Der florierende Schwarzmarkt bedroht bahnbrechende neue Medikamente – Eli Lilly (LLY.US) startet weltweiten "Kampf gegen Fälschungen" bei Abnehmmitteln
In den letzten zwei Jahren hat Lilly die Verbraucher wiederholt davor gewarnt, Nachahmerversionen der Rytarutide-Injektionslösung zu verwenden, die online, in Gesundheitskliniken und in medizinischen Wellnesseinrichtungen verkauft werden.
Laut der Wissensplattform für Finanznachrichten hat Eli Lilly (LLY.US) seine Bemühungen verstärkt, gegen den florierenden Schwarzmarkt für Retatrutide vorzugehen. Retatrutide ist ein experimentelles Medikament, mit dem Eli Lilly sein wichtiges Geschäftsfeld für Abnehmmedikamente ausweiten möchte.
In den letzten zwei Jahren hat Eli Lilly Verbraucher immer wieder davor gewarnt, die im Internet, in Gesundheitskliniken und in medizinischen Wellness-Zentren verkauften Nachahmungen der Retatrutide-Injektion zu nutzen. Das Medikament ist noch von keiner Kontrollbehörde weltweit zugelassen.
Nun erhöht Eli Lilly weiteren Druck. Das Pharmaunternehmen erklärte am Mittwoch, dass es plant, gegen US-Unternehmen, die Retatrutide-Produkte illegal verkaufen, Klage einzureichen und Regulierungsbehörden auffordert, weitere Maßnahmen zur Eindämmung dieses Schwarzmarktes zu ergreifen. Eli Lilly hob hervor, dass Unternehmen, die diesen Verkauf erleichtern und unterstützen – darunter Kreditkartenfirmen, Logistikunternehmen und soziale Netzwerkplattformen – ebenfalls eine Verantwortung für Verbraucherschutz hätten und bezeichnet dies als eine „dringende Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit“.
Max Denning, Vizepräsident für globale Patientensicherheit im Bereich kardiovaskuläre und metabolische Gesundheit, sagte, dass das Nachverfolgen von Retatrutide-Nachahmungen wie das Spielen von „Whac-a-Mole“ sei. Laut Eli Lilly werden diese Medikamente oft von nicht regulierten Herstellern außerhalb der USA produziert.
Denning sagte im Interview: „Das ist ein enormes Problem, ein globales Problem.“ „Das können wir nicht im Alleingang lösen.“
Die US Food and Drug Administration (FDA) hat klar gestellt, dass die selbstständige Herstellung von Retatrutide in Apotheken illegal ist. Seit 2024 hat die FDA mindestens 16 Unternehmen, die behaupten, Retatrutide zu verkaufen, eine Warnung geschickt.
Eine Analyse ergab jedoch, dass bis zum 11. August viele dieser Unternehmen weiterhin Nachahmungen dieses Medikaments verkaufen.
Hinter den Kulissen kämpft Eli Lilly seit Jahren gegen den weltweiten Handel mit Retatrutide. Das Unternehmen hat mehr als 200 Unternehmen an die FDA, das US-Justizministerium, Staatsanwälte, Polizeibehörden sowie Fachkommissionen gemeldet. Eli Lilly berichtet, dass in mehr als 100 Ländern und Regionen über 14.000 Webseiten, Anzeigen, Social-Media-Posts und Produktlisten gemeldet wurden; dennoch verbreiten einige Unternehmen weiterhin irreführende Informationen an gefährdete Verbraucher.
Eli Lilly und sein Konkurrent Novo Nordisk führen ähnliche Kämpfe gegen Nachahmungen ihrer meistverkauften Abnehmmedikamente Zepbound und Wegovy. Doch der Kampf gegen Retatrutide erreicht eine neue Dimension.
Seit der Veröffentlichung der Zwischenergebnisse von Eli Lilly, die zeigten, dass Retatrutide möglicherweise wirksamer ist als alle derzeit auf dem Markt befindlichen Abnehmmedikamente, hält die Nachfrage nach diesem Medikament weiter an. Seither versuchen Menschen weltweit, Schwarzmarkt-Versionen von ausländischen Verkäufern zu erwerben – diese kennzeichnen das Produkt als „nur für Forschungszwecke“, um Regulierungen zu umgehen.
In sozialen Netzwerken wird das Medikament als „reta“, „r3ta“ oder sogar als „ratatouille“ bezeichnet, da viele versuchen, Restriktionen auf Plattformen wie TikTok für Abnehm-Inhalte zu umgehen.
Falls Retatrutide von der Regulierungsbehörde zugelassen wird, wird erwartet, dass Eli Lilly bis 2030 einen jährlichen Umsatz von über 5,4 Milliarden USD erzielen kann. Der Schwarzmarkt könnte allerdings erhebliche Risiken bergen. Obwohl Eli Lilly groß angelegte klinische Studien durchführt, könnten Probleme mit Nachahmungen das Ansehen des Medikaments gefährden. Das Unternehmen plant, Anfang nächsten Jahres einen Zulassantrag bei der FDA einzureichen.
Eli Lilly berichtet, dass Bundes- und lokale Behörden bereits einige „ermutigende“ Maßnahmen ergriffen haben, darunter eine große Beschlagnahmung durch Zoll- und Grenzschutzbehörden in Cincinnati im vergangenen Jahr. Bundesstaatsanwälte gehen ebenfalls gegen illegale Verkäufer vor; letzten Monat wurde der Inhaber eines bekannten Peptidunternehmens, das Retatrutide verkauft, von einem Richter zu fast sechs Jahren Haft verurteilt.
Denning erklärte, dass Eli Lilly außerdem mit Behörden in Großbritannien, Brasilien, Neuseeland, Saudi-Arabien und Hongkong kommuniziert. Er ergänzte, dass das Unternehmen Regulierungsbehörden und Ermittlungsbehörden auffordert, der Strafverfolgung Priorität zu geben „und grenzübergreifend zu koordinieren, um kriminelle Netzwerke, die am Verkauf von Retatrutide beteiligt sind, zu eliminieren“.
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