Die Strategy-Aktie kletterte am Freitag um 7,5% auf über 120 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten, während Bitcoin kurzzeitig auf 79.400 Dollar stieg. Parallel dazu erholte sich die Vorzugsaktie STRC erstmals seit Juni wieder auf über 96 Dollar.
Doch die Rallye kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Strategy seit rund zwei Monaten kein einziges Bitcoin mehr gekauft hat. Statt weiter zu akkumulieren, nutzte das Unternehmen zuletzt frisches Kapital, um seine Barreserven aufzubauen, Dividenden zu zahlen und eigene Vorzugswertpapiere zurückzukaufen – ein Kurswechsel, der die Prioritäten des Unternehmens verschiebt.
Warum STRC und MSTR gemeinsam steigen
Strategy bleibt mit 840.447 BTC weiterhin der größte Unternehmensinhaber von Bitcoin, ein Bestand, der beim aktuellen Kurs rund 65,2 Milliarden Dollar wert ist. Durch die jüngste Erholung verzeichnet das Unternehmen auf diese Position wieder einen nicht realisierten Gewinn von etwa 1,6 Milliarden Dollar.
Die Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock, bekannt als STRC, war während des vorherigen Ausverkaufs unter 70 Dollar gefallen. Das warf Fragen auf, ob Strategy genügend Liquidität besitzt, um die jährliche Dividendenrendite von rund 11,5% komfortabel zu bedienen. Die Rückkehr über 96 Dollar reduziert diesen Druck spürbar und nähert das Papier dem 100-Dollar-Niveau an, das durch monatliche Anpassungen der Dividendenrate gehalten werden soll.
Wie Strategy seine Liquidität stärkt
Laut einer Mitteilung von Anfang der Woche verkaufte Strategy zwischen dem 10. und 16. August MSTR-Aktien im Wert von 333,7 Millionen Dollar, ohne dabei Bitcoin zu kaufen oder zu verkaufen. Von diesem Erlös flossen 52,4 Millionen Dollar in STRC-Dividenden und 132,2 Millionen Dollar in den Rückkauf von STRC-Aktien über das Digital Credit Securities Repurchase Program.
Gleichzeitig stockte das Unternehmen seine Dollarreserven auf 4,8 Milliarden Dollar auf. Ein größerer Barpuffer soll Inhabern der Vorzugsaktien Sicherheit geben, dass Dividendenverpflichtungen auch dann erfüllt werden können, wenn Bitcoin erneut über längere Zeit fällt oder Strategy vorübergehend keinen attraktiven Zugang zu den Aktienmärkten hat. Details zu dieser Finanzierungsstrategie hat Coincierge bereits in der Analyse zu Strategys Bitcoin-Verkäufen für STRC-Rückkäufe eingeordnet.
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Liquidität statt Akkumulation – was das bedeutet
Die rund zweimonatige Pause bei den Bitcoin-Käufen deutet nicht zwingend auf eine Abkehr von der langfristigen Treasury-Politik hin. Sie zeigt aber, dass die Aufrechterhaltung der Liquidität wichtiger geworden ist, nachdem die Vorzugswertpapiere stark eingebrochen waren.
Strategy stützt sich zunehmend auf eine Kombination aus Stammaktien- und Vorzugsaktienausgaben, um seine Bitcoin-Bestände zu finanzieren. Diese Struktur funktioniert am besten, wenn die eigenen Wertpapiere zu gesunden Bewertungen gehandelt werden – bei einem STRC-Kurs unter 70 Dollar wäre die Ausgabe weiterer Vorzugsaktien deutlich unattraktiver gewesen. Der Rückkauf und die höhere Barreserve helfen, die Finanzierungsstruktur zu stabilisieren, bevor aggressivere Bitcoin-Käufe wieder aufgenommen werden könnten. Wie stark diese Abhängigkeit von der Marktstimmung wirkt, zeigt sich auch im Rückblick auf frühere Verluste von Strategy im schwächeren Bitcoin-Markt.
Weitere Faktoren: Index-Debatte und neue Nachfrage
Auch bei anderen Bitcoin-gekoppelten Vorzugsaktien zeigt sich die verbesserte Stimmung: Die SATA-Vorzugsaktien von Strive kehrten am Freitag auf 100 Dollar zurück, nachdem sie Ende Juni unter 84 Dollar gefallen waren. Das deutet darauf hin, dass die Erholung nicht nur Strategys Stammaktien stützt, sondern den gesamten Sektor bitcoin-gebundener Finanzinstrumente erfasst.
Parallel dazu ist die Indexfähigkeit von Strategy zu einem Thema geworden: TD Cowen widersprach einem Methodikvorschlag von MSCI, der Strategy und andere Digital-Asset-Treasury-Unternehmen aus dem ACWI-IMI-Index entfernen könnte. Das Unternehmen argumentierte, solche Firmen betrieben aktive Geschäfte und seien keine passiven Vermögensvehikel – eine Entfernung könnte Verkäufe passiver Fonds auslösen, die diese Benchmarks nachbilden.
Zusätzliche Nachfrage nach MSTR-Aktien entsteht auch außerhalb klassischer Investorenkreise: Der chinesische Microcap MicroCloud Hologram erhielt am Freitag im Rahmen der Fälligkeit strukturierter Notes 140.268 Strategy-Aktien im Wert von rund 15,8 Millionen Dollar. Wie Strategy grundsätzlich zu einem der größten institutionellen Bitcoin-Halter wurde, erklärt der Hintergrundartikel zu Strategys Bitcoin-Treasury-Modell.
Die nächste Bewährungsprobe für Strategy besteht darin, ob Bitcoin seine Erholung halten kann, während STRC weiter auf 100 Dollar zusteuert. Bleiben beide Wertpapiere stärker, könnte das Management wieder mehr Flexibilität erhalten, um Kapital für neue Bitcoin-Käufe zu beschaffen – kehrt die Volatilität zurück, dürfte die Barreserve von 4,8 Milliarden Dollar zunehmend darüber entscheiden, ob Anleger Strategy weiterhin vertrauen.
Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026




