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Neue Bitwise-Studie: Werden Avalanche und Tempo unterschätzt?

Neue Bitwise-Studie: Werden Avalanche und Tempo unterschätzt?

CoinciergeCoincierge2026/07/24 07:21
Von:Coincierge
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Bitwise zählt zu den führenden Vermögensverwaltern für digitale Assets und betreut nach eigenen Angaben rund neun Milliarden US-Dollar Kundengelder. Das Unternehmen bietet mehr als 70 Anlageprodukte an, darunter ETFs, verwaltete Konten, private Fonds, Hedgefondsstrategien und Staking-Lösungen.

Mit seinem neuen Staking Report für das dritte Quartal 2026 untersucht Bitwise erneut die fundamentale Entwicklung wichtiger Blockchain-Netzwerke. Neben bekannten Namen wie Ethereum, Solana, Hyperliquid und NEAR widmet sich die Studie auch zwei Projekten, die besonders überraschen: Avalanche und Tempo. Avalanche fällt vor allem durch stark steigende Transaktionszahlen, sinkende Kosten und den Ausbau anwendungsspezifischer Layer-1-Netzwerke auf.

Tempo ist dagegen noch deutlich jünger. Die von Stripe und Paradigm entwickelte Blockchain wurde speziell für schnelle und günstige Stablecoin-Zahlungen aufgebaut und verzeichnet bereits erste messbare Nutzung durch internationale Unternehmen. Der Report verdeutlicht damit, dass sich die Blockchain-Adoption zunehmend auf konkrete Anwendungen, spezialisierte Infrastruktur und institutionelle Zahlungsströme verlagert.

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Avalanche: Transaktionen vervierfachen sich innerhalb eines Jahres

Avalanche gehört im neuen Bitwise-Report zu den überraschend dynamischen Blockchain-Netzwerken. Ende des zweiten Quartals 2026 waren rund 196 Millionen AVAX bei insgesamt 591 Validatoren gestakt. Das entspricht einer Staking-Quote von 41,5 Prozent. Die maximale annualisierte Staking-Rendite für eine einjährige Bindung lag laut Bitwise bei ungefähr 6,3 Prozent. Finanziert werden die Staking-Belohnungen vollständig durch die Ausgabe neuer AVAX. Sämtliche auf dem Netzwerk gezahlten Transaktionsgebühren werden dagegen verbrannt und dauerhaft aus dem Angebot entfernt.

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Besonders auffällig ist die Entwicklung der Avalanche C-Chain. Dort stieg die Zahl der Transaktionen von rund 58 Millionen im zweiten Quartal 2025 auf 235,6 Millionen im zweiten Quartal 2026. Die Netzwerkaktivität hat sich innerhalb eines Jahres somit ungefähr vervierfacht. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Gebühr pro Transaktion von 0,00130 AVAX auf nur noch 0,00017 AVAX.

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Hinter dieser Entwicklung stehen mehrere technische Upgrades. Etna reduzierte die minimale Basisgebühr der C-Chain um 96 Prozent. Octane verbesserte anschließend die automatische Anpassung der Gebühren an die aktuelle Nachfrage. Granite machte schließlich die Geschwindigkeit der Blockproduktion flexibler, ohne die für Avalanche typische Finalität von weniger als einer Sekunde zu beeinträchtigen.

Trotz der deutlich höheren Nutzung gingen die Netzwerkeinnahmen zurück. Bitwise führt dies jedoch nicht primär auf eine sinkende Nachfrage zurück. Vielmehr wurde der verfügbare Blockspace durch die Upgrades erheblich günstiger. Im zweiten Quartal 2026 erzielte die C-Chain nur noch Gebühreneinnahmen von rund 330.000 US-Dollar.

Strategisch wichtiger könnte daher der Ausbau anwendungsspezifischer Avalanche-Layer-1-Netzwerke werden. Bereits 33 solcher eigenständigen Chains laufen auf dem Mainnet. Unternehmen können dort eigene Validatoren, Compliance-Regeln, Gas-Token und dedizierten Blockspace einsetzen. Als Beispiele nennt Bitwise unter anderem die Ticketing-Infrastruktur der FIFA sowie Progmat, Japans größte Plattform für tokenisierte Wertpapiere. Allein die geplante Progmat-Migration umfasst tokenisierte Vermögenswerte von mehr als zwei Milliarden US-Dollar.

Tempo: Stripe-Blockchain erreicht erste Milliarden-Run-Rate

Tempo ist das jüngste Netzwerk im Bitwise-Report und zugleich eines der ungewöhnlichsten. Die EVM-kompatible Layer-1-Blockchain wurde von Stripe und Paradigm entwickelt und startete erst am 18. März 2026 im Mainnet. Ihr Fokus liegt ausschließlich auf schnellen und günstigen Stablecoin-Zahlungen. Nutzer können ihre Transaktionsgebühren direkt in Stablecoins bezahlen. Das Protokoll wandelt die Zahlung anschließend automatisch in den vom jeweiligen Validator bevorzugten Token um.

Schon im ersten vollständigen Quartal verarbeitete Tempo Stablecoin-Transfers im Umfang von rund 386 Millionen US-Dollar. Das monatliche Volumen stieg dabei von 23 Millionen US-Dollar im März auf 63 Millionen US-Dollar im April, 118 Millionen US-Dollar im Mai und schließlich 205 Millionen US-Dollar im Juni. Auf Basis des Juni-Volumens erreichte Tempo damit bereits eine annualisierte Transferleistung von rund 2,5 Milliarden US-Dollar.

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Gleichzeitig blieben die Kosten extrem niedrig. Im gesamten zweiten Quartal wurden lediglich rund 39.800 US-Dollar an Transaktionsgebühren erzielt. Die medianen Kosten lagen bei ungefähr 0,0012 US-Dollar pro Transaktion. Damit positioniert sich Tempo ausdrücklich nicht als hochprofitables DeFi-Netzwerk, sondern als möglichst günstige Infrastruktur für alltägliche Zahlungen und internationale Überweisungen.

Auch das auf der Blockchain gehaltene Stablecoin-Kapital wuchs deutlich. Der Stablecoin-TVL erhöhte sich innerhalb des Quartals von rund 6,3 Millionen auf 40,2 Millionen US-Dollar. Zu den wichtigsten Assets gehören pathUSD, USDC.e und USDT0. Bitwise unterscheidet allerdings zwischen echter Zahlungsnutzung und technisch bedingtem Bridge-Volumen. Besonders pathUSD und USDC.e wurden von zahlreichen unterschiedlichen Absendern verwendet.

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Der bislang wichtigste reale Anwendungsfall stammt von Deel. Die internationale Payroll-Plattform zahlte im zweiten Quartal rund 30 Millionen US-Dollar an etwa 7.200 Auftragnehmer aus. Rund 20 Millionen US-Dollar entfielen auf USDC.e, weitere 8,7 Millionen US-Dollar auf den Deel-Stablecoin DLUSD.

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Damit liefert Tempo bereits wenige Monate nach dem Start einen konkreten Unternehmensnachweis für grenzüberschreitende Stablecoin-Gehaltszahlungen mit nahezu vernachlässigbaren Kosten.

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Zuletzt aktualisiert am 24. Juli 2026

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