Ausländische Medien: Die an Protokolleinnahmen gekoppelten Token könnten die Bewertung von Kryptowährungen steigern
Ausländische Medien berichten, dass Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, der Ansicht ist, dass die Bewertung einiger Krypto-Assets – außer Bitcoin – deutlich steigen könnte, wenn mehr Krypto-Protokolle ihre Nettoeinnahmen direkt für Rückkäufe oder das Verbrennen von Token verwenden. Diese Veränderung beschleunigt sich derzeit bei DeFi-Protokollen und einigen Public Chains.
Rückkauf und Verbrennen als neues Narrativ
Hougan nennt in seinem Memo Hyperliquid, Uniswap, Aave, Pump.fun und Lighter und glaubt, dass diese Projekte bereits Gebühren oder andere Protokolleinnahmen zur Unterstützung von Token-Rückkäufen und -Verbrennungen nutzen oder einen kontinuierlichen Kaufmechanismus etablieren. Er erwartet, dass in den nächsten 12 bis 24 Monaten mehr DeFi-Anwendungen und Layer1-Netzwerke ähnliche Ansätze übernehmen werden.
Seine zentrale Einschätzung ist, dass Token-Bewertungen zunehmend einer "Income-Prüfung" unterliegen. In der Vergangenheit boten viele Governance-Token hauptsächlich Stimmrechte und hatten wenig direkte Verbindung zu den Einnahmen des Protokolls. Nun versucht der Rückkauf- und Verbrennungsmechanismus, die Aktivitäten auf der Chain, die Einnahmen aus Gebühren und die Token-Nachfrage miteinander zu verknüpfen.
Vorgehen von Hyperliquid, Uniswap und Aave
Hyperliquid gilt derzeit als eines der direktesten Beispiele. Den öffentlichen Informationen zufolge fließen Handelsgebühren in den Assistance Fund und werden anschließend in HYPE umgewandelt. Im Text heißt es, dass ca. 99% der Einnahmen aus Gebühren in diesen Mechanismus geflossen sind und die gekauften HYPE-Token verbrannt und aus dem Umlauf genommen werden.
Frühere Berichte zeigen, dass Hyperliquid inzwischen über 1,16 Milliarden US-Dollar an Handelsgebühren in den HYPE-Kauf gelenkt hat, wodurch eine kontinuierliche Nachfrage entsteht, die an die Aktivität auf der Plattform gekoppelt ist. Dieses Modell hängt jedoch auch vom Handelsvolumen und dem Gebührenniveau ab; bei rückläufiger Aktivität stehen weniger Mittel für Käufe zur Verfügung.
Uniswap verfolgt einen anderen Weg. Seit der Governance-Entscheidung UNIfication im Dezember 2025 hat das Protokoll zunächst 100 Millionen UNI aus dem Tresor verbrannt und die Protokollgebühren für die Pools v2 und v3 eingeführt. Bis Juli dieses Jahres hat die Governance offengelegt, dass die Protokollgebühren die zusätzliche Verbrennung von etwa 7,5 Millionen UNI unterstützt haben – mit einem Wert von etwa 25,6 Millionen US-Dollar gemäß dem Antrag.
Aave setzt hingegen auf das Rückkaufmodell. DAO-Finanzdaten zeigen, dass seit dem Start im April 2025 in den ersten zehn Monaten über 205.000 AAVE zurückgekauft wurden, mit insgesamt etwa 42 Millionen US-Dollar Budget – dies entspricht mehr als 1,28% des Gesamtangebots von 16 Millionen Token. Der Artikel weist gleichzeitig darauf hin, dass Einnahmen, die in den DAO-Tresor fließen, nicht automatisch sofort für Rückkäufe genutzt werden.
Pump.fun und Solana fördern ebenfalls diese Entwicklung
Abgesehen von DeFi verbreitet sich dieses Modell auch im weiteren Ökosystem der Chains. Pump.fun gibt auf der Token-Seite klar an, dass 50% der Protokolleinnahmen für Rückkäufe verwendet werden. Die Plattform hat diese Woche offengelegt, dass die Protokollgebühren vom 3. bis 9. August 10,03 Millionen US-Dollar betrugen und gleichzeitig ca. 5,02 Millionen US-Dollar PUMP verbrannt wurden, was etwa 2,15 Milliarden Token betrifft.
Zu Solana erwähnt Hougan den Prozess zu SGP 0003. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die Menge der verbrannten Gebühren zu erhöhen und die Token-Emission schneller zu reduzieren. Vorschlag SIMD 0553 schlägt vor, die derzeit fixe Signaturgebühr durch eine Struktur mit Aufnahme- und Ressourcengebühren zu ersetzen, wobei der zusätzliche Teil verbrannt werden soll.
Laut Berechnungen des Vorschlagsautors Temporal könnte Solana bei ähnlicher Netzwerkaktivität nach vollständiger Umsetzung täglich statt ca. 648 bis zu 7.500 bis 9.000 SOL verbrennen. Diese Änderung ist jedoch noch nicht endgültig eingeführt und bedarf der weiteren Zustimmung von Validatoren.
SEC-Meeting als nächstes Beobachtungspunkt
Der Artikel erwähnt außerdem, dass Änderungen im US-Regulierungsumfeld die Verbreitung solcher Modelle beeinflussen können. Hougan glaubt, dass Fortschritte im Ripple-Prozess und Wechsel in der SEC-Führung den Markt motivieren, Protokolleinnahmen enger an den Token-Wert zu koppeln.
Allerdings wird betont, dass dies nicht bedeutet, dass Regulierungsbehörden Token-Rückkäufe, Verbrennung oder Einkommensverteilung pauschal anerkennen. Die Einordnung hängt weiterhin von der Art der Token-Emission, den mit ihnen verbundenen Versprechen und der Beziehung zwischen Käufer und Projekt ab.
Die US-amerikanische SEC plant am 14. August um 10 Uhr (Eastern Time) eine öffentliche Sitzung, um zu diskutieren, ob für bestimmte Investmentverträge mit Krypto-Assets maßgeschneiderte Emissionsregeln vorgeschlagen werden sollen. Die aktuelle Agenda zeigt nicht, dass damit direkt die Verteilung von Token-Einnahmen zugelassen wird, aber das Meeting gilt dennoch als ein wichtiger regulatorischer Punkt für die Zukunft.
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