Die Golfstaaten beschleunigen den Ausbau alternativer Öltransportrouten, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus steht vor einer langfristigen Umgestaltung
Die Golfstaaten beschleunigen den Ausbau alternativer Öltransportrouten, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus steht vor einer langfristigen Umgestaltung
智通财经2026/07/23 10:56Original anzeigen
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⑴ Vor dem Krieg im Iran wurden täglich etwa 15 Millionen Barrel Rohöl aus dem Golf über die Straße von Hormus exportiert. Der Seeweg ist jedoch aufgrund anhaltender geopolitischer Risiken zunehmend eingeschränkt, was die Förderländer dazu veranlasst, Dutzende Milliarden US-Dollar in den Bau alternativer Pipelines zu investieren. Ziel ist es, mehr Lieferungen auf die Häfen am Roten Meer und am Golf von Oman umzuleiten. Mindestens sieben große Pipelineprojekte befinden sich bereits im Bau, in der Planung oder in Diskussion.⑵ Die ost-westlich verlaufende Pipeline Saudi-Arabiens sowie die Pipeline der Vereinigten Arabischen Emirate nach Fudschaira verfügten vor dem Krieg über eine überschüssige Kapazität von täglich etwa 3,5 bis 5,5 Millionen Barrel. Inzwischen laufen beide Pipelines nahezu unter Volllast. Abu Dhabi treibt derzeit mit Hochdruck eine parallel verlaufende Pipeline mit einer Länge von rund 300 Kilometern und Investitionen von 3 Milliarden US-Dollar voran. Ziel ist es, die Kapazität von Fudschaira um täglich über 1,2 Millionen Barrel zu erhöhen. Die Fertigstellung wird frühestens Anfang 2027 erwartet.⑶ Der Irak intensiviert die Entwicklung alternativer Exportwege für die Ölfelder im Süden von Basra und plant den Bau von Pipelines zu den Häfen Jayhan in der Türkei und Banias in Syrien. Die endgültige Transportkapazität könnte bis zu 2 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Zudem wurden die Gespräche mit Jordanien über eine Pipeline zum Hafen von Akaba wieder aufgenommen. Allerdings sind auch die Routen durch das Rote Meer von Angriffen der Huthi-Miliz bedroht.⑷ Laut einer Analyse von Goldman Sachs kann die Umgehungskapazität nach Inbetriebnahme aller genannten Projekte bis Ende nächsten Jahres um rund 3,8 Millionen Barrel pro Tag steigen und bis Ende 2028 etwa 7,3 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Damit könnten im Bedarfsfall etwa 60 Prozent der gesamten Vorkriegs-Exportmenge von rund 23 Millionen Barrel pro Tag aus der Golfregion die Straße von Hormus umgehen. Ersatzrouten sind jedoch zeitaufwändiger, kostspieliger und die Pipelines selbst sind ebenfalls von Sicherheitsproblemen betroffen.⑸ Der Transport von Flüssigerdgas kann nach wie vor nicht durch Pipelines ersetzt werden. Vor dem Krieg wurde weltweit etwa ein Fünftel des LNG über die Straße von Hormus verschifft. Für Katar ist der Transportweg zu asiatischen Kunden kurzfristig kaum per Pipeline lösbar. Eine Blockade der Meerenge hätte daher weiterhin strukturelle Auswirkungen auf den Erdgasmarkt.
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