Citadel Securities ist zum ersten Mal in diesem Jahr bullish auf Gold: Fünf Katalysatoren könnten den Goldpreis explodieren lassen
Der Goldmarkt sammelt wieder Aufwärtsdynamik. Scott Rubner, Stratege bei Citadel Securities, empfiehlt erstmals seit 2026, dass Investoren eine strukturelle Position im Gold aufbauen und bezeichnet den aktuellen Edelmetallmarkt als „eine der attraktivsten Aufwärtsgelegenheiten seit Monaten“.
Rubner ist der Ansicht, dass Gold und Silber derzeit von mehreren positiven Faktoren profitieren, darunter die Umschwenkung der Fed-Politik, kontinuierliche Goldkäufe durch Zentralbanken, Quant-Fonds, die sich weiterhin in Short-Positionen befinden, bullische Signale aus dem Optionsmarkt sowie die Möglichkeit, dass Kapital von Privatanlegern, das zuvor durch den AI-Trend angezogen wurde, wieder zurückfließen könnte.
In seinen Augen entsteht durch diese vielfachen Faktoren eine seltene Resonanz, die dem Edelmetallmarkt eine neue Aufwärtsphase bescheren könnte.
Die jüngste Abkühlung am US-Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Katalysator für den Anstieg des Goldpreises.
Daten zeigen, dass die Beschäftigungszahlen in den USA im Juli überraschend zurückgingen, wobei die Neueinstellungen in den beiden vorangegangenen Monaten deutlich nach unten korrigiert wurden. Der schwache Arbeitsmarkt senkt die Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen durch die Fed, schwächt den Dollar und belebt die Goldnachfrage.
Momentan liegt der Goldpreis stabil über 4.300 USD pro Unze, wobei der aktuelle Handelspreis bei etwa 4.355 USD liegt. In der vergangenen Woche stieg der Goldpreis um mehr als 7 %, der größte Wochenanstieg seit Ende Januar dieses Jahres.
Da Gold selbst keine Zinsen abwirft, steht es üblicherweise in einem Umfeld hoher Zinsen unter Druck. Doch da der Markt erneut auf einen Kurswechsel der Fed setzt, steigt die Attraktivität von Gold deutlich.
Rubner erklärt, dass der Markt gerade die zukünftige Politik der Fed neu bewertet und ein schwächerer Dollar die Aufwärtsargumente für Gold weiter verstärkt.
Neben den makroökonomischen Faktoren neigt sich auch die Marktstruktur des Kapitals zugunsten von Gold.
Rubner analysiert, dass Stand 6. August die Commodity Trading Advisor Funds (CTA) weiterhin Netto-Short-Positionen in Gold und Silber halten. Obwohl Short-Positionen üblicherweise als Bremse für den Preisanstieg gelten, könnten sie angesichts der fortgesetzten Stärke von Gold in der Zukunft zusätzlichen Auftriebs verleihen.
Wenn der Goldpreis weiter nach oben ausbricht, könnten Trendfonds gezwungen sein, Short-Positionen zu schließen und sich Richtung Kauf zu bewegen, was die nächste Aufwärtsbewegung auslösen würde.
Gleichzeitig sendet der Optionsmarkt positive Signale. Citadel Securities weist darauf hin, dass die implizite Volatilität des weltweit größten Gold-ETF SPDR Gold Shares (GLD) wieder steigt und das Verhältnis von Put zu Call auf das extremste Niveau seit Februar dieses Jahres umkehrt. Dies deutet darauf hin, dass Anleger zunehmend auf einen weiteren Anstieg setzen.
Auch der Silbermarkt zeigt ähnliche Veränderungen. Die Volatilität und Optionensstruktur des iShares Silver Trust spiegeln nun die Neubewertung des Markt-Risikos wider.
Darüber hinaus bleibt der globale Goldankauf durch Zentralbanken ein wichtiger Grundpfeiler für den Goldpreisanstieg. Rubner richtet sein besonderes Augenmerk auf den chinesischen Markt und stellt fest, dass China seinen Goldankauf beschleunigt und dadurch die globale Nachfrage der offiziellen Sektoren steigert.
Offizielle Zahlen zeigen, dass China seit Dezember 2024 kontinuierlich seine Goldkäufe steigert. Im Juli dieses Jahres erhöhte die chinesische Zentralbank erneut ihre Goldreserven, mittlerweile zum 21. Monat in Folge, mit einem Monatsanstieg von rund 640.000 Unzen.
Auch Chinas Gold-ETFs verzeichnen zuletzt kontinuierliche Kapitalzuflüsse, was zeigt, dass Investoren die Preisanpassungen für einen erneuten Einstieg nutzen.
Vor dem Hintergrund steigender US-Finanzierungsprobleme, Diskussionen über die Dollar-Kreditwürdigkeit und anhaltender globaler geopolitischer Risiken gewinnt Gold als Reservewert weiter an Attraktivität.
Rubner sieht einen weiteren potenziellen Katalysator für den Edelmetallmarkt in der Rückkehr von Privatanlegerkapital.
Im vergangenen Jahr zogen AI-bezogene Assets erhebliche Investitionen an, während das Interesse der Privatanleger an Gold und Silber sank. Doch falls sich der Aufwärtstrend bei Gold bestätigt, könnten Gelder wieder ins Edelmetallsegment fließen.
„Edelmetalle wurden zuvor durch den AI-Hype an den Rand gedrängt — wenn sich ein Aufwärtsmomentum bildet, könnte die Teilnahme der Privaten wieder rasch zunehmen“, so Rubner.
Er betont, dass die Goldrally vom Januar bis Februar dieses Jahres bereits gezeigt hat, wie schnell Privatanleger Kapital als bedeutende Nachfragesteigerung mobilisieren können.
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