Bitcoin bewegt sich laut einer Analyse von Grayscale zunehmend wie Gold und immer weniger wie eine Technologieaktie. Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold ist seit Jahresbeginn 2026 von nahe null auf über 50 Prozent gestiegen, während die Korrelation mit dem Nasdaq 100 im gleichen Zeitraum von mehr als 60 Prozent auf etwa 33 Prozent gefallen ist.
Grayscale stützt sich dabei auf Bloomberg-Daten bis zum 24. August und ordnet die Entwicklung als möglichen Regimewechsel ein. Korrelationsbeziehungen können sich jedoch verändern und belegen für sich genommen nicht, dass Bitcoin dauerhaft als sicherer Hafen gilt.
Bitcoin wechselt laut Grayscale vom Nasdaq- zum Gold-Bezug
Grayscale veröffentlichte die Analyse am 27. August 2026. Demnach fiel die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin mit dem Nasdaq 100 unter Berufung auf Bloomberg-Daten von über 60 Prozent auf rund 33 Prozent. Zugleich stieg die Korrelation mit Gold seit Beginn des Jahres 2026 von kaum über null auf mehr als 50 Prozent.
Diese Umkehr steht im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen Bitcoin häufig im Gleichschritt mit Wachstumsaktien handelte. Grayscale wertet die jüngste Divergenz als möglichen Hinweis auf eine erneute Fokussierung auf Bitcoins Knappheit, monetäre Unabhängigkeit und potenzielle Eigenschaften als Wertaufbewahrungsmittel.
US-Schulden geben dem Debasement-Trade neue Nahrung
Die US-Staatsverschuldung überschritt im August 2026 laut Treasury-Angaben die Marke von 40 Billionen Dollar. Parallel dazu stieg Gold über 4.600 Dollar. Gold-Futures erreichten am 26. August zeitweise bis zu 4.730,90 Dollar.
Das US-Finanzministerium rechnet für das Quartal Juli bis September mit 739 Milliarden Dollar an privat gehaltener marktfähiger Nettokreditaufnahme, gefolgt von weiteren 628 Milliarden Dollar im Quartal Oktober bis Dezember. Die Schätzung für das dritte Quartal lag damit 68 Milliarden Dollar über der Prognose vom Mai. Die August-Refinanzierung umfasste zudem 125 Milliarden Dollar, aufgeteilt auf dreijährige, zehnjährige und 30-jährige Anleihen. Ergänzend plante das Finanzministerium im Quartal Liquiditäts-Rückkäufe von bis zu 38 Milliarden Dollar.
Eine Gold-Korrelation ist noch kein Safe Haven
Bitcoin wurde nach der globalen Finanzkrise ohne zentralen Emittenten eingeführt; die Konsensregeln des Netzwerks begrenzen die Gesamtausgabe auf rund 21 Millionen BTC. Genau diese fest programmierte Knappheit unterscheidet Bitcoin von Währungen, deren Angebot sich durch fiskal- oder geldpolitische Entscheidungen ausweiten lässt.
Der sogenannte Debasement-Trade beschreibt eine Umschichtung aus Währungen oder Staatsschulden hin zu Vermögenswerten mit begrenztem Angebot. Traditionell stand dabei Gold im Mittelpunkt, zunehmend rückt aber auch Bitcoin in diese Diskussion. Die Rückkäufe des US-Finanzministeriums werden über Schuldtitelaufnahme finanziert und unterscheiden sich damit von einer quantitativen Lockerung der Federal Reserve.
Grayscales jüngste Korrelationsdaten deuten darauf hin, dass Anleger Bitcoin möglicherweise deutlicher vom technologielastigen Aktienmarkt unterscheiden. Eine anhaltende goldähnliche Entwicklung könnte das Diversifikationsargument für Bitcoin stärken. Korrelationsbeziehungen können sich jedoch über die Zeit verändern und belegen für sich genommen nicht, dass Bitcoin künftig konsequent wie ein sicherer Hafen agiert.
Was ein anhaltender Regimewechsel bedeuten könnte
Ein anhaltender Trend zu einem goldähnlichen Verhalten würde nach der Einordnung von Grayscale das Argument für Bitcoin als Diversifikator stärken. Die hohe US-Verschuldung und der fortgesetzte Finanzierungsbedarf haben zugleich die Diskussion darüber verstärkt, ob Anleger Vermögenswerte außerhalb staatlich ausgegebener Währungen und Staatsschulden suchen könnten.
Die von Grayscale beobachtete Verschiebung der Korrelationen liefert vor allem eine Momentaufnahme. Ob Bitcoin langfristig stärker mit Gold oder erneut stärker mit technologieorientierten Aktien korreliert, bleibt offen.
Zuletzt aktualisiert am 29. August 2026




