Die Erholung der US-Staatsanleihen bleibt schwach – eine doppelte Belastung durch das Gespenst der Stagflation und eine Welle von Verschuldung.
⑴ Die US-Staatsanleihen verzeichneten in dieser Runde drei Tage lang eine Erholung, die nach der Auktion ins Stocken geriet; die Renditen am langen Ende stiegen um etwa 3 Basispunkte, während die kurze bis fünfjährige Laufzeit kaum Veränderungen zeigte – die Kurve weist eine bärische Steilheit auf. ⑵ Die jüngsten schwachen Inflationsdaten vermögen kaum einen nachhaltigen Rückgang des Kern-PCE auf unter die aktuelle Schwelle von etwa 3,4% im Jahresvergleich zu bewirken. Selbst wenn es kurzfristig moderat zurückgeht, bleibt die zugrunde liegende Inflation deutlich über dem für 2026 anvisierten Ziel der Federal Reserve und dem langfristigen Anker von 2%. Hinzu kommt, dass der Iran-Konflikt zusätzliche Preisdruckfaktoren sowohl von Kosten- als auch von Verbraucherseite verursacht, was die Hürden für eine fortdauernde Anleiherallye sehr hoch macht. ⑶ Der Markt setzt möglicherweise weiterhin auf moderate Daten und wettet auf eine Pause oder sogar eine Zinssenkung der Federal Reserve. Doch der daraus resultierende Rückgang der Renditen am langen Ende dürfte nicht von Dauer sein, da US-Staatsanleihen mit immer größeren fiskalischen und Angebotsbelastungen konfrontiert sind. Das Volumen der Staatsanleihen nähert sich mittlerweile 40 Billionen US-Dollar, die Schuldzinsen übersteigen das Verteidigungsbudget, und die jüngste 30-jährige Auktion hat die höchsten langfristigen Finanzierungskosten seit 2001 verzeichnet. ⑷ Die Umstellung auf eine überwiegend kurzlaufende Emissionsstrategie erhöht die Frequenz der laufenden Refinanzierungen. Vor dem Hintergrund einer hartnäckigen Inflation werden Investoren zwangsläufig eine deutlich höhere Laufzeitprämie für die Aufnahme der kontinuierlichen Angebotswelle verlangen. ⑸ Die Marktstruktur birgt versteckte Verwundbarkeiten: Das gesamte Exposure von Hedgefonds in US-Staatsanleihen lag bereits im September letzten Jahres bei etwa 4 Billionen US-Dollar, davon rund 2,4 Billionen US-Dollar als Long- und 1,6 Billionen US-Dollar als Short-Positionen. Große Teile werden über Repo-Finanzierungen und eingebettete Basis-/Swap-Spread-Arbitrage mit Hebel umgesetzt, was unter normalen Bedingungen die Liquidität stützt. Steigen die Finanzierungskosten, werden Margin-Anforderungen erhöht oder ändern sich Korrelationen abrupt, wird die Volatilität massiv verstärkt – wie sowohl im März 2020 als auch im April 2025 zu beobachten war, als die Liquidierung von Hebelpositionen den Ausverkauf in eine ungeordnete Enthebelung verwandelte. ⑹ Der externe Druck nimmt gleichzeitig zu: Die Renditen japanischer Staatsanleihen bleiben hoch, der Yen schwächelt erneut gegenüber dem US-Dollar und nähert sich der Marke bei 160, was den Druck auf die Bank of Japan erhöht, die aktuelle Politik beizubehalten oder sogar zu straffen. Ein weiterer Yen-Verfall würde die Renditen japanischer Staatsanleihen weiter steigen lassen und so die relative Attraktivität von US-Staatsanleihen nach Währungsabsicherung verringern – was die Belastung am langen Ende zusätzlich verstärkt. ⑺ In Verbindung mit hartnäckiger Kerninflation, großem Angebot, hoher Hebelposition und steigenden japanischen Anleiherenditen bleibt die Strategie taktisch neutral. Bei zehnjährigen Renditen nahe der unteren Bandbreite von 4,55%-4,75% bietet sich selektiv der Verkauf bei steigenden Kursen an; tendenziell wird erwartet, dass die Renditen zum oberen Band zurückkehren und nicht dauerhaft darunter fallen. Am Freitag stehen Einzelhandelsumsätze, Geschäftsbestände, das Michigan-Verbrauchervertrauen und Aussagen der Federal Reserve im Fokus, um kurzfristige Stimmungsschwankungen und politische Hinweise aufzugreifen.
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