchs traf Dawson mit führenden Banken, Wertpapierunternehmen, Asset-Management-Firmen, Börsen und Infrastrukturunternehmen des Landes zusammen – mit dem klaren Ziel, Beziehungen aufzubauen und zu zeigen, dass Ethereum den Anforderungen von Institutionen gerecht werden kann.
Der Besuch fällt in eine Zeit, in der sich das regulatorische Umfeld in Seoul wandelt. Die südkoreanische Financial Services Commission veröffentlichte am 4. September ihren politischen Kurs zur Tokenisierung von Wertpapieren und skizzierte konkrete Pläne, die Blockchain als Infrastruktur für die Finanzmärkte zu verwenden. Hyperledger Besu, Avalanche, Klaytn und Polygon wurden als bevorzugte Integrationsprojekte für die Korean Securities Depository ausgewiesen, während öffentliche Blockchains wie Ethereum nicht berücksichtigt wurden.
Trotzdem zeigte sich Dawson zuversichtlich hinsichtlich der Fähigkeit Südkoreas, Blockchain-Infrastruktur zu nutzen. Er betonte, dass die großen Finanzinstitute, die FinTech-Branche und die starke Entwickler-Community des Landes Vorteile bieten, um die heimische Finanzlandschaft mit globalen Innovationen zu verknüpfen.
Von privaten Chains zu öffentlichen Infrastrukturen: Ethereums Ansatz für die südkoreanische Finanzbranche
Dawson hält es für unwahrscheinlich, dass die Ausschließung von öffentlichen Chains dauerhaft ist. Er merkt an, dass private Netzwerke zwar ein logischer Ausgangspunkt sind, jedoch inhärente Einschränkungen hinsichtlich Liquidität, Interoperabilität mit anderen Assets und allgemeiner Nutzbarkeit bestehen, und prognostiziert, dass Institutionen letztlich auf natürliche Weise zu öffentlichen Blockchains migrieren werden. JPMorgan ist ein gutes Beispiel: Die Bank betreibt zwar ihre eigene Blockchain-Plattform Kinexys, gibt jedoch auf Ethereums Layer-2-Netzwerk Base USD-gedeckte Deposit Tokens (JPM Coin) aus.
Die Attraktivität Ethereums für institutionelle Investoren basiert auf drei zentralen Säulen: Sicherheit, Liquidität und – am wichtigsten – Neutralität. Dawson bezeichnet Ethereum als die bisher neutralste Blockchain und hebt hervor, dass südkoreanische Institutionen und Regulatoren sich keine Sorgen machen müssen, dass die Infrastruktur von einem einzelnen ausländischen Unternehmen kontrolliert wird. Er räumt ein, dass Ethereum nicht das schnellste oder günstigste Netzwerk sei, aber die Betonung von Sicherheit und Robustheit stellt gerade für die Verwahrung von Vermögenswerten wie Geldmarktfonds, Stablecoins, Anleihen und Aktien eine angemessene Abwägung dar.
Für südkoreanische Finanzinstitute besteht die größte Herausforderung bei der Einführung von Blockchain-Technologie in der technischen Integration mit bestehenden Systemen sowie der regulatorischen Compliance. Dawson betont, dass Banken neue Blockchain-Infrastrukturen mit etablierten internen Prozessen abstimmen müssen und die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden essenziell ist. Während während dieses Besuchs keine Treffen mit der Financial Services Commission oder der Financial Supervisory Service geplant waren, erklärte Dawson, dass er künftig gerne Ethereum koreanischen Regulierern vorstellen möchte.
Angesichts der anhaltenden Debatte darüber, wer berechtigt sein sollte, won-denominierte Stablecoins herauszugeben, empfiehlt Dawson, den Markt sowohl Banken als auch Nicht-Bank-Emittenten zu öffnen und verweist auf Europa, wo sowohl lizenzierte E-Geld-Institute als auch Banken solche Token emittieren können.

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