Web3: MSCI plant Regeländerungen, Strategy und Metaplanet könnten aus dem Index entfernt werden
MSCI bittet derzeit um Marktfeedback zu einem neuen Standard für die Aufnahme in Indizes. Nach den simulierten Ergebnissen vom Mai 2026 könnten Strategy, das in Japan gelistete Metaplanet sowie Yellow Cake aus dem MSCI Global Investable Market Index entfernt werden. Sollte die Regel umgesetzt werden, könnten die Indexqualifikationen von börsennotierten Unternehmen, die Kryptowährungen halten, einer strengeren Prüfung unterzogen werden.
Neue Regeln zielen auf vermögenshaltende Unternehmen ab
Kern dieses Vorschlags ist die Unterscheidung zwischen traditionellen operativen Unternehmen und solchen, deren Wertschöpfung überwiegend auf dem Besitz von Vermögenswerten basiert. MSCI plant hierfür einen zweistufigen Test.
In der ersten Stufe wird geprüft, ob der Anteil der operativen Vermögenswerte an den Gesamtvermögenswerten über 50 % liegt. Liegt dieser Wert darunter, muss das Unternehmen eine zweite Prüfrunde durchlaufen. Diese beinhaltet die Bewertung der Intensität operativer Vermögenswerte, der betrieblichen Ausgaben, der operativen Cashflows, der Exponierung gegenüber Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sowie des Grades der Abhängigkeit von externer Finanzierung.
Erfüllt ein Unternehmen mindestens vier der fünf letztgenannten Kriterien, wird es möglicherweise als „nicht operatives Unternehmen“ eingestuft und verliert damit die Aufnahmefähigkeit in den MSCI Global Investable Market Index.
Strategy und Metaplanet erfüllen in der Simulation die Bedingungen
Dieser Rahmen ist nicht speziell auf die Kryptobranche ausgerichtet, wirkt sich jedoch besonders auf die in den letzten Jahren entstandenen Bitcoin-Treasury-Unternehmen aus. Diese Unternehmen verfolgen überwiegend die Strategie, ihre Bitcoin-Bestände stetig durch Fremd- oder Eigenkapitalfinanzierung auszubauen, während der Anteil des eigentlichen Kerngeschäfts an der Unternehmensbewertung stetig sinkt.
Strategy ist das prominenteste Beispiel für dieses Modell. Das Unternehmen hat sein Bitcoin-Engagement langfristig durch Anleihen und Finanzierung ausgebaut, wobei das ursprüngliche Softwaregeschäft an Bedeutung verloren hat. Metaplanet in Japan folgt einem ähnlichen Ansatz und nutzt die Kapitalmärkte, um seine Unternehmensreserven an Bitcoin zu erweitern.

- Strategy simulierte Marktkapitalisierung: ca. 23,9 Milliarden USD
- Metaplanet simulierte Marktkapitalisierung: ca. 654 Millionen USD
- Im Falle der Annahme sollen die Regeln ab der Indexüberprüfung im November 2026 gelten
Die Regeln betreffen nicht nur Bitcoin-Treasury-Unternehmen
MSCI betont in seiner Stellungnahme, dass dieser Vorschlag nicht auf Krypto-Assets selbst abzielt. Yellow Cake, die möglicherweise zum gleichen Zeitpunkt ausgeschlossen werden könnte, ist ein in London börsennotiertes Unternehmen, das Anlegern durch den Besitz von physischem Uran eine Beteiligung bietet, aber kein traditionelles Rohstoff- oder Industrieunternehmen ist.
Das bedeutet, dass MSCI den Schwerpunkt auf die Vermögensstruktur und das Finanzierungsmodell eines Unternehmens legt – unabhängig davon, ob diese aus Bitcoin, Ethereum, Uran oder anderen Finanzanlagen bestehen. Da immer mehr börsennotierte Unternehmen auf eine Vorratsstrategie bei Vermögenswerten setzen, dürfte sich die Reichweite dieser Kategorisierung noch ausweiten.
SharpLink könnte zunächst auf die Beobachtungsliste gesetzt werden
Nicht alle Unternehmen, die den Test nicht bestehen, werden sofort aus dem Index entfernt. MSCI schlägt zudem eine Pufferregelung vor, um häufige Indexanpassungen zu vermeiden. Bei bereits im Index vertretenen Unternehmen ist in der Regel ein zweimaliges Nichtbestehen in zwei aufeinanderfolgenden Berichtsperioden erforderlich, bevor sie endgültig ausgeschlossen werden.
Laut Simulation vom Mai 2026 wird SharpLink auf die Beobachtungsliste gesetzt, ebenso wie Center Laboratories aus Taiwan und Lydia Holding aus der Türkei. Die nach Free Float adjustierte Marktkapitalisierung von SharpLink lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 165 Millionen USD. Sollten sie auch in zukünftigen Überprüfungen die Kriterien nicht erfüllen, könnten sie aus dem Index entfernt werden.
- Marktfeedback ist bis Ende September möglich
- Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich am 16. Oktober bekanntgegeben
- Im Falle einer Annahme erfolgt die Umsetzung bei der Indexüberprüfung im November

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