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Die US-Staatsanleihenrendite wird zum „Elefanten im Raum“, doch Aktieninvestoren ignorieren sie.

Die US-Staatsanleihenrendite wird zum „Elefanten im Raum“, doch Aktieninvestoren ignorieren sie.

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/20 20:06
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Eine Untersuchung der Bank of America zeigt, dass die befragten institutionellen Investoren 56 % ihres Portfolios in Aktien investieren – der höchste Wert seit November 2021. „Ein ungeordneter Anstieg der Anleiherenditen“ wird dabei als die zweitgrößte Bedrohung für den Aktienmarkt betrachtet, direkt nach der Sorge um eine AI-Blase. Analysten stellen fest, dass die aktuellen US-Staatsanleihenrenditen noch im akzeptablen Bereich liegen; eine 10-jährige US-Staatsanleiherendite von 5 % gilt als kritische Schwelle.

Die weltweiten Anleiherenditen steigen weiterhin, doch Aktienanleger scheinen das zu ignorieren. Die Wall-Street-Strategen sind sich weitgehend einig, dass die Renditen noch nicht hoch genug sind, um den Bullenmarkt bei Aktien zu beenden – sie geben jedoch auch zu, dass es hierfür eine klare Schwelle gibt.

Die neueste globale Fondsmanager-Umfrage der Bank of America zeigt, dass die befragten institutionellen Investoren 56 % ihres Portfolios in Aktien halten – der höchste Wert seit November 2021.

Gleichzeitig ergab dieselbe Umfrage, dass „ungeordneter Anstieg der Anleiherenditen“ als die zweitgrößte Bedrohung für den Aktienmarkt angesehen wird, direkt nach Sorgen um eine KI-Blase; weitere 25 % der Befragten sehen eine neue Inflationswelle als größtes Risiko an.

Am Mittwoch kündigte das US-Finanzministerium überraschend an, das Volumen der Rückkäufe von langfristigen Staatsanleihen zu erhöhen, was dem Markt eine kurze Atempause verschaffte – die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen sank an diesem Tag um 6 Basispunkte auf 4,65 %, die 30-jährige Rendite um 9 Basispunkte auf 5,19 %. Die Renditen stiegen jedoch bereits am Donnerstag wieder an.

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Aktienquote auf Drei-Jahres-Hoch – Risikobewusstsein und Risikofreude nebeneinander

Obwohl der „ungeordnete Anstieg der Anleiherenditen“ zu den Top-Risiken zählt, handeln institutionelle Investoren entgegengesetzt zu dieser Sorge. Die Umfrage der Bank of America zeigt, dass Fondsmanager aktuell 56 % in Aktien investieren – ein Dreijahreshoch.

JC O'Hara, Chief Technical Strategist bei Roth Capital Partners, betont, dass der Aktienmarkt trotz steigender Renditen weiter nahe seiner Höchststände notiert, Anleger sollten „optimistisch oder zumindest positiv gestimmt“ bleiben.

Er weist darauf hin, dass verbesserte Gewinnerwartungen, günstigere Wirtschaftsaussichten und nachlassende Marktängste bezüglich der Lage im Nahen Osten zu einer gestiegenen Risikobereitschaft führen. In solchen Phasen erzielt der S&P 500 typischerweise besonders starke, vorausschauende Erträge.

Tyler Richey, Herausgeber von Sevens Report Technicals, nimmt hingegen eine eher vorsichtige Position ein. Er sagt im Interview: Der Renditeanstieg sei „der Elefant im Raum“ und stelle eine potenzielle Bedrohung für den nach Rekordständen schwankenden Aktienmarkt dar.

Die Form der Zinskurve könnte wichtiger sein als ihr absolutes Niveau

Einige Strategen richten ihren Fokus von den absoluten Renditehöhen auf die Form der Zinskurve. Ed Clissold, Chief US Strategist bei Ned Davis Research, erklärte am Dienstag, dass sich der Aktienmarkt aktuell in der „Sweet Spot-Phase“ der Zinskurve befinde.

Derzeit liegt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen etwa 49 Basispunkte über jener der Zweijährigen. Clissold definiert eine „moderat steil ansteigende Zinskurve“, bei der die zehnjährige Rendite maximal 150 Basispunkte höher liegt als die zweijährige, als den Bereich, in welchem der S&P 500 am stabilsten performt und die höchsten Erträge erzielt.

Laut NDR-Daten seit 1976 lag die annualisierte Durchschnittsrendite des S&P 500 in diesem Szenario bei etwa 11 %.

5 % gilt als anerkannte psychologische Schwelle am Markt

Selbst unter den aktuellen Aktienbullen herrscht Einigkeit, dass ein kontinuierlicher Renditeanstieg dem Markt letztlich spürbaren Gegenwind bescheren wird.

Liz Ann Sonders, Chief Investment Strategist im Schwab Center for Financial Research, erklärt:

„Das aktuelle Niveau ist noch akzeptabel, aber ich glaube, dass eine weitere Annäherung der (zehnjährigen Rendite) an die 5-%-Marke zu heftigen Turbulenzen am Markt führen könnte, so wie 2023.“

Zwischen Ende Juli und Ende Oktober 2023 erreichte die zehnjährige US-Rendite kurzzeitig 5 %, während der S&P 500 in diesem Zeitraum insgesamt 10 % verlor.

Matt Maley, Chief Market Strategist bei Miller Tabak + Co., bringt es am Telefon auf den Punkt: „Die Anleiherenditen steigen, der Aktienmarkt ignoriert das – bis es nicht mehr ignoriert werden kann.“

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