Bitcoin unter Druck: Verlangsamung bei Minern, ETFs und strategischen Käufen
Bitcoin steht derzeit unter mehrfachen Verkaufsdruck. Die Miner reduzieren weiterhin ihre Bestände, es kam zu Nettoabflüssen bei den Spot Bitcoin ETFs und selbst die langjährig als stabile Kaufquelle geltende Strategy hat den Zukauf vorübergehend gestoppt. Die gleichzeitigen Veränderungen mehrerer Faktoren lenken das Marktfokus erneut darauf, ob die Unterstützung im Bereich von 60.000 US-Dollar stabil bleibt.
Gleichzeitiger Verkaufsdruck durch Miner und ETF
In den vergangenen 10 Tagen verkauften Miner insgesamt 1.648 BTC, was zum aktuellen Kurs etwa 106 Millionen US-Dollar entspricht. Berichten zufolge versuchen Mining-Unternehmen einerseits, die Kosten zu kontrollieren, und verlagern andererseits einen Teil ihrer Rechenleistung und Ressourcen in AI-bezogene Geschäfte.
Einige große Mining-Unternehmen haben ihre Verkaufsvolumina in der ersten Jahreshälfte deutlich gesteigert. Riot Platforms verkaufte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 9.665 BTC, MARA Holdings verkaufte 23.093 BTC. MARA hält allerdings weiterhin 35.577 BTC, was zeigt, dass sich die Mining-Unternehmen nicht vollständig zurückziehen, sondern einen Teil ihrer Bestände zur Liquiditätsbeschaffung abstoßen.
Auch die Spot Bitcoin ETFs erhöhen den Verkaufsdruck am Markt. In der vergangenen Woche verzeichneten die betreffenden Fonds einen Nettoabfluss von etwa 6.195 BTC, dies entspricht rund 385 Millionen US-Dollar. Für den Spotmarkt bedeutet der Kapitalabzug der ETF-Anleger, dass eine bisher wichtige zusätzliche Nachfrage wegfällt.
Strategy pausiert Zukäufe
Strategy, eines der weltweit größten Unternehmen mit Bitcoin-Beständen, hat den Markt über lange Zeit hinweg durch kontinuierliche Käufe unterstützt. Diese Unterstützung ist in letzter Zeit jedoch schwächer geworden. Berichten zufolge hat das Unternehmen seit Jahresbeginn insgesamt 6.948 BTC verkauft und damit rund 432,5 Millionen US-Dollar realisiert.
In der Woche vom 10. August bis zum 16. August hat Strategy weder Bitcoin gekauft noch verkauft; der Bestand blieb somit unverändert bei 840.447 BTC. Zwar hat das Unternehmen in dieser Woche keine weiteren Bestände abgebaut, doch das aus der Vergangenheit bekannte wöchentliche Kaufmuster wurde ebenfalls nicht fortgesetzt.
Im selben Zeitraum hat Strategy durch den Verkauf von MSTR-Aktien etwa 333,7 Millionen US-Dollar aufgenommen. Davon wurden rund 149,1 Millionen US-Dollar den Dollarreserven zugeführt, womit diese auf rund 4,8 Milliarden US-Dollar anwuchsen. Den Berichten zufolge dienen diese Mittel auch der Finanzierung von Dividenden und Aktienrückkäufen.
Wale kaufen weiterhin
Der Verkaufsdruck nimmt jedoch nicht einseitig zu. Daten zeigen, dass sogenannte Whale-Adressen in den letzten 17 Tagen insgesamt rund 30.000 BTC hinzugekauft haben. Diese Nachfrage dürfte geholfen haben, den Bitcoin-Kurs trotz Verkaufsdruck von Minern und ETFs oberhalb von 60.000 US-Dollar zu halten.
Allerdings steigen auch die Salden auf den Börsen wieder an. In den vergangenen 10 Tagen ist die Menge der auf Börsen gehaltenen Bitcoin um etwa 24.700 BTC gestiegen. Sollten diese Bestände demnächst verkauft werden, läge das potenzielle Verkaufspotenzial nach Schätzung des Artikels bei rund 1,59 Milliarden US-Dollar.
61.800 bis 63.100 US-Dollar als Schlüsselbereich
Preislich fiel Bitcoin zwischenzeitlich bis auf etwa 62.690 US-Dollar, bevor eine Erholung auf 64.187 US-Dollar folgte. Laut dem von Analyst Ali Martinez zitierten Bericht ist der Bereich zwischen 61.849 und 63.111 US-Dollar derzeit eine wichtige Unterstützungszone.
Bleibt der Preis in diesem Bereich, könnten Käufer Bitcoin erneut in Richtung 64.500 bis 64.700 US-Dollar treiben. Sollte die Marke von 61.849 US-Dollar unterschritten werden und der Verkaufsdruck weiter zunehmen, liegt die nächste bedeutende Unterstützungszone vermutlich in der Nähe von 54.276 US-Dollar.
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