UBS: Die Lagerbestände der MLCC-Distributoren sind weiter auf ein „neues Tief“ gesunken, während die Einzelpreise erneut gestiegen sind
Ein Bericht der UBS zeigt, dass die weltweiten Lagerbestände von MLCC-Distributoren im Vergleich zu vor vier Wochen um weitere 8 % gesunken sind und damit ein neues Rekordtief erreicht haben, während der Lagerwert gleichzeitig um 10 % gestiegen ist. Getrieben von einer starken Nachfrage nach KI, einem hohen Auftragseingangs-Ausgangs-Verhältnis und einer gestiegenen Kapazitätsauslastung von 95 %, breitet sich die angespannte Angebot-Nachfrage-Situation nun vom Vertrieb auf den gesamten Markt aus.
Der Markt für Multilayer-Keramikkondensatoren (MLCC) erlebt derzeit eine grundlegende Veränderung im Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
Laut Angaben von "Wind Trading Desk" zeigen Tracking-Daten des UBS Evidence Lab, einer Tochtergesellschaft von UBS, zu über 100 globalen Vertriebspartnern, dass bis zum 9. August das globale MLCC-Lagerbestandsvolumen im Vertrieb im Vergleich zu vier Wochen zuvor (11. Juli) um weitere 8% gesunken ist und damit ein neues historisches Tief erreicht; gleichzeitig ist der Lagerwert um 10% gestiegen und der Index für den Einzelpreis um 7% gestiegen. Der Trend der Divergenz zwischen Menge und Preis wird immer deutlicher.
Die Daten zeigen, dass dieses Muster von Mengenrückgang und Preisanstieg auch im Jahresvergleich auffällig ist: Bis Ende Juli sank das Lagerbestandsvolumen im Jahresvergleich um 22%, während der Lagerwert um 6% zunahm und der Einzelpreisindex um 13% stieg. Der Einzelpreisindex im Vertriebskanal hat derzeit fast das höchste Niveau seit Januar 2023 erreicht. Die Phase der Preisanpassung beschleunigt sich zunehmend.
UBS vertritt die Ansicht, dass die Verknappung von Angebot und Nachfrage zunächst durch KI-bedingten Bedarf sowie Vertriebswege angestoßen wird und sich anschließend auf den gesamten Markt ausbreitet. Diese Einschätzung bietet einen klaren Impuls für MLCC-bezogene Aktien. UBS behält seine Kaufempfehlung für Samsung Electro-Mechanics, Murata Manufacturing und Tokai Carbon bei, während für Taiyo Yuden ein neutrales Rating beibehalten wird.

Die Lagerbestände der wichtigsten Hersteller sinken allgemein, die Preise steigen überall
Betrachtet man die Daten der einzelnen Hersteller, so zeigt sich für den Zeitraum bis zum 9. August gegenüber vier Wochen zuvor beim Lagerbestandsvolumen: Murata Manufacturing sank um 8%, Samsung Electro-Mechanics um 20%, Yageo Electronics um 1%, Tokai Carbon um 7%, Taiyo Yuden blieb stabil. Der allgemeine Trend sinkender Lagerbestände zeigt sich bei den meisten Herstellern.
Beim Lagerwert zeigen sich Unterschiede: Murata Manufacturing stieg um 8%, Yageo Electronics um 13%, Tokai Carbon um 3%, Taiyo Yuden stark um 32%, während Samsung Electro-Mechanics um 4% sank.
Beim Index für den Einzelpreis stiegen alle Hersteller: Murata Manufacturing um 6%, Samsung Electro-Mechanics um 14%, Yageo Electronics um 7%, Tokai Carbon um 8%, Taiyo Yuden um 13%.

Im Vergleich zum Tiefpunkt des letzten Lagerzyklus sind die Lagerbestandsindizes von Murata Manufacturing, Samsung Electro-Mechanics, Tokai Carbon und Yageo Electronics jetzt auf oder unter dem damaligen Niveau; Taiyo Yuden liegt etwa 15% über seinem jüngsten Tiefpunkt. Der Lagerwertindex verglichen mit dem Zyklustief: Murata Manufacturing stieg um 19%, Samsung Electro-Mechanics um 29%, Yageo Electronics um 45%, Tokai Carbon um 3%, Taiyo Yuden um 81% – dies zeigt die deutliche Stützkraft der Preissteigerung auf den Lagerwert.
Verknappung startet bei KI & Vertriebskanälen, Ausbreitung auf den Gesamtmarkt möglich
Die zwei großen japanischen MLCC-Hersteller erwähnten in ihren Quartalsberichten von April bis Juni explizit Anzeichen einer Überhitzung der Nachfrage im Vertrieb und kündigten mögliche Preisanhebungen zur Korrektur des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage an. Der Einzelpreisindex im Vertrieb nähert sich aktuell dem höchsten Stand seit Januar 2023.
UBS merkt an, dass zwar einige der Nachfrage im Vertrieb durch vorgezogene Bestellungen (pull-forward orders) beeinflusst werden könnte, aber der schnelle und deutliche Rückgang der Lagerbestände im Vertrieb ist faktisch belegt. In Kombination mit dem Auftrag-Auslieferungsverhältnis der wichtigsten MLCC-Hersteller von April bis Juni (Murata Manufacturing 1,47; Taiyo Yuden 1,72), dem Produktionsauslastungsgrad für Juli bis September (beide Hersteller bei 95%) und den angepassten Prognosen für KI-bezogene Geschäftsbereiche, folgert UBS, dass sich die Verknappung im Angebot und Nachfrage zuerst im KI-Sektor sowie Vertriebskanälen zeigen und anschließend auf den Gesamtmarkt übertragen wird.
UBS behält derzeit die Kaufempfehlung für Samsung Electro-Mechanics mit einem Kursziel von 2,500,000 KRW bei; für Murata Manufacturing mit einem Kursziel von 13,200 JPY; für Tokai Carbon mit einem Kursziel von 4,950 JPY; und die neutrale Bewertung für Taiyo Yuden mit einem Kursziel von 17,700 JPY.
Bei der Bewertung liegen die erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) für 2026 bei den genannten Titeln zwischen 15,7 und 65,5, wobei Samsung Electro-Mechanics die höchste Bewertungsprämie aufweist und Tokai Carbon im Vergleich niedriger bewertet ist – mit einem erwarteten KGV von 21,5 für 2026. UBS ist der Ansicht, dass in einem Umfeld mit steigenden Preisen und fortwährender Angebotsverknappung insbesondere Hersteller mit hohem Anteil an Premium-Produkten zuerst profitieren werden.
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