Ethereum-Entwickler werden aufgefordert, ihre Gas-Annahmen vor dem Glamsterdam-Upgrade zu überprüfen, da die Statuskosten mit der Realität übereinstimmen
Das Ethereum-Netzwerk bereitet sich auf das Glamsterdam-Upgrade vor, ein Protokoll-Update, das die gas-Gebühren für zustandsbezogene Operationen durch zwei geplante Vorschläge, EIP-8037 und EIP-8038, neu ausrichtet. Diese Änderungen zielen darauf ab, die Gaspreisgestaltung mit den tatsächlich verbrauchten Rechen- und Speicherressourcen einer Transaktion abzugleichen, um die seit der letzten Anpassung im Berliner Fork 2021 immer größer werdenden Abweichungen zu beheben.
EIP-8037 soll die Kosten der Erstellung neuer Zustände senken, indem die Gebühren für das Erstellen neuer Konten, Speicher-Slots und bereitgestellten Bytecodes erhöht, vereinheitlicht und jeweils separat gemessen werden. Diese Trennung soll sicherstellen, dass das Wachstum des Zustands trotz kontinuierlicher Erhöhung des Gas-Limits pro Block nachhaltig bleibt.
Gleichzeitig erhöht EIP-8038 die Kosten für den Zugriff auf bestehende Zustände, einschließlich SSTORE, SLOAD, Zugriff auf kalte Konten sowie Vorgänge wie EXTCODESIZE oder EXTCODECOPY, um die aktuellen Leistungsindikatoren angesichts der zunehmenden Skalierung des Netzwerkzustands widerzuspiegeln. Die Organisation betont, dass das neue Preismodell darauf ausgerichtet ist, das Grunddurchsatzniveau um rund das Dreifache zu erhöhen und so die Voraussetzung für eine weitere Skalierung durch Knotenbetreiber ohne Leistungseinbußen schafft.
Bewertung der Auswirkungen und Empfehlungen für Entwickler
Eine Analyse historischer Mainnet-Transaktionen unter dem neuen Scheduling-Modell zeigt, dass die meisten Smart Contracts unverändert ausgeführt werden und nur eine kleine Anzahl von Transaktionen ihr Verhalten ändern. Die Transaktionen lassen sich in vier Kategorien einteilen: Transaktionen ohne Änderungen; Transaktionen, die nach Anpassung des Gasverbrauchs erfolgreich ausgeführt werden; Transaktionen, die ihr ursprüngliches Gas-Limit übersteigen, aber nach einer Erhöhung abgeschlossen werden; und Transaktionen, die auch bei deutlich erhöhtem Gas-Limit weiterhin scheitern.
Letztere Kategorie von Verträgen basiert meist auf fragilen Annahmen bezüglich der Gas-Kosten, wie hartcodierte Zulagen (zum Beispiel 2.300 Gas festgelegt in den transfer- und send-Funktionen von Solidity), explizite Gaswerte bei externen Aufrufen, bedingte Logik auf Basis von gasleft(), oder vorab signierte Transaktionen mit rigiden Limits. Die Ethereum Foundation hat betreffende Entwicklerteams direkt kontaktiert und einen Bericht veröffentlicht, der die am stärksten betroffenen Einheiten zusammenfasst.
Entwicklern und Infrastrukturbetreibern wird empfohlen, den Status ihrer Verträge mithilfe offizieller Prüftools zu überprüfen und auf dem derzeit laufenden Platåberget-Testnetz, das das neue Scheduling-Modell verwendet, Tests durchzuführen. Verträge, die durch eine Erhöhung des Gas-Limits repariert werden können, erfordern Updates am Frontend oder an der Infrastruktur, während potenziell fehlerhafte Verträge einer manuellen Überprüfung der markierten Aufrufstellen bedürfen.
Wallet-Anbieter, RPC-Dienste und Node-Tools müssen die Gas-Schätzungslogik aktualisieren, da festgesetzte Konstanten unter den neuen Regeln zu einer zu niedrigen Schätzung führen können. Für normale Endnutzer ist keine Handlung erforderlich; aktualisierte Wallets und Services werden die Umstellung voraussichtlich automatisch abwickeln. Die neue Preisanpassung ist bereits im Entwicklungsnetzwerk aktiviert und wird vor dem Rollout ins Mainnet in öffentlichen Testnetzen verbreitet.

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