▍Zuerst zur Fundamentalanalyse: Zwei Kräfte ziehen am Markt
Die erste Kraft kommt von einer neuen Verkaufswelle am US-Anleihemarkt. Am Montag stieg die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe um fast 6 Basispunkte auf 5,31 % und durchbrach damit den Juli-Höchststand. Es ist der höchste Stand seit 2007. Was bedeutet das? Der Markt hat immer weniger Vertrauen in die derzeit eher vorsichtige Geldpolitik der Federal Reserve – die langfristigen Zinsen steigen weiter an und schmälern so den Bewertungsspielraum für Risiko-Anlagen.
Die zweite Kraft kommt aus der Geopolitik. Trump stellte am Montag unmissverständlich klar: Er wird eine Verlängerung der zuvor mit dem Iran getroffenen 60-tägigen Waffenruhe nicht anstreben und warnte, dass die USA gegebenenfalls militärisch gegen Oman vorgehen könnten, falls Oman amerikanische Vermittlungsbemühungen mit dem Iran blockiert. Dieses Signal ließ die Rohölpreise direkt steigen – und höhere Ölpreise bedeuten meistens neuen Inflationsdruck.
Kombiniert führten beide Kräfte dazu, dass der US-Aktienmarkt gestern mit Gewinnen eröffnete, aber am Ende niedriger schloss. Heute starteten auch die asiatisch-pazifischen Börsen überwiegend schwächer. Für Trader bedeutet das: Die Risikobereitschaft nimmt kurzfristig ab, die Wahrscheinlichkeit für Käufe auf Höchstständen sinkt.
▍Nun zur Charttechnik: Die drei Hauptwerte entwickeln sich unterschiedlich
1. ETH (Ethereum): Die Range bleibt bestehen
ETH verharrt weiterhin in einer Seitwärtsbewegung. Kurzfristig im Fokus steht der Bereich 1914—1870, auf größerer Zeitebene 1944—1839. Solange es keinen Ausbruch aus diesen Bereichen gibt, empfiehlt sich weiter eine Strategie mit Verkaufen an Widerständen und Kaufen bei Rücksetzern – nicht einseitige Trendwetten.
2. SanDisk: Widerstand beim Hoch, Richtung noch offen
Der Aufwärtstrend seit dem Tief bei 1192 stößt derzeit auf spürbaren Widerstand im Hoch; kurzfristig droht eine Konsolidierung. Wichtig ist, dass noch kein Umkehrsignal zu erkennen ist.
Für den Handel sollte besonders das Level 1649 beobachtet werden:
Falls 1649 nach unten durchbrochen wird, bieten sich nach US-Börseneröffnung Chancen für Short-Positionen;
Bleibt der Bereich intakt, dürfte die Aktie auf hohem Niveau seitwärts laufen, und nach einer Korrektur könnten Long-Chancen entstehen.
3. SK Hynix: Kurzfristig stärkerer Abwärtsdruck
SK Hynix scheiterte gestern beim Ausbruchsversuch, und der Korrekturbedarf ist kurzfristig noch ausgeprägter als bei SanDisk. Zentrale Unterstützung besteht aktuell bei 1175. Bei einem nachhaltigen Unterschreiten droht eine deutlichere Abwärtsbewegung.
Konkrete Strategie: Erst bei einem nachhaltigen Unterschreiten von 1175 im 4-Stunden-Chart auf Rebounds in die Zone von 1175—1186 shorten, Stop-Loss bei 1231, Zielbereich bei 1100.
▍Abschließend ein paar persönliche Worte
Die Märkte bewegen sich immer zwischen Anstieg und Rückgang. Die eigentliche Herausforderung für Trader ist nicht eine hohe Trefferquote, sondern Disziplin und Risikomanagement. Diese Analyse liefert Denkansätze und relevante Kursmarken, keine “sicheren Tradingtipps”.




