Nvidia ist um 50% unterbewertet? Bank of America sagt, dass die KI-Finanzierungsrisiken überbewertet sind.
Analysten der Bank of America betonen, dass der aktuelle Aktienkurs von Nvidia im Vergleich zum inneren Wert mit einem Abschlag von 34 % bis 50 % gehandelt wird, selbst wenn das Finanzierungsrisiko berücksichtigt wird. Sie sind der Meinung, dass dieser Abschlag das Risiko überschätzt und eine attraktive Kaufgelegenheit bietet.
Der Kurs von Nvidia könnte erheblich unterbewertet sein, auch wenn die aggressive Expansionsstrategie des Unternehmens im Ökosystem zusätzliche Risiken birgt.
Der Bank of America-Analyst Vivek Arya wies in seinem aktuellen Bericht darauf hin, dass basierend auf einem SOTP-Bewertungsmodell unter Berücksichtigung des Free Cashflow der aktuelle Nvidia-Kurs um 34 % bis 50 % unter dem inneren Wert liegt – selbst nach Einbeziehung des Finanzierungsrisikos.
Arya ist der Ansicht, dass dieses Bewertungsabschlag "die damit verbundenen Risiken vermutlich überschätzt und somit eine attraktive Kaufgelegenheit schafft". Bank of America hält an der Kaufempfehlung für Nvidia fest und setzt das Kursziel auf 350 US-Dollar.
Am Dienstag fiel die Nvidia-Aktie zeitweise um 2,5 % auf 219 US-Dollar, belastet durch die allgemeine Schwäche von KI-Werten. Auch wenn der Kurs seit Jahresbeginn noch rund 18 % im Plus liegt, notiert die Aktie rund 7 % unter dem Mai-Hoch.

Nvidia investiert umfassend entlang der Wertschöpfungskette mit 70 Milliarden US-Dollar Eigenkapital und 239,9 Milliarden US-Dollar Garantien
Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund, dass Nvidia jüngst in der KI-Wertschöpfungskette eine Reihe großangelegter Kapitalmaßnahmen eingeleitet hat.
Nvidia hat sich kürzlich bereit erklärt, Garantien von bis zu 105 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung eines von OpenAI angemieteten Data Center Campus in Ohio zu stellen und gab zudem bekannt, dass man große Aktienbestände an SpaceX und Intel hält.
Bank of America schätzt, dass Nvidia bereits rund 300 Milliarden US-Dollar Kapital für seine Partner im Ökosystem zugesagt hat – davon etwa 70 Milliarden US-Dollar als Eigenkapital und etwa 230 Milliarden US-Dollar als restliche Garantien oder Abnahmeverpflichtungen.
Arya schreibt im Bericht, die "strategische Absicht hinter diesen Maßnahmen ist klar erkennbar": Nvidia setzt konsequent auf das transformative Potenzial von KI und versucht, sich in jeder wichtigen Produktionsressource abzusichern, einschließlich Chip-Lieferungen, Land und Strom.
Gleichzeitig betont er, solche Maßnahmen unterstützten Nvidia dabei, sich gegen die Konkurrenz durch eigens entwickelte Chips der Public-Cloud-Großkonzerne zu behaupten.
Bank of America schätzt, dass die genannte Strategie sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Arya schreibt: "Im aktuellen Marktumfeld erscheint diese Herangehensweise sinnvoll: Die GPU-Mietpreise sind stabil, Kapazitäten für Rechenleistung sind knapp und Nvidia verfügt über eine branchenweit führende Free-Cashflow-Erzeugung."
Der Bericht warnt jedoch auch: "Sollte die KI-Nachfrage nachlassen, könnten Wachstum und Bilanz von Nvidia unter Druck geraten."
Vor dem Hintergrund von Bedenken hinsichtlich der Gewinnqualität von Nvidia betont Bank of America, dass der effektivste Weg, diesen Zweifel zu begegnen und eine Neubewertung der Aktie zu ermöglichen, darin liegt, die Cash-Rendite für Investoren zu erhöhen – sprich, einen größeren Anteil des Free Cashflow für Aktienrückkäufe einzusetzen.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
