Gewinnprognose von hoher Aussagekraft, Bedenken bezüglich der Nachfrage nach PCs und Druckern – HPQ.US übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, doch die Aktie fällt nach den Ergebnissen stark.
Obwohl HP ein besser als erwartetes Ergebnis für das dritte Quartal sowie eine Gewinnprognose für das vierte Quartal veröffentlicht hat, zweifeln Investoren an der Verlässlichkeit dieser Prognose und sorgen sich um den Ausblick für die Nachfrage nach PCs und Druckern.
Wie die Zhihui Finance APP berichtet, verzeichnete HP (HPQ.US) trotz besser als erwarteter Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 und einer Gewinnprognose für das vierte Quartal einen Kursrückgang von über 9 % im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch. Grund dafür sind Zweifel der Investoren an der "Qualität" der Gewinnprognose sowie Sorgen um die Nachfrageperspektiven im PC- und Druckergeschäft.
Laut dem Geschäftsbericht stieg der Gesamtumsatz von HP im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 im Jahresvergleich um 13 % auf 15,7 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 14,34 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 770 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 8 % entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,83 US-Dollar und lag über den Erwartungen von 0,69 US-Dollar der Analysten, wobei 0,11 US-Dollar pro Aktie auf Erstattungen von Einfuhrzöllen entfallen.

Der Interims-CEO von HP, Bruce Broussard, erklärte: „Im dritten Quartal konnten wir den Gesamtumsatz sowie die Marktanteile im Premium-Segment steigern und durch Innovationen in den Bereichen WXP, Druck, Workstations und AI-PCs fortlaufend neue Kunden gewinnen. Unsere anhaltende Strategie zur Bewältigung externer Herausforderungen führte zu einer deutlichen Verbesserung der Speicherlieferungen und einer höheren Auftragserfüllungsrate.“
Laut Fitch wird für das vierte Quartal, das im Oktober endet, ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 0,69 und 0,79 US-Dollar erwartet; das liegt über den Analystenerwartungen von 0,67 US-Dollar. Diese Gewinnprognose enthält aber auch einen positiven Tariferstattungsbeitrag von 0,08 US-Dollar pro Aktie. Ohne diesen Einmaleffekt liegt der Mittelwert der Guidance tatsächlich bei etwa 0,66 US-Dollar und damit unter den Markterwartungen. Mit anderen Worten: Die angehobene Gewinnprognose beruht größtenteils auf einmaligen oder betriebsfremden Faktoren und nicht auf einer Verbesserung des Kerngeschäfts.
Gleichzeitig bereiten die Aussichten für die PC- und Druckersparte von HP dem Markt zusätzliche Sorgen. Während der PC-Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 18 % auf 11,8 Milliarden US-Dollar stieg (wobei das Wachstum hauptsächlich durch ein Plus von 22 % im Geschäftskundensegment getrieben wurde), sank das Liefervolumen allerdings um 16 %. Das weist darauf hin, dass das Umsatzwachstum vor allem durch Preiserhöhungen erzielt wurde. Aufgrund der stark gestiegenen Speicherchipkosten war HP gezwungen, die Preise einiger PCs anzuheben und Produkte neu zu gestalten, was die Endkundennachfrage weiter bremsen könnte.
Die Druckersparte entwickelte sich vergleichsweise verhalten. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 2 % auf 3,9 Milliarden US-Dollar und entsprach damit den Marktprognosen. Anders als im PC-Geschäft führten hier Preiserhöhungen nicht zu spürbarem Umsatzwachstum, wodurch die Sparte in diesem Quartal auch kein Highlight war. Für HP war der Bereich Drucker und Verbrauchsmaterialien lange Zeit eine wichtige Gewinnquelle, sieht sich aber aktuell weiterhin mit schwacher Nachfrage und strukturellen Herausforderungen konfrontiert.
Laut einem Bericht von Morgan Stanley vor der Veröffentlichung der HP-Zahlen hatten die Investoren bereits erwartet, dass HP „im Quartal Juli besser abschneiden würde als im schlimmsten Fall angenommen“. Nun aber fürchten sie, dass sich der Abwärtstrend für den PC- und Druckermarkt verschärfen könnte. Der Analyst merkte an, dass der Markt wohl erst nach Veröffentlichung des Ausblicks für das kommende Geschäftsjahr entspannt reagieren wird.
Mit Blick auf das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet HP ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,19 bis 3,29 US-Dollar und liegt damit erneut über der Analystenerwartung von 3,05 US-Dollar. Auch diese Jahresprognose beinhaltet die Auswirkungen der Zollrückerstattungen.
Für HP können Preiserhöhungen kurzfristig Umsatz und Gewinn verbessern, doch bei anhaltender Absatzschwäche wächst die Sorge, dass Preiserhöhungen die künftige Nachfrage belasten. Bis zum Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr stehen für die Investoren drei Aspekte im Mittelpunkt: ob sich das PC-Liefervolumen stabilisiert, ob der Kostendruck bei Speicherchips nachlässt und ob die Kernprofitabilität nach dem Auslaufen der Zollrückerstattungen gehalten werden kann.
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