Angesichts einer unerwartet stark gestiegenen Nachfrage nach Infrastruktur wird die Zusammenarbeit von NVIDIA und AWS auf AI-Fabriken mit Sicherheitsstandards für Regierungsbehörden ausgeweitet.
NVIDIA und Amazon Web Services haben eine deutliche Erweiterung ihrer seit sechzehn Jahren bestehenden strategischen Partnerschaft angekündigt. Ziel ist es, die Kapazität der künstlichen Intelligenz-Infrastruktur erheblich auszubauen und die Integration der gesamten Technologie-Stack zu vertiefen, um die Entwicklung von intelligenten Agenten und physischer KI voranzutreiben.
Die Partnerschaft umfasst nun GPU- und CPU-Hardware, fortschrittliche Netzwerke, offene Modelle sowie Roboterplattformen. Beide Unternehmen reagieren damit auf eine unerwartet hohe Nachfrage von Unternehmen und Behörden. Diese Zusammenarbeit spiegelt wider, dass die gesamte Branche einen Wandel von Pilotprojekten hin zu produktiven Großinstallationen durchläuft – und zwar in Bereichen wie wissenschaftlicher Forschung, Unternehmensautomatisierung und Robotik.
Im Rahmen der Erweiterung ist geplant, in den Jahren 2027 und 2028 zwei Millionen zusätzliche NVIDIA GPUs in der weltweiten AWS-Infrastruktur bereitzustellen. Zu diesen GPUs gehören NVIDIA Blackwell Ultra, Rubin und Rubin Ultra-Beschleuniger. Zuvor hatte AWS bereits Pläne bekannt gegeben, ab 2026 mehr als eine Million GPUs hinzuzufügen. AWS wird außerdem Instanzen einführen, die von der NVIDIA Vera CPU angetrieben werden. Diese CPU ist speziell für Agenten-KI-Workloads entwickelt worden. Darüber hinaus werden NVIDIA NVLink Fusion und gemeinsam mit Annapurna Labs entwickelte, maßgeschneiderte Hochgeschwindigkeits-Arbeitsspeichertechnologien eingesetzt, um Geschwindigkeit und Effizienz für GPU- und Trainium-Architekturen zu steigern.
Zur Realisierung großflächigen KI-Trainings entwickeln beide Unternehmen gemeinsam NVIDIA Spectrum-Netzwerke, die die Leistung von GPU-Clustern optimieren. Im Regierungsbereich planen AWS und NVIDIA den Bau spezieller KI-Fabriken, in denen 100.000 GPUs auf sicherheitszertifizierter Infrastruktur mit der Fähigkeit zur Verarbeitung föderaler Workloads (Impact Level 6 und höher) eingesetzt werden sollen. Alle neuen Instanzen werden weiterhin das AWS Nitro-System und Elastic Network Adapter nutzen, wodurch die Einhaltung von Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards auch beim Ausbau der Cluster gewährleistet bleibt.
Software, Datenverarbeitung und physische KI
Neben dem Hardware-Ausbau liegt der Fokus der Partnerschaft auch auf Optimierungen der Software-Ebene und neuen Anwendungsbereichen. NVIDIA Nemotron Open Models werden weiterhin als vollständig verwaltetes Produkt auf Amazon Bedrock und als bereitstellbare Ressource auf Amazon SageMaker angeboten, um Entwicklern eine größere Modellauswahl bereitzustellen. Dank NVIDIA cuDF-beschleunigter Datenverarbeitung auf Amazon EMR wird die Performance deutlich gesteigert – im Vergleich zu CPU-Konfigurationen kann die Verarbeitungsgeschwindigkeit um bis zu das 3,7-fache erhöht und das Preis-Leistungs-Verhältnis um 30 % verbessert werden.
Darüber hinaus nutzt Amazon OpenSearch Service GPU-beschleunigte Vektorindizierung, um die Geschwindigkeit beim Indexaufbau um das Neunfache zu erhöhen – bei etwa einem Viertel der Kosten. So werden Engpässe in Retrieval-Augmented-Generation- und semantischen Suchpipelines beseitigt. AWS wird zudem der erste große Cloud-Anbieter sein, der EC2 G7-Instanzen anbietet, die von der NVIDIA RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition GPU beschleunigt werden. Deren KI-Inferenzleistung ist 4,6 Mal so hoch wie die der vorherigen G6-Instanz und die Grafikleistung ist 2,1 Mal so hoch wie bei G6.
Im Bereich Robotik wird Amazon Robotics künftig sämtliche physische KI-Komponenten von NVIDIA integrieren, darunter die Jetson Plattform, die Omniverse-Bibliothek und das Isaac-Entwicklungsframework. Durch Simulationen, synthetische Datengenerierung, Routenoptimierung sowie physische und simulierte Validierung wird so die Automatisierung von Lagerhäusern vorangetrieben.

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