25 % Kursplus: Bitcoin verzeichnet besten August seit 2017
Der Bitcoin-Kurs ist im August um 25 % gestiegen und hat damit den stärksten August seit 2017 verzeichnet. Ausgerechnet der historisch schwächste Bitcoin-Monat nach Medianrendite überraschte positiv. Kann BTC nun auch im September, dem Monat mit der schlechtesten durchschnittlichen Performance, der Saisonalität trotzen, bevor dann der „Uptober“ ansteht?
Bitcoin und die Saisonalität
Bei kaum einem Asset legen die Marktteilnehmer so viel Augenmerk auf die Saisonalität wie bei Bitcoin. Das liegt unter anderem daran, dass der Kurs stark von der Marktstimmung getrieben ist und – anders als bei Aktien – keine Quartalszahlen gemeldet werden, die den Preis bewegen.
Und tatsächlich gibt es bei Bitcoin auch bestimmte Muster, die einigermaßen zuverlässig sind:
So ist zum Beispiel der Oktober, auch „Uptober“ genannt, normalerweise ein besonders starker Bitcoin-Monat. Auch im Jahr 2025 war dies ein zentrales Narrativ, als BTC im Oktober das bisherige Allzeithoch von knapp 126.300 US-Dollar erreichte – auch wenn der Monat am Ende mit einem Kursverlust beendet wurde.
Im diesjährigen Sommer wiederholte sich derweil das Muster, dass es noch nie einen Juli mit Kursverlusten gab, nachdem der Juni bereits ein roter Monat war.
Anschließend gab es dann aber durch die Saisonalität begründete Argumente, wieder pessimistischer zu werden. Denn nach dem Juli folgten mit dem August und September die historisch schlechtesten Bitcoin-Monate.
- August: Bitcoin-Monat mit schlechtester Median-Performance
- September: Bitcoin-Monat mit der schlechtesten Durchschnitts-Performance
Bester August seit 9 Jahren
Doch entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer beendete Bitcoin den August schließlich mit einem Kursplus von 25,05 %, laut Daten der Krypto-Börse Coinbase.
Damit war es der prozentual höchste Kurszuwachs in einem Monat seit November 2024, als Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl gewann.
Noch viel besonderer ist aber, dass es der mit Abstand beste August für Bitcoin seit dem Bullenmarkt 2017 war. Damals konnte BTC im Monatsverlauf um 65,32 % zulegen.
Der bis zuletzt beste August seither war der im Jahr 2021 mit einem Kursplus in Höhe von 13,80 %, wie Daten von Coinglass zeigen.
Schwacher September voraus?
Bei einem Blick auf die Coinglass-Grafik zeigt sich aber auch, dass es bei Bitcoin noch nie einen grünen August und September hintereinander gab.
Für einen positiven September müsste dieses Muster also durchbrochen werden, bevor dann wieder der „Uptober“ ansteht.
Diese Beobachtung gilt allerdings nur für den von Coinglass abgedeckten Zeitraum ab 2013. Tatsächlich gab es im Jahr 2012 nämlich schon einmal Kurszuwächse sowohl im August als auch im September, wie der weiter zurückreichenden Grafik von bitcoinmonthlyreturn.com zu entnehmen ist.
Hinzu kommt, dass es in den vergangenen 3 Jahren jeweils Kurszuwächse im September gab, obwohl es eigentlich ein eher schlechter Bitcoin-Monat ist.
Die jeweilige Monatsperformance kann sich je nach Grafik leicht unterscheiden. Das liegt an der Quelle der zugrundeliegenden Preisdaten beziehungsweise an unterschiedlichen Definitionen, wann ein Monat endet. Die kleinen Abweichungen ändern aber nichts am Gesamtbild.
Worauf es wirklich ankommt
Letztlich gilt es, die Aussagekraft von Mustern aus der Vergangenheit aber ohnehin immer mit Vorsicht zu genießen.
Laut 4-Jahres-Zyklus müsste der Bärenmarkt nämlich insgesamt etwa 12 Monate anhalten und BTC entsprechend den Boden erst im Oktober erreichen. Diejenigen, die auf noch tiefere Kurse gewartet haben, dürften sich nach der Rally im August ordentlich ärgern – auch wenn es natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass BTC noch auf neue Tiefs fällt.
Der August hat letztlich gezeigt, dass fundamentale Meldungen die Saisonalität oder die vielbeachtete Zyklustheorie deutlich überlagern können. BTC stieg nämlich deutlich, nachdem das US-Finanzministerium größere Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ankündigte, womit das Narrativ des Debasement-Trades wieder in den Fokus rückte.
Dass der August so ein starker Bitcoin-Monat war, lässt sich übrigens auch an der Nachfrage nach den US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs ablesen. Die Anlageprodukte verzeichneten im Monatsverlauf nämlich 3,31 Milliarden US‑Dollar an Zuflüssen. Die Daten für den 31. August liegen hierbei noch nicht vor.
Damit war es der beste Monat für die ETFs seit Oktober 2025, als den Anlageprodukten 3,42 Milliarden US-Dollar zugeflossen sind. Möglicherweise wird diese Zahl sogar noch übertroffen, sofern es am Montag stärkere Zuflüsse gab.
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