Starke Investition in KI! Südkorea bringt mit einem historisch aggressiven Ausgabenplan von 597 Milliarden Dollar „Munition“, wobei Chip-Dividenden als Unterstützung dienen.
Südkorea hat am Dienstag den bisher ehrgeizigsten Haushaltsausgabenplan vorgestellt und legt die Gesamtausgaben der Regierung für 2027 auf 821 Billionen Won (etwa 596,92 Milliarden US-Dollar) fest. Ziel ist es, im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz (AI) die technologische Führungsposition des Landes zu stärken.
Wie von Golden Ten Data berichtet, hat Südkorea am Dienstag den bisher aggressivsten Plan für staatliche Ausgaben angekündigt: Für 2027 sind Gesamtausgaben der Regierung von 821 Billionen Won (ca. 596,92 Milliarden US-Dollar) vorgesehen, um die technologische Führungsrolle des Landes im globalen Wettbewerb rund um künstliche Intelligenz (AI) zu stärken.
Das südkoreanische Haushaltsministerium erklärte im jährlichen Haushaltsvorschlag, dass das Ausgabenprogramm gegenüber 2026 um 12,8% steigen soll – ein historischer Rekord bei der jährlichen Steigerungsrate.
Dieser Vorschlag markiert einen Kurswechsel der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens unter Präsident Lee Jae-myung. Seit seinem Amtsantritt im Juni letzten Jahres verfolgt Lee Jae-myung eine expansive Fiskalpolitik und kehrt damit die dreijährige Sparpolitik seines Vorgängers um.
Halbleiter-Boom liefert „Munition“ für die Fiskalexpansion
Die überhöhten Steuereinnahmen aus der südkoreanischen Halbleiterindustrie treiben das historische Ausgabenwachstum an. Die weltweite Begeisterung für AI-Infrastruktur bringt eine explosionsartige Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) mit sich, was Samsungs Electronics und SK Hynix – Südkoreas Speicher-Giganten – zu nie dagewesenen Gewinnen verhilft.
Im nächsten Jahr werden die gesamten Steuererträge Südkoreas voraussichtlich um 40,7% steigen und 584,4 Billionen Won erreichen. Die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer sollen sich auf 216,7 Billionen Won verdoppeln.
Der starke Anstieg der Einnahmen könnte Südkorea helfen, die Schuldenquote am BIP von erwarteten 51,6% in diesem Jahr um 3,3 Prozentpunkte auf 48,3% zu senken.
Die Einsparungen bleiben hinter den Erwartungen zurück – Renditen koreanischer Staatsanleihen steigen
Ein Teil der Überschusssteuereinnahmen soll zur Reduzierung der staatlichen Kreditaufnahme eingesetzt werden. Die gesamte Emission südkoreanischer Staatsanleihen wird im kommenden Jahr von 225,7 Billionen Won auf 222,8 Billionen Won sinken.
Das Nettoemissionsvolumen, das die neu aufgenommenen Staatsschulden widerspiegelt, wird drastisch um 13,1 Billionen Won auf 96,3 Billionen Won reduziert, weniger als die 109,4 Billionen Won im laufenden Jahr.
Trotzdem stieg nach der Veröffentlichung des Haushaltsplans die Rendite für zehnjährige südkoreanische Staatsanleihen um 6,5 Basispunkte auf 4,378%. Das zeigt, dass angesichts des globalen Ausverkaufs von Anleihen der Markt eigentlich einen stärkeren Rückgang der Bond-Emissionen erwartet hatte.
Kong Dong-rak, Analyst bei Daishin Securities, erklärte: „Wenn die südkoreanische Regierung die Bond-Emissionen noch stärker kürzt, wäre das für den Markt noch günstiger.“ Er ergänzte, dass die Renditen im Inland im globalen Ausverkauf weiter steigen. „Dass auch das Nettoemissionsvolumen sinkt, ist positiv. Einige Anpassungen bei der Verteilung von langfristigen Schulden können dazu beitragen, den lokalen Anleihemarkt zu stabilisieren“, so Kong Dong-rak.
Einrichtung eines „Fonds für zukünftige Herausforderungen“ – Halbleiter-Infrastruktur und Verteidigung als Schwerpunkt
Die Regierung plant, die zu erwartenden Überschusssteuereinnahmen von 162,3 Billionen Won in einen strategischen Fonds namens „Fonds für zukünftige Herausforderungen“ zu investieren, anstatt sie für kurzfristige Ausgaben zu verwenden. Dieser Fonds ist für langfristige Investments gedacht.
Im kommenden Jahr sollen 45,4 Billionen Won aus dem Fonds für Projekte zur Erweiterung der Jugendförderung, Wachstumsinitiativen und spezialisierte Bildung eingesetzt werden.
Ein Schwerpunkt der Ausgaben im Jahr 2027 wird die Unterstützung der Infrastruktur für Halbleiter der nächsten Generation sein. Die Regierung hat bereits 21,3 Billionen Won für den Ausbau von Industrie-Wasserversorgungssystemen, Stromnetzen und Logistiknetzwerken bereitgestellt, um die Chip-Produktionskapazitäten zu stärken und die Entwicklung kritischer technischer Infrastrukturen voranzutreiben.
Zusätzlich hat die Regierung 2,6 Billionen Won als Sonderbudget für Halbleiter vorgesehen. Für das Atom-U-Boot-Projekt und weitere strategische Waffensysteme sind Ausgaben von 3,4 Billionen Won geplant.
Der Haushaltsvorschlag muss noch vom Parlament genehmigt werden.
Lee Jae-myung erklärte am Dienstag, dass die südkoreanische Wirtschaft an einem unvermeidlichen Punkt für Zinserhöhungen steht, was den wirtschaftlichen Wachstum unter Druck setzt, denn schwache Haushalte werden mit steigenden Kreditkosten konfrontiert.
Da der Halbleiter-Boom die Inflationsrisiken verstärkt, hat die Bank of Korea Ende August den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,00% angehoben – die erste doppelte Zinserhöhung seit Januar 2023. Der Zentralbankchef Shin Hyun-song betonte, dass die doppelten Erhöhungen keine Standardmaßnahme sind, sondern ein „starkes Signal“ senden. Er erwartet, dass die Zinsen in den kommenden sechs Monaten schrittweise angehoben werden.
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