Fitch verschont Frankreich und hält das A+-Rating aufrecht, warnt jedoch vor einem drohenden Downgrade wegen außer Kontrolle geratenen Defiziten.
Fitch Ratings hat kürzlich bekannt gegeben, dass das französische Staatsrating bei "A+" mit stabilem Ausblick bleibt, obwohl die Agentur erneut warnte, dass angesichts zunehmender politischer Unsicherheiten ein anhaltend wachsendes Haushaltsdefizit und steigende öffentliche Schulden in Zukunft zu einer Herabstufung des Ratings führen könnten.
Die APP von Zhihui Finance hat erfahren, dass Fitch Ratings kürzlich das Staatskreditrating Frankreichs bei „A+“ mit einem stabilen Ausblick bestätigt hat, obwohl die Agentur erneut warnte, dass bei anhaltender politischer Unsicherheit, steigenden Haushaltsdefiziten und weiter wachsender öffentlicher Verschuldung ein Downgrade in Zukunft weiterhin möglich bleibt.
Frankreich, als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, konnte dieses Mal einem Downgrade entgehen. Fitch erklärte zugleich, dass die aktuelle Bewertung eine Beibehaltung des derzeitigen Kreditniveaus nahelegt. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt Frankreichs Rating sechs Stufen über dem „Junk“-Status und entspricht damit dem Niveau von Belgien und Slowenien.

Fitch erklärte in seiner Stellungnahme: „Sollte Frankreich keine deutlichen Fortschritte bei der Defizitreduzierung erzielen – etwa aufgrund anhaltender politischer Zersplitterung – könnte der Ausblick auf ‚negativ‘ herabgestuft werden. Steigt die staatliche Verschuldung noch weiter bedeutend an, könnte dies ebenfalls ein Downgrade auslösen.“
Obwohl der Markt allgemein von einer unveränderten Bewertung ausging, verschafft die Entscheidung von Fitch Präsident Macron dennoch eine gewisse Atempause. Frankreichs öffentliche Finanzen stehen aktuell unter doppeltem Druck durch weltweit steigende Anleiherenditen und eine innenpolitische Blockade, wodurch die Auslandaufmerksamkeit weiter zunimmt.
Rückblickend senkte Fitch vor einem Jahr bereits das französische Rating, mit dem Hinweis, dass der Anstieg der Verschuldung Frankreichs Fähigkeit, auf neue Schocks zu reagieren, schwäche.
Seitdem hat der Krieg im Iran erneut die Inflation befeuert und das Wirtschaftswachstum gedämpft, so dass die französische Wirtschaft an den Rand einer Rezession geraten ist. Die französische Regierung hat bereits eingeräumt, dass das aktuelle makroökonomische Umfeld es schwierig machen wird, das Defizitziel von 5,1% des BIP im vergangenen Jahr auch nur leicht auf 5% zu senken.

Unterdessen steht der parlamentarische Schlagabtausch um das Budget des kommenden Jahres bevor, was die fiskalische Lage weiter verkompliziert. In den letzten zwei Jahren ist das fragmentierte Parlament bereits mehrfach an Haushaltsplänen gescheitert und hat Premiers gestürzt. Da die Präsidentschaftswahl nun nur noch acht Monate entfernt ist, erscheint ein Kompromiss mit der Minderheitsregierung zunehmend unwahrscheinlich.
Zuletzt hat eine weltweite Verkaufswelle an den Anleihemärkten die französischen Kreditkosten deutlich steigen lassen. Die politische und fiskalische Verwundbarkeit Frankreichs macht das Land besonders empfindlich. Die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen französischen und gleichlaufenden deutschen Staatsanleihen – ein Schlüsselindikator für länderspezifisches Risiko – ist auf etwa 85 Basispunkte geklettert und liegt damit fast auf dem höchsten Niveau seit 2012.
Fitch erklärte: „Wir gehen davon aus, dass die Präsidentschaftswahlen 2027 und eine möglicherweise folgende Parlamentswahl entscheidende Variablen für die politische Ausrichtung und die Fiskalperspektiven Frankreichs sein werden. Unser Basisszenario sieht vor, dass auch nach den Wahlen die politische Zersplitterung anhält und den Defizitabbau weiter erschwert.“
Fitch prognostiziert, dass sich Frankreichs fiskalische Bilanz nicht weiter verbessern wird und das Defizit 2026 bei 5,2%, 2027 bei 5,5% und 2028 bei 5,2% des BIP liegen wird. Diese Prognosen haben sich gegenüber früheren Einschätzungen verschlechtert, was vor allem auf abgeschwächtes Wirtschaftswachstum, höhere Schuldendienste und steigende Verteidigungsausgaben zurückzuführen ist.
Fitch betonte: „Frankreichs hohes Haushaltsdefizit und die schwere Schuldenlast bleiben die Hauptfaktoren, die das Rating begrenzen.“
Als Reaktion auf das Urteil von Fitch erklärte das französische Finanzministerium, die Regierung werde weiterhin „alle Kräfte mobilisieren“, um das Defizit und die öffentliche Verschuldung „verantwortungsvoll und ausgewogen“ zu kontrollieren.
Der aktuelle Bericht von Fitch ist der Auftakt zu einer Reihe anstehenden Ratingprüfungen, die parallel zu den Haushaltsdebatten für 2027 verlaufen. Während der letztjährigen Fiskalkrise stürzte bereits eine französische Regierung binnen 24 Stunden nach ihrer Ernennung, woraufhin auch S&P Global Ratings und DBRS Morningstar das französische Rating herabsetzten.
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