- Mehrere afrikanische Länder prüfen staatlich unterstütztes Bitcoin-Mining als Möglichkeit, überschüssige Energie zu monetarisieren und strategische digitale Asset-Reserven aufzubauen.
- Kasachstan hat einen Rahmen eingeführt, der von industriellen Minern verlangt, einen Teil ihrer Bitcoin-Produktion zu einer geplanten nationalen Krypto-Reserve beizusteuern.
- Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem Regierungen Bitcoin-Mining als Energie- und Reservenmanagement-Strategie behandeln und nicht nur als reine Privatindustrie.
Afrikanische Regierungen prüfen zunehmend staatlich unterstütztes Bitcoin-Mining als Instrument zur Monetarisierung ungenutzter Energieressourcen und folgen damit einem weltweiten Trend, zu dem nun auch Kasachstans neu genehmigter Rahmen gehört, der industrielles Mining direkt mit einer staatlichen Kryptowährungsreserve verknüpft.
Afrikas Energie-Vorteil rückt in den Fokus
Mehrere afrikanische Länder verfügen über reichlich Wasserkraft-, Geothermie- und Erdgasressourcen, die teilweise ungenutzt bleiben, da es an ausreichender Übertragungsinfrastruktur oder einer schwachen Inlandsnachfrage mangelt. Anstatt überschüssige Energie ungenutzt zu lassen, erwägen politische Entscheidungsträger zunehmend, Bitcoin-Mining als Mittel einzusetzen, um nicht verwerteten Strom in digitale Assets umzuwandeln.
Dieser Ansatz hat an Dynamik gewonnen, da Regierungen nach neuen Einnahmequellen suchen, ihre nationalen Reserven diversifizieren und Infrastrukturinvestitionen anziehen möchten, ohne sich ausschließlich auf Rohstoffexporte zu verlassen.
Obwohl die politischen Rahmenbedingungen auf dem Kontinent unterschiedlich sind, besteht das gemeinsame Ziel darin, überschüssige Energie in produktive wirtschaftliche Vermögenswerte zu verwandeln.
Kasachstan bietet eine neue Blaupause
Kasachstan ist eines der neuesten Länder, das diese Strategie formalisiert hat.
Nach Regierungsbeschluss Nr. 638 erhalten zugelassene industrielle Mining-Unternehmen garantierte Stromkontingente zu regulierten Tarifen im Rahmen von Zehnjahresverträgen. Im Gegenzug müssen die Teilnehmer 10 % der geminten Kryptowährungen – nach Abzug von Strom- und Lieferkosten – an den autonomen Astana Hub Cluster Fund abführen.
Diese digitalen Assets werden anschließend unter das Management der National Investment Corporation, die unter der Nationalbank Kasachstans agiert, gestellt, um die geplante nationale strategische Krypto-Reserve des Landes zu unterstützen.
Die Teilnahme ist auf Großbetriebe mit strengen Infrastrukturvorgaben beschränkt, darunter mindestens 150 MW Rechenzentrumskapazität, hocheffiziente Mining-Geräte, redundante Internetverbindungen, jährliche unabhängige Audits und vollständige Steuerkonformität.
Der Rahmen integriert das industrielle Mining direkt in die nationale Reservepolitik, anstatt es lediglich als kommerzielle Aktivität zu behandeln.
Regierungen minen zunehmend Bitcoin
Kasachstan schließt sich einer wachsenden Gruppe von Regierungen an, die eigene Energieressourcen zum Aufbau digitaler Assets nutzen.
Bhutan bleibt das bekannteste Beispiel und hat mithilfe staatlich unterstützten hydroelektrischen Minings beträchtliche eigene Bitcoin-Reserven aufgebaut. El Salvador weitet weiterhin das geothermiegestützte Mining neben seiner nationalen Bitcoin-Reserve-Strategie aus, während die Vereinigten Arabischen Emirate das industrielle Mining durch staatlich verbundene Energiepartnerschaften fördern. Auch Pakistan hat Richtlinien vorangetrieben, die darauf abzielen, digitale Assets in seine übergeordnete Wirtschaftsstrategie zu integrieren.
Branchenschätzungen zufolge betreiben oder unterstützen inzwischen 10 bis 13 Länder eine Form von staatlich verbundenem Bitcoin-Mining.
Für viele Regierungen wird Bitcoin-Mining zunehmend weniger als spekulative Aktivität, sondern vielmehr als alternative Methode zur Monetarisierung überschüssiger Elektrizität betrachtet, insbesondere dort, wo Stromexport oder eine Ausweitung des Inlandsverbrauchs wirtschaftlich schwierig bleibt.



