Der Goldpreis steigt, während die Turbulenzen am Yen-Cross-Markt den US-Dollar belasten.
Die US-Arbeitsmarktdaten blieben hinter den Erwartungen zurück und setzten den US-Dollar zusätzlich unter Druck. Der ADP-Bericht zu privaten Beschäftigten zeigte, dass im August in den USA 38.000 neue Stellen in der Privatwirtschaft geschaffen wurden, weniger als die Markterwartung von 47.000 und auch weniger als die 46.000 des Vormonats.
Obwohl der Goldpreis kurzfristig eine Erholung erfährt, bleibt das Gesamtumfeld für Gold weiterhin herausfordernd. Nach mehreren Wochen relativer Ruhe flammen die Konflikte im Nahen Osten wieder auf, die Ölpreise steigen, Inflationssorgen kehren zurück und globale Anleihen werden abgestoßen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erreichte 4,81 % – der höchste Stand seit Oktober 2023 – und fiel anschließend auf rund 4,79 % zurück. Steigende Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten des unverzinsten Vermögenswerts Gold und belasten somit den Goldpreis.
Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams, erklärte am Mittwoch: „Der Anstieg der Renditen ist auf die starken wirtschaftlichen Fundamentaldaten und eine positive Konjunkturprognose zurückzuführen, nicht auf Inflationserwartungen.“ Er wies zudem darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Anleiherenditen und den Konflikten im Nahen Osten gibt.
In Bezug auf die Geldpolitik steigen am Markt die Wetten darauf, dass die Fed bereits im September mit Zinserhöhungen beginnt. Fed-Präsident Kevin Walsh hat vergangene Woche beim Jackson Hole Global Central Bank Symposium eine restriktive Haltung zu Inflation vertreten und damit die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen verstärkt. Laut dem CME FedWatch Tool beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Sitzung vom 15.–16. September mittlerweile etwa 64 %, vor einer Woche lag sie noch bei lediglich 36 %.
Vor diesem Hintergrund könnte bei anhaltendem Dollar-Abverkauf der Goldpreis kurzfristig weiter steigen. Doch restriktive Fed-Erwartungen, hohe US-Renditen und die durch den Nahost-Konflikt verstärkte Inflationsgefahr begrenzen das Aufwärtspotenzial des Goldpreises. Trader achten nun besonders auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, da diese Daten die Markteinschätzung zum künftigen Zinskurs der Fed verändern und die nächste Bewegung von US-Dollar, US-Anleiherenditen und Gold bestimmen könnten.
Spot-Gold verteidigt aktuell die 100-Tage-Simple-Moving-Average bei rund 4.361 US-Dollar und schafft damit eine fragilere Abwärtsabsicherung, bleibt jedoch weiterhin unterhalb des mittleren Bollinger-Bands (etwa 4.450 US-Dollar).
Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf Tagesbasis pendelt um die 50er-Marke, das MACD-Histogramm bleibt im negativen Bereich; beide Indikatoren zeigen, dass die Bullen an Dynamik verlieren, und deuten darauf hin, dass sich der Goldpreis insgesamt in einer neutralen Seitwärtsbewegung befindet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei der 20-Perioden-Linie des Bollinger-Bands bei 4.450 US-Dollar; sollten die Bullen die Kontrolle zurückerlangen, rückt als nächster wichtiger Widerstand das obere Bollinger-Band bei 4.685 US-Dollar in den Blick.
Auf der Unterseite bildet die 100-Tage-Linie bei 4.361 US-Dollar eine unmittelbare Unterstützung; es folgt das untere Bollinger-Band bei 4.215 US-Dollar. Sollte der Verkaufsdruck zunehmen und der Goldpreis weiter fallen, liegt die nächste wichtige Unterstützungszone bei der psychologischen Marke von 4.000 US-Dollar.
Redaktion: Guo Jian
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