Ausländische Beteiligungen erreichen mit 34,7% ein Allzeithoch – unaufhaltsamer Yen-Verfall könnte den Kapitalfluss in japanische Aktien umkehren
Der japanische Yen hat in letzter Zeit weiter an Wert verloren, was bei den Investoren weitverbreitete Sorgen auslöst – sollte sich dieser Abwärtstrend fortsetzen, könnte dies letztlich den für die wiederholten historischen Höchststände an der japanischen Börse entscheidenden Faktor beeinträchtigen: den Zufluss ausländischer Kapitalströme.
Das APP von Zhitong Finanz hat festgestellt, dass der Yen in letzter Zeit kontinuierlich abwertet, was bei Anlegern weitreichende Besorgnis ausgelöst hat – sollte der Abwertungstrend anhalten, könnte schließlich eine wesentliche Triebkraft für die immer neuen Allzeithochs am japanischen Aktienmarkt geschwächt werden: der Zufluss ausländischer Gelder.
Auf den ersten Blick scheint das Interesse internationaler Investoren an japanischen Aktien weiterhin hoch zu sein, was die Zahlen der an ausländischen Börsen gelisteten börsengehandelten Indexfonds (ETF) belegen. Laut Erhebungen steigt die Attraktivität von ETFs, die ohne Währungsabsicherung in den japanischen Aktienmarkt investieren, seit Jahren stetig – ihr kumulierter Nettozufluss beträgt mittlerweile 47 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz dazu verzeichnen Produkte mit Währungsabsicherung Mittelabflüsse.
Doch Strategen warnen, dass diese Situation sich rasch ändern könnte. Pensionsfonds und reine Long-Assetmanager sichern normalerweise ihr Währungsrisiko nicht ab; je weiter der Yen fällt, desto anfälliger werden ihre Renditen. Der Markt beginnt sich zu fragen: Wie weit muss der Yen noch fallen, bis die Verluste durch den Wechselkurs die Attraktivität der japanischen Aktien übersteigen?

Richard Kay, Co-Leiter der Japan-Aktienstrategie bei der französischen Comgest Asset Management, erklärt: „Das Währungsrisiko ist derzeit eine der zentralen Sorgen für japanische Aktien.“ Obwohl Japan nach wie vor ein wichtiger Zielmarkt für Anleger ist, die außerhalb der USA in AI-Themen investieren wollen, ist die anhaltende Yen-Abwertung für Gelder ohne Währungsabsicherung zunehmend schwerer zu ignorieren.
Seit Jahresbeginn ist der Tokioter Aktienindex um 19% gestiegen und hat damit einen neuen historischen Rekord erreicht. In US-Dollar gerechnet verengt sich der Anstieg jedoch auf etwa 14%, weil der Wechselkurs Yen zu US-Dollar die Marke von 163 unterschritten hat – das niedrigste Niveau seit 1986. Die anhaltende Zinsdifferenz und Sorgen über die japanische Fiskalpolitik sind die Hauptfaktoren, die den Yen unter Druck setzen.

Mit dem wachsenden Einfluss ausländischer Investoren wird der Wechselkurseffekt zunehmend bedeutender. Börsendaten zeigen, dass ausländische Gelder Ende März 34,7% der japanischen Aktien hielten – ein historischer Höchststand, gegenüber 30,2% vor fünf Jahren. Seit Oktober letzten Jahres, als Sanae Takaichi die Wahl zum Vorsitzenden der Liberal-Demokratischen Partei gewann und Premierminister wurde, haben ausländische Fonds kumuliert mehr als 12 Billionen Yen (ca. 74 Milliarden US-Dollar) in japanische Aktien investiert.
Die Struktur des aktuellen Zuflusses von Auslandsvermögen unterscheidet sich deutlich von früheren Zeiten. Yoshitaka Suda, Senior Cross-Asset-Stratege bei Nomura Singapore, betont, dass in der frühen Amtszeit von Ex-Premierminister Shinzo Abe hauptsächlich kurzfristig orientierte Gelder nach Japan flossen – solche Investoren hedgen üblicherweise ihr Währungsrisiko. Die treibende Kraft der aktuellen Rally ist jedoch der Zufluss von Pensionsfonds und anderen langfristigen Investoren, die meist keine Absicherung betreiben. „Aus Sicht der Kapitalströme ist der positive Effekt der Yen-Abwertung auf japanische Aktien nicht mehr so klar wie früher.“
Natürlich stützt die Yen-Abwertung weiterhin die Gewinne der Exportunternehmen. Experten schätzen, dass die wichtigsten japanischen Automobilhersteller bei anhaltend niedrigem Yen mehr als 900 Milliarden Yen zusätzlichen Gewinn erzielen könnten.
Doch Kazunori Tatebe, Chefstratege bei Daiwa Asset Management, sagt: „Da der Yen auf einem historisch niedrigen Niveau liegt und der Markt überwiegend davon ausgeht, dass der Abwärtstrend anhält, könnten Investoren ohne Währungsabsicherung mit dem Kauf warten, bis sich der Kurs stabilisiert.“
Insgesamt hat sich die Yen-Abwertung für japanische Aktien vom „klaren Vorteil“ zum „doppelten Schwert“ gewandelt – sie belebt zwar die Exportgewinne, schwächt jedoch zunehmend die realen Renditen von ungesicherten Auslandsinvestitionen und könnte damit eine wichtige Grundlage der aktuellen Hausse am Markt untergraben.
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